Berufsausbildung für eine digitalisierte Arbeitswelt

Willkommensbildschirm Christiani Ausbildertag 2015; Copyright: Bundesinstitut für Berufsbildung (alle Rechte vorbehalten)

Im Rahmen des Christiani Ausbildertags 2015 wurden Praxisbeispiele für Berufsausbildung in einer digitalisierten Arbeitswelt vorgestellt. Eines davon war das vom BMBF geförderte Projekt eWorkBau.

In einer immer stärker digitalisierten Arbeitswelt ändern sich Anforderungen und Aufgaben grundlegend. Das bedeutet, dass auch Ausbildungskonzepte und Bildungsangebote angepasst werden müssen, um auf veränderte Arbeitsweisen vorzubereiten.

Im Baugewerbe und Bauhandwerk verändert Building Information Modeling, kurz BIM, die Arbeitsweise aller Beteiligten an einem Bauprojekt. Building Information Modeling, deutsch auch Bauwerksinformationsmodell oder Gebäudedatenmodellierung genannt, ist zwar eine neue Planungsmethode, aber zugleich kein völlig neues Konzept, wie Frank Postel vom Bildungszentrum der Handwerkskammer Münster beim Christiani Ausbildertag 2015 in Singen erklärte. Schon im Mittelalter habe der Kölner Dombaumeister Gerhard die Prinzipien von BIM als Planer und Ausführender in Personalunion angewandt.

In der heutigen Zeit liegt in der zunehmenden beruflichen Spezialisierung auch eine potenzielle Fehlerquelle: Zunächst entwirft der Planer ein dreidimensionales Modell, anschließend bezieht der Bauausführende seine Informationen von einem zweidimensionalen Ausdruck und schließlich setzt der Bauschaffende den Plan in die Realität um.

Gebäudedatenmodellierung kann in diesem Prozess helfen, mögliche Fehler auszuschließen. BIM ist ein mit einer neuartigen Planungsphilosophie verbundenes zentrales Managementsystem, das alle Daten bündelt und in einem Pool immer aktuell zum Abruf bereithält, wenn die Projektbeteiligten sie brauchen. BIM bezieht die Handwerker vor, während und nach der Planungsphase mit ein und unterstützt sie vor, während und nach der Bauphase. So steht etwa das Baumodell mit den zugehörigen Daten in einer Cloud oder einem Server zur Verfügung und der Handwerker kann die benötigten Informationen beispielsweise mit einem Tablet auf der Baustelle abrufen.

In Deutschland wird BIM von Planern und Handwerkern derzeit noch kaum eingesetzt, obwohl die Vorteile auf der Hand liegen: Neben Kosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent sind Fehlerreduktion und die Vorteile eines zentralen Datenmanagements gewichtige Argumente für den Einsatz von BIM.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt eWorkBau entwickelte und erprobte von 2012 bis März 2015 ein modulares Schulungskonzept, um das Bauhandwerk auf die sich durch BIM verändernde Arbeitsweise vorzubereiten. Der inhaltliche Fokus lag dabei vor allem auf der generellen Vermittlung von Wissen zum praktischen Einsatz der BIM-Methode.

Anfang Oktober 2015 startete das ebenfalls vom BMBF geförderte Anschlussprojekt BIM@Work, das die in eWorkBau gewonnen Erkenntnisse aufgreift, dabei aber die Veränderung der Arbeitsprozesse durch die Einführung der BIM-Methode in den Fokus rückt.

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