Anwenderworkshops Dessau-Roßlau - 26.09.2017

Workshop-Teilnehmer in Dessau-Roßlau

Mit ihrem ersten Halt in Sachsen-Anhalt, machte die bundesweite Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" am 26. September 2017 Station in Dessau-Roßlau. Mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen in der Bauhausstadt die Gelegenheit wahr, sich in Anwenderworkshops über digitale Lehr- bzw. Lernkonzepte zu informieren und diese auszuprobieren.

Praxisnah, gut strukturiert und hilfreich für Verantwortliche in der beruflichen Bildung – so urteilten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltungsreihe „Digitale Medien im Ausbildungsalltag“ über die jüngste Etappe der Roadshow in Dessau-Roßlau und die dort präsentierten Konzepte. In drei Anwenderworkshops hatten sie anhand von konkreten Fallbeispielen die Einsatzmöglichkeiten und Funktionen ausgewählter digitaler Lehr- bzw. Lernwerkzeuge näher kennenlernen und vor Ort selbst ausprobieren dürfen.

Referenten und Veranstalter der Roadshow in Dessau-Roßlau
Referenten und Veranstalter der Reihe "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" in Dessau-Roßlau. Foto: Andreas Lander © BIBB

(v.li.): Michael Härtel (Bundesinstitut für Berufsbildung), Ronny Willfahrt (Verband Druck und Medien NordOst e.V.), Astrid Steuerwald (Bundesinstitut für Berufsbildung), Alexander Graf (Bundesinstitut für Berufsbildung), Hendrik Thüs (DB Training, Learning & Consulting), Christian Dominic Fehling (SIKom - Bergische Universität Wuppertal), Gerd Schumacher (DB Training, Learning & Consulting), Dr. Henning Klaffke (Technische Universität Hamburg), Dr. Gabriele Hausdorf (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Michael Sander (Universität Bremen), Dr. Simone Danek (IHK Halle-Dessau), Norman Balke (HWK Halle/Saale), Julian Stauffenberg (Technische Universität Hamburg), Roland Liepold (IHK Bildungszentrum Halle-Dessau GmbH), Hanno Windler (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Elena Janssen (Bundesministerium für Bildung und Forschung).

Zu Gast bei der IHK Bildungszentrum Halle-Dessau GmbH präsentierten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Projekte, die im Rahmen des BMBF-Förderprogramms "Digitale Medien in der beruflichen Bildung" entwickelt wurden, sich bereits in der Berufsbildungspraxis bewährt haben und Orientierung geben können auf dem Weg zur Innovation. "Social Virtual Learning", "PRIME" und "Der Kompetenz-Check" der Kompetenzwerkstatt zeigten Berufsbildungspraktikern und -praktikerinnen die Mehrwerte digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung auf und bestärkten sie darin, den digitalen Wandel als Chance zu begreifen.

Roadshow-Teilnehmer bei Begrüßungsrede in Dessau-Roßlau
Mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an der Roadshow-Etappe in Dessau-Roßlau teil. Foto: Andreas Lander © BIBB

Wie bei allen Etappen der im Jahr 2016 gestarteten Roadshow stellte auch in Sachsen-Anhalt der breitenwirksame Transfer von Tools und Anwendungen in die Berufsbildungspraxis das übergeordnete Ziel der Veranstaltung dar. Dr. Gabriele Hausdorf, Leiterin des Referats D2 ("Digitaler Wandel in der Bildung") im BMBF, kleidete diesen Vorsatz – im Rahmen ihrer Eröffnungsrede – in folgende Worte: "Die Teilnehmenden sollen sich überlegen: Wie kann ich das Erlebte in meinem Betrieb umsetzen?"

Roland Liepold, Geschäftsführer der IHK Bildungszentrum Halle-Dessau GmbH
Der Geschäftsführer der IHK Bildungszentrum Halle-Dessau GmbH, Roland Liepold, begrüßte die Roadshow-Teilnehmer und -Teilnehmerinnen. Foto: Andreas Lander © BIBB

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Anwenderworkshops in Dessau-Roßlau wurden zudem von Roland Liepold, Geschäftsführer der IHK Bildungszentrum Halle-Dessau GmbH, und Dr. Simone Danek, Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung der IHK Halle-Dessau, begrüßt. Liepold lobte die Anwesenden für ihren Mut, das Thema Digitalisierung nicht nur abwarten, sondern aktiv mitgestalten zu wollen. In diesem Zusammenhang zitierte er aus Goethes Faust ("Ein Mensch, der recht zu wirken denkt, muss auf das beste Werkzeug halten") und forderte die Teilnehmenden auf, ihre Eindrücke von der Roadshow mit anderen zu teilen. Liepold: "Erzählen Sie! Machen Sie Mut! Und wenn sie am Ende denken, dass Technik einen Nutzen hat, haben wir unser Ziel erreicht." Danek wünschte den Anwesenden durch die Teilnahme an den Anwenderworkshops "viel Erkenntnisgewinn."

Mappeninhalt der Roadshow
Alle Workshop-Teilnehmer und -Teilnehmerinnen fanden an ihrem Platz eine kostenlose Informationsmappe vor. Foto: Andreas Lander © BIBB

Nach einer kurzen Einführung in das Programm und einer Vorstellung aller in Dessau-Roßlau vertretenen Projekte, starteten die etwa dreistündigen Anwenderworkshops. Räumlich getrennt und in kleine Arbeitsgruppen aufgeteilt, hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer so die Gelegenheit, sich intensiv mit einem konkreten Beispiel eines in der Praxis bewährten digitalen Lern- bzw. Lehrkonzepts zu beschäftigen.

Zeitgleich zur Roadshow fiel in Dessau Roßlau der Startschuss zum neuen JOBSTARTER plus-Modellprojekt "Digitalisierung und Vernetzung in der beruflichen Ausbildung" – kurz "DigiVA". Die IHK Bildungszentrum Halle-Dessau GmbH bot im Rahmen der Veranstaltung am 26. September - gemeinsam mit der Handwerkskammer Halle (Saale) - an einem Infostand umfassende Informationen, individuelle Beratungsangebote sowie fachliche und methodische Qualifizierungsmöglichkeiten für Ausbildungspersonal und Auszubildende zu dem vom BMBF und Europäischen Sozialfonds geförderten Projekt.

Inhalte der Anwenderworkshops

Anwenderworkshop I: Social Virtual Learning – Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität

Frau trägt VR-Datenbrille
Die Workshop-Teilnehmenden durften selbst per Datenbrille in die virtuelle Realität eintauchen. Foto: Andreas Lander © BIBB

Mithilfe "Social Virtual Learning", der Weiterentwicklung der 2016 präsentierten Anwendung "Social Augmented Learning", konnten die Workshop-Teilnehmenden in die Rolle eines virtuellen Monteurs schlüpfen, der Reparaturarbeiten an einer Druckmaschine durchführt. Die Referenten Christian Dominic Fehling (SIKom – Bergische Universität Wuppertal) und Ronny Willfahrt (Verband Druck und Medien NordOst e.V.) demonstrierten, wie 3D-Visualisierungen Lernende dabei unterstützen können, komplexe technische Systeme besser zu verstehen.

Ausgestattet mit einer Virtual Reality-Brille und zwei Controllern ließen sich Druckzylinder und andere schwere Bauteile kinderleicht demontieren bzw. montieren. Ein per Knopfdruck aktivierter "Röntgenblick" gewährte zudem, was in der Realität kaum möglich ist: ein Einblick in das Innenleben komplexer Druckmaschinen.

Frau erprobt SAL-Anwendung
Neben SVL wurde in Dessau-Roßlau auch die Anwendung Social Augmented Learning, kurz SAL, vorgestellt. Foto: Andreas Lander © BIBB

Von besonderem Nutzen ist SVL vor allem dann, wenn schwierige und zeitintensive Reparaturen an Maschinen anstehen. Hier bietet die virtuelle Realität ein ideales Trainingsfeld, auf dem Monteure Handgriffe einstudieren können. Ferner ermöglicht es SVL, Maschinen kennenzulernen, die Auszubildenden in der Realität mitunter gar nicht zur Verfügung stehen.

Wie Fehling und Willfahrt im Gespräch mit den Workshop-Teilnehmern erklärten, entspricht SVL einem digitalen Baukasten. Demzufolge kann die 3D-Lernumgebung auch für Bereiche jenseits der Druck- und Medienbranche eingesetzt werden. Sobald ein authentisches 3D-Modell geschaffen und in die Software integriert wurde, kann mit nahezu jeder Maschine im virtuellen Raum interagiert werden.

Anwenderworkshop II: Der Kompetenz-Check der Kompetenzwerkstatt

Henning Klaffke erklärt den Kompetenz-Check
Im Workshop "Der Kompetenz-Check" ging es um die praxisnahe Anwendung des gleichnamigen Online-Tools. Foto: Andreas Lander © BIBB

Mit der Online-Anwendung "Kompetenz-Check" unterstützt die Kompetenzwerkstatt die Ausbildung in Betrieben, Berufsschulen und überbetrieblichen Bildungsstätten. Sie gibt einerseits Ausbildern die Möglichkeit, sich mit dem Kompetenzstand und der Kompetenzentwicklung von Auszubildenden auseinanderzusetzen. Andererseits werden Auszubildende durch das Tool angeregt, ihre Kompetenzen einzuschätzen.

Wie die Referenten Dr. Henning Klaffke, Julian Stauffenberg (beide Technische Universität Hamburg) und Michael Sander (Universität Bremen) in Dessau-Roßlau erläuterten, geht es beim Kompetenz-Check vor allem um die Feststellung der vom Auszubildenden bereits entwickelten Kompetenzen - auf der Basis von Selbst- und Fremdeinschätzungen. Ziel ist es, Reflexionsgespräche zu initiieren und somit den Lernprozess zu verbessern.

Julian Stauffenberg erklärt den Kompetenz-Check
Das kostenlose Online-Tool "Der Kompetenz-Check" erleichtert die Feststellung aufgabenrelevanter Kompetenzen. Foto: Andreas Lander © BIBB

Der Kompetenz-Check bietet in der betrieblichen Praxis viele Vorteile. Er hilft u.a. dabei, zukünftige Entwicklungsziele und Förderschwerpunkte in der Aus- und Weiterbildung festzulegen. Ferner wirkt er unterstützend bei der Ermittlung des Prüfungsniveaus.

Klaffke, Stauffenberg und Sander stellten den Workshop-Teilnehmern die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Kompetenz-Checks im Bereich der gewerblich-technischen Berufsausbildung vor. Anschließend wurde die Gruppe schrittweise an die Arbeit mit dem kostenlosen Online-Tool herangeführt und die Teilnehmenden konnten die Anwendung selbst an einem Beispiel erproben.

Anwenderworkshop III: "PRIME" – das Lern- und Wissensmanagementsystem für einen innovativen Informationsaustausch

PRIME-Workshop
Die Anwendung PRIME ist von DB-Mitarbeitern erprobt wurden, aber auch auf andere Branchen übertragbar. Foto: Andreas Lander © BIBB

Das Lern- und Wissensmanagementsystem "PRIME" (kurz für "Professional Reflective Mobile Personal Learning Environments") stellt ein individuell gestaltbares Informations- und Weiterbildungsangebot dar, das zunächst von Mitarbeitern der Deutschen Bahn (DB) erprobt wurde. Es bietet vor allem Technikern im Außendienst die Möglichkeit, aufgabenrelevantes Wissen untereinander zu teilen.

Das System basiert auf einer Webanwendung und mobilen Apps, die die Nutzer in die Lage versetzen, Informationen in Form von Videos, Bildern und Texten auszutauschen. So können vor allem junge Mitarbeiter von der Erfahrung älterer Kollegen profitieren.

Hendrik Thüs erklärt Teilnehmer PRIME
PRIME ermöglicht vor allem Mitarbeitern im Aussendienst und ohne Büro-PC, ihr Wissen untereinander zu teilen. Foto: Andreas Lander © BIBB

Charakteristisches Merkmal von PRIME ist es, dass das Tool allen Nutzern die Möglichkeit bietet, an der Weiterentwicklung von Regeltexten und anderen firmeninternen Fachtexten mitzuarbeiten. Auf diese Weise werden Lerninhalte stets aktualisiert - ein Vorteil gegenüber herkömmlichen Lehrmaterialien.

Unter Anleitung von Gerd Schumacher und Hendrik Thüs (DB Training, Learning & Consulting) erprobten die Teilnehmenden in Dessau-Roßlau die mobile Anwendung und den Web-Editor. Sie erlebten in Gruppenarbeit, wie PRIME-Informationen ergänzt, kommentiert und im integrierten sozialen Netzwerk mit anderen unternehmensweit geteilt werden können.

Dokumentation

Auf Wunsch senden wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung gern eine Ansichtsmappe mit sämtlichen Inhalten inklusive Broschüren zu. Bei Bestellwunsch bitte eine E-Mail mit der Angabe der Anzahl (maximal 5 Mappen) an Frau Astrid Steuerwald: steuerwald@bibb.de.

Fotogalerie der Roadshow-Etappe in Dessau-Roßlau

Fotogalerie auf PicDrop
Gesammelte Eindrücke von der Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" in Dessau-Roßlau. Foto: Screenshot

Eindrücke der Tagung vom 26. September 2017 wurden in einer Fotogalerie zusammengestellt. Klicken Sie sich durch die Impressionen der Roadshow-Etappe in der Bauhausstadt. Und so geht's: Wenn Sie auf ein Vorschaubild klicken, sehen Sie das Bild in voller Größe. Anschließend können Sie in der Galerieansicht mit den Pfeiltasten rechts unten vor- bzw. zurück navigieren. Auch ein Klick auf ein Bild bringt Sie zum nächsten Foto. Zurück zur Übersicht gelangen Sie mit einem Klick auf das Kreuz in der rechten oberen Ecke.

Feedback

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Bildnachweis: Andreas Lander © BIBB