BMBF-Roadshow: Digitale Medien im Ausbildungsalltag

Die Roadshow „Digitale Medien im Ausbildungsalltag“ stellt bundesweit digitale Konzepte für die berufliche Aus- und Weiterbildung vor. In interaktiven Workshops können sich Teilnehmende über innovative Tools und Anwendungen informieren und diese selbst ausprobieren. 2018 machte die Roadshow Station in Koblenz, Wittenberge, Stuttgart, München, Hannover und Köln. 2019 wird das erfolgreiche Format fortgesetzt (Termine folgen in Kürze).

Die Einführung von Innovationen in die Ausbildungspraxis stellt oft hohe Anforderungen an das Ausbildungspersonal in Betrieben und Bildungseinrichtungen. Besonders im Kontext der Digitalisierung sehen sich die für die Berufsausbildung Verantwortlichen mit vielfältigen Veränderungsprozessen konfrontiert. Fachkräften ermöglichen digitale Medien, im Arbeitsprozess Informationen und Wissen auszutauschen. Doch digitale Medien sind nicht nur hilfreiche Mittel für Arbeitsprozesse, sondern haben sich innerhalb kürzester Zeit auch zu einem unverzichtbaren Lehr- und Lernwerkzeug entwickelt. Die Anwendungsmöglichkeiten und die Leistungskapazität digitaler Medien entwickeln sich rapide weiter. Dies hat auch Auswirkungen auf tradierte Rollen und Abläufe. Die Beziehung zwischen Ausbildungsverantwortlichen und Auszubildenden verändert sich. Ausbildende werden zu Lernprozessbegleitern.

Digitale Medien bieten großes Potential für die Berufsbildungspraxis

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat vor diesem Hintergrund gezielt Fördermaßnahmen initiiert, aus denen Fallbeispiele zur Nutzung digitaler Medien für zentrale Aus- und Weiterbildungsprozesse hervorgegangen sind. Ziel der Konzepte ist es, die Ausbildung und Facharbeit mit digitalen Formaten zu unterstützen und den Ausbildungsalltag zu optimieren. Die Ergebnisse der Pilotprojekte sind in vielerlei Hinsicht wertvoll. Zum einen wurden Konzepte und Tools entwickelt, die in der Praxis bereits erfolgreich eingesetzt werden und die Aus- und Weiterbildung in bestimmten Branchen bereichern. Zum anderen wird das Transferpotential deutlich, denn die vorgestellten Anwenderszenarien sind nicht nur in ausgewählten Branchen einsetzbar, sondern lassen sich auch auf andere Branchen übertragen.

Falk Howe mit Teilnehmern des Workshops Kompetenz-Check
Die BMBF-Roadshow gibt Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, sich mit den Verantwortlichen der vorgestellten Projekte zu vernetzen. Foto: Gerald Schilling © BIBB

Die Roadshow präsentiert Best-Practice-Fallbeispiele

Mit der Veranstaltungsreihe "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" trägt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das die Fördermaßnahmen des BMBF fachlich begleitet, die Ergebnisse aus den Projekten in die Breite und informiert über das Potential der entwickelten Konzepte für die Bildungspraxis. Die Veranstaltungen richten sich an das Ausbildungspersonal aus Betrieben, überbetrieblichen Bildungsstätten, Berufsschulen und Bildungseinrichtungen aus ganz Deutschland. Interessierte Berufsbildungsverantwortliche sind dazu eingeladen, konkrete Einsatzmöglichkeiten ausgewählter Medienkonzepte kennenzulernen. Seit der Auftaktveranstaltung im Juni 2016 haben bereits mehr als 800 Ausbilderinnen und Ausbilder von diesem Angebot Gebrauch gemacht.

Nach erfolgreichem Auftakt der Veranstaltungsreihe in 2016 mit Etappen in Heidelberg, Dresden, Hamburg und Saarbrücken, war sie 2017 in Kassel, Berlin, Dessau-Roßlau sowie Regensburg zu Gast. 2018 machte die Roadshow in Koblenz, Wittenberge, Stuttgart, München, Hannover und Köln Station. 2019 wird sie in weiteren Städten fortgesetzt.

Christian Dominic Fehling mit Anwender des Tools Social Virtual Learning
In drei Anwenderworkshops können Teilnehmende innovative Tools zum Einsatz digitaler Medien in der Berufsbildung selbst ausprobieren. Foto: Graggo © BIBB

Die Teilnehmenden lernen drei innovative Lern- und Lehrwerkzeuge in praxisorientierten Anwenderworkshops kennen und können diese selbst erproben. Die digitalen Konzepte unterstützen die Lernortkooperation, den Wissensaustausch sowie die Optimierung von Prozessen und werden bereits erfolgreich im betrieblichen Ausbildungsalltag eingesetzt.

Die von den Entwicklern der Praxiskonzepte moderierten Workshops bieten einen Einstieg in fallbeispielhafte Anwendungen digitaler Medien. Sie erlauben es den Teilnehmenden, vor dem Hintergrund ihrer individuellen betrieblichen Aufgaben, Medienformate selbst zu erproben, zu reflektieren und so für ihren eigenen Bedarf zu adaptieren. Sie kommen darüber hinaus in Kontakt mit den jeweiligen Projektverantwortlichen der Pilotprojekte und können sich untereinander vernetzen.

Die Konzepte der Roadshow:

Kfz4me.de: Ein didaktisch-methodisches Konzept zur Entwicklung und Nutzung von Erklärvideos

Das Konzept integriert digitale Medien so in den Ausbildungsprozess, dass Auszubildende ihre Sachkompetenz entwickeln und sich mit Fragen der Mediennutzung und -gestaltung auseinandersetzen. Es beinhaltet die Entwicklung von qualitätsgeprüften Erklärvideos im Rahmen von handlungsorientierten Lernsituationen: Die Auszubildenden bearbeiten fachliche Aufgaben, erstellen Fachtexte und entwickeln einen MP4-Film, der z.B. als Open Educational Ressource (OER) auf YouTube abrufbar sein wird und dann für Nachnutzungsszenarien im Modus des „Flipped Classroom“ zur Verfügung steht.

Social Virtual Learning: Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität

Die Lehr- und Lernanwendung des SVL befähigt zum selbstbestimmten Lernen in einer Virtual Reality-Umgebung, die völlig neue Interaktions- und Kollaborationskonzepte ermöglicht. Lernanwendungen, bei denen 3D-Visualisierungen, Augmented Reality und Virtual Reality zum Einsatz kommen, unterstützen auf eine neue Weise Lernende z.B., virtuelle Maschinen zu erkunden, mit diesen zu interagieren und gemeinsam mit anderen an Aufgaben zu arbeiten.

Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt: Unterstützung der Lernreflexion und Online-Ausbildungsnachweis

Das Konzept der "Kompetenzwerkstatt" unterstützt  betriebliches, überbetriebliches und schulisches Ausbildungspersonal dabei, Ausbildung arbeitsprozessorientiert und kompetenzfördernd zu planen, durchzuführen und zu überprüfen. Das Ausbildungsportfolio ermöglicht die Dokumentation, die Übersicht und die Reflexion des Gelernten. Das kostenfrei nutzbare Tool beinhaltet dazu einen Aus­bildungsnachweis, der online geführt und ausgedruckt werden kann.

Kontakt

Bei Fragen rumd um die Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" senden Sie eine formlose Nachricht an: roadshow@qualifizierungdigital.de