Anwenderworkshops Berlin - 09.05.2017

Veranstaltung in Berlin am 9. Mai 2017

Die nunmehr sechste Etappe der bundesweiten Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" fand am 9. Mai 2017 in Berlin statt. Drei Anwenderworkshops boten rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit, sich über digitale Lehr- und Lernkonzepte zu informieren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) präsentieren auf der im Jahr 2016 gestarteten Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" digitale Lern- und Lehrkonzepte, die im Rahmen des BMBF-Förderprogramms "Digitale Medien in der beruflichen Bildung" entwickelt wurden. Übergeordnetes Ziel der Projekte ist es, mittels digitaler Werkzeuge die Lernortkooperation, den Wissensaustausch sowie die Optimierung von Ausbildungsprozessen zu verbessern.

Referenten und Veranstalter der Reihe "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" in Berlin. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

(v.li.): Ronny Willfahrt (Verband Druck und Medien NordOst e.V.), Christian Dominic Fehling (SIKom - Bergische Universität Wuppertal), Hendrik Thüs (DB Training, Learning & Consulting), Michael Härtel (Bundesinstitut für Berufsbildung), Astrid Steuerwald (Bundesinstitut für Berufsbildung), Gerd Schumacher (DB Training, Learning & Consulting), Barbara Knauf (Technische Universität Hamburg), Michael Sander (Universität Bremen), Dr. Gabriele Hausdorf (Bundesministerium für Bildung und Forschung) und Hanno Windler (Bundesministerium für Bildung und Forschung).

In den Räumen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin wurden in drei Anwenderworkshops Konzepte vorgestellt, die bereits im betrieblichen Ausbildungsalltag genutzt werden und auf weitere Bereiche übertragbar sind.

Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich in den Räumen des ZDH in Berlin ein. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Verantwortliche aus Betrieben, überbetrieblichen Bildungsstätten, Berufsschulen, Kammern und Bildungseinrichtungen probierten den "Kompetenzcheck" aus, begaben sich beim "Social Virtual Learning"  in eine 3D-Lernumgebung und gewannen Einblicke in das Lern- und Wissensmanagementsystem "PRIME".

ZDH-Geschäftsführer Dirk Palige und Dr. Gabriele Hausdorf, Leiterin des Referats "Digitaler Wandel in der Bildung" des BMBF, eröffneten die Veranstaltung mit Grußwörtern. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch ZDH-Geschäftsführer Dirk Palige und Dr. Gabriele Hausdorf, Leiterin des Referats "Digitaler Wandel in der Bildung" im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Sie unterstrichen in ihren Grußwörtern die Bedeutung, die digitale Medien im Ausbildungsalltag haben. Sowohl das BMBF wie auch der ZDH charakterisieren Digitalisierung als einen Prozess, den die Berufsbildung mithilfe innovativer didaktischer Ansätze und unterstützender Assistenzsysteme im Sinne einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen Qualifizierung gestalten kann.

Anwenderworkshop I: Social Virtual Learning – Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität

Bei der Weiterentwicklung der 2016 präsentierten Anwendung "Social Augmented Learning" durften die Workshop-Teilnehmer in die Rolle eines virtuellen Monteurs schlüpfen, der Reparaturarbeiten an einer Druckmaschine durchführt. Die Referenten Christian Dominic Fehling (SIKom – Bergische Universität Wuppertal) und Ronny Willfahrt (Verband Druck und Medien NordOst e.V.) demonstrierten auf diese Weise, wie 3D-Visualisierungen Lernende dabei unterstützen können, komplexe technische Systeme besser zu verstehen.

Eine VR-Datenbrille, die im Mittelpunkt des Anwenderworkshops "SVL" stand. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Ausgestattet mit einer Virtual Reality-Brille und zwei Controllern ließen sich Druckzylinder und andere schwere Bauteile kinderleicht demontieren bzw. montieren. Ein per Knopfdruck aktivierter "Röntgenblick" gewährte zudem, was in der Realität kaum möglich ist: ein Einblick in das Innenleben komplexer Druckmaschinen.

SVL ermöglicht die Interaktion mit komplexen Maschinen im virtuellen Raum. Foto: Social Virtual Learning

Von besonderem Nutzen ist SVL vor allem dann, wenn schwierige und zeitintensive Reparaturen an Maschinen anstehen. Hier bietet die virtuelle Realität ein ideales Trainingsfeld, auf dem Monteure Handgriffe einstudieren können. Ferner bietet SVL die Möglichkeit, Maschinen kennenzulernen, die Auszubildenden in der Realität ggf. gar nicht zur Verfügung stehen.

Christian Dominic Fehling führt Workshop-Teilnehmer durch die virtuelle Realität. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Wie Fehling und Willfahrt im Gespräch mit den Workshop-Teilnehmern erklärten, entspricht die Anwendung "Social Virtual Learning" (SVL) einem digitalen Baukasten. Demzufolge kann die 3D-Lernumgebung auch für Bereiche jenseits der Druck- und Medienbranche eingesetzt werden. Sobald ein authentisches 3D-Modell geschaffen wurde, kann mit nahezu jeder Maschine im virtuellen Raum interagiert werden.

Anwenderworkshop II: Der Kompetenz-Check der Kompetenzwerkstatt

Mit der Online-Anwendung "Kompetenz-Check" unterstützt die Kompetenzwerkstatt die Ausbildung in Betrieben, Berufsschulen und überbetrieblichen Bildungsstätten. Sie soll einerseits Ausbildern die Möglichkeit geben, sich mit dem Kompetenzstand und der Kompetenzentwicklung von Auszubildenden auseinanderzusetzen. Andererseits sollen Auszubildende durch das Tool angeregt werden, ihre Kompetenzen einzuschätzen.

Workshop-Teilnehmer lernen das kostenlose Online-Tool "Kompetenz-Check" kennen. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Beim Kompetenz-Check geht es vor allem um die Feststellung der vom Auszubildenden bereits entwickelten Kompetenzen - auf der Basis von Selbst- und Fremdeinschätzungen. Ziel ist es, Reflexionsgespräche zu initiieren und somit den Lernprozess zu verbessern.

Barbara Knauf (re.) stellte Workshop-Teilnehmern die Vorteile des Kompetenz-Checks vor. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Der Kompetenz-Check bietet in der betrieblichen Praxis viele Vorteile. So hilft er u.a. dabei, zukünftige Entwicklungsziele und Förderschwerpunkte in der Aus- und Weiterbildung festzulegen. Ferner wirkt er unterstützend bei der Ermittlung des Prüfungsniveaus.

Michael Sander (Mitte) gibt Teilnehmern Tipps beim Erproben des Tools "Kompetenz-Check". Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Die Referenten Michael Sander (Universität Bremen) und Barbara Knauf (Technische Universität Hamburg) stellten den Workshop-Teilnehmern die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Kompetenz-Checks im Bereich der gewerblich-technischen Berufsausbildung vor. Anschließend wurde die Gruppe schrittweise an die Arbeit mit dem kostenlosen Online-Tool herangeführt und konnte die Anwendung selbst an einem Beispiel erproben.

Anwenderworkshop III: "PRIME" – das Lern- und Wissensmanagementsystem für einen innovativen Informationsaustausch

Das Lern- und Wissensmanagementsystem "PRIME" stellt ein individuell gestaltbares Informations- und Weiterbildungsangebot dar, das zunächst von Mitarbeitern der Deutschen Bahn (DB) erprobt wurde. Es bietet vor allem Technikern im Außendienst die Möglichkeit, aufgabenrelevantes Wissen untereinander zu teilen.

Hendrik Thüs erklärt Workshop-Teilnehmern das Online-Tool "PRIME". Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Das System basiert auf einer Webanwendung und mobilen Apps, die die Nutzer in die Lage versetzen, Informationen in Form von Videos, Bildern und Texten auszutauschen. So können vor allem junge Mitarbeiter von der Erfahrung älterer Kollegen profitieren.

Workshop-Teilnehmer durften die Funktionen von PRIME in Gruppen selbst erarbeiten. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Charakteristisches Merkmal von PRIME ist es, dass das Tool allen Nutzern die Möglichkeit bietet, an der Weiterentwicklung von Regeltexten und anderen firmeninternen Fachtexten mitzuarbeiten. Auf diese Weise werden Lerninhalte stets aktualisiert - ein Vorteil gegenüber herkömmlichen Lehrmaterialien.

"PRIME" richtet sich insbesondere an Mitarbeiter im Außendienst. Tablets sind deshalb besonders wichtig. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Unter Anleitung von Gerd Schumacher und Hendrik Thüs (DB Training, Learning & Consulting) erprobten die Teilnehmenden in Berlin die Szenarien "Redakteur" und "Techniker". Sie erlebten in Gruppenarbeit, wie PRIME-Informationen ergänzt, kommentiert und im integrierten sozialen Netzwerk mit anderen unternehmensweit geteilt werden können.

Dokumentation

Veranstaltungsmappen zur Roadshow-Etappe in Berlin am 9. Mai 2017. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

Über folgende Links finden Sie die Inhalte der Veranstaltungsmappe (PDF-Dateien):

Funktionen, Vorteile und Schritte zur Nutzung für die betriebliche Praxis

Auf Wunsch senden wir den Teilnehmern der Tagung gern eine Ansichtsmappe mit sämtlichen Inhalten inklusive Broschüren zu.

Bei Bestellwunsch bitte eine E-Mail mit der Angabe der Anzahl (maximal 5 Mappen) senden an:
steuerwald@bibb.de.

Fotogalerie der Roadshow-Etappe in Berlin

Gesammelte Eindrücke von der Tagung in Berlin. Screenshot: BIBB

Eindrücke der Tagung vom 9. Mai 2017 wurden in einer Fotogalerie zusammengestellt. Klicken Sie sich durch die Impressionen der Roadshow-Etappe in Berlin. Und so geht's: Wenn Sie auf ein Vorschaubild klicken, sehen Sie das Bild in voller Größe. Anschließend können Sie in der Galerieansicht mit den Pfeiltasten rechts unten vor- bzw. zurück navigieren. Auch ein Klick auf ein Bild bringt Sie zum nächsten Foto. Zurück zur Übersicht gelangen Sie mit einem Klick auf das Kreuz in der rechten oberen Ecke.

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Bildnachweis: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB