AVI – Ausbildung im virtuellen Verbund

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Das Projekt ergänzte Kurse des Schweriner Ausbildungszentrums (SAZ) durch E-Learning. Das Ziel lag darin, Unternehmen zu unterstützen, die eine gemeinsame Ausbildung im Verbund durchführen, die sie aus eigener Kraft nicht realisieren könnten.

Netzbasiertes kooperatives Lernen

Hintergrund des didaktisch-methodischen Konzeptes ist der Gedanke, dass sich Lernen über die Kommunikation und Zusammenarbeit im Lernprozess definiert. Daher hat sich AVI entschieden, das soziale Lernen mithilfe von Web 2.0-Tools zu unterstützen. Zu diesem Zweck berücksichtigen die Kurse die spezielle Situation der Verbundausbildung und die Besonderheiten des netzbasierten gemeinsamen Lernens. Auszubildende kommen beispielsweise von verschiedenen Berufsschulen und haben dort unterschiedliche Unterrichtszeiten. Im Mittelpunkt stand hierbei die Gestaltung der Aufgaben unter folgenden Kriterien:

  • die Aufgabenstellung soll problem- und praxisorientiert sein
  • berufliche und betriebliche Aspekte sollen mit einbezogen werden
  • zur Lösung der Aufgabe soll die Zusammenarbeit mit anderen Auszubildenden notwendig sein
  • die Lernenden sollen beim Bearbeiten der Aufgabe unterschiedliche Positionen und Sichtweisen einnehmen können
  • die Aufgabe soll in unterschiedliche Arbeitsschritte unterteilbar sein und so Arbeitsteilung ermöglichen.
Die aus einem Kreis und sechs Pfeilen bestehende Grafik gibt eine Übersicht über die im Text genannten Kriterien für die Gestaltung der Aufgaben.
Abb. 1: AVI-Lernaufgaben - Kooperatives Lernen

Ein prinzipielles Problem von kooperativem Lernen ist die Dimensionierung der Aufgabe. Diese angemessen zu gestalten, ohne dass sich die Lernenden weder unter- noch überfordert fühlen, ist eine zentrale Herausforderung. In der virtuellen Verbundausbildung beträgt die wöchentliche Lernzeit für gewöhnlich zwei bis drei Stunden. Die Teilnehmenden bearbeiteten die Aufgabe online über einen Zeitraum von vier Wochen. Das ist eine Gesamtzeit von etwa zehn Stunden. Durchschnittlich benötigten die Teilnehmer 6,9 Stunden pro Lernaufgabe – womit sie unter dem geplanten zeitlichen Aufwand lagen.

Um die Motivation der Auszubildenden zu fördern, war es wichtig, dass sie ein präsentierbares Ergebnis erstellen konnten. Dazu gehört auch, dieses einer Gruppe von Lernenden und Unternehmern vorzustellen und anschließend zu diskutieren. Die Möglichkeit der Präsentation war eine Forderung der Geschäftsführer und indirekt auch der Auszubildenden: Dieses Vorgehen fördert die Verbindlichkeit der Zusammenarbeit und neben der Analyse auch die Verknüpfung von Lerninhalten. Somit bildet der Vortrag die Grundlage, auf der die Teilnehmenden ihre Ergebnisse sowie die virtuelle Verbundausbildung aus- und bewerten.