BlendedContENT: Sanitär-, Heizungs- und Klimabranche

Logo des Projekts BlendedContENT

Das Projekt entwickelt ein Aus- und Weiterbildungsangebot in der Sanitär-, Heizungs- und Klimabranche mit Web 2.0-Technologien. Dazu gehören ein Blended-Learning-Konzept und ein eigenes Kompetenzportal.

Blended-Learning-Konzept für Kleinbetriebe

Betriebe im Bereich Sanitär, Heizung und Klima (SHK) sind häufig Kleinunternehmen, die nicht über die Ressourcen verfügen, eigene Weiterbildungskonzepte zu entwickeln. Der Bedarf nach hochwertigen Lernangeboten steigt unter anderem aufgrund des Fortschritts im Bereich erneuerbarer Energien. Dieser bringt ständig neue technische Entwicklungen oder auch Verordnungen mit sich.

Das Projekt „BlendedContENT“ (Blended Continuing Education with New Technologies) hat daher multimediale Lernanwendungen für Auszubildende, Monteurinnen und Monteure sowie Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter im SHK-Bereich entwickelt. Diese basieren auf der Annahme, dass unterschiedliche Arten von Lernzielen unterschiedlicher Wege der Aufbereitung bedürfen. So lassen sich einfache Regeln in kleineren E-Learning-Anwendungen wie Smartphone-Apps darstellen. Sehr spezielles Wissen, das schnell veraltet, ist besser in Foren aufgehoben, in denen die Nutzenden die Inhalte beisteuern. Methoden- und Anwendungswissen gilt es hingegen in komplexerer Form mit einem ausreichenden Maß an Interaktion und Anwendungsnähe zu präsentieren.

Praxisnah, individuell und spielerisch

Bei der Umsetzung standen folgende Aspekte im Vordergrund:

  • Anstelle von Lehrbuchinhalten bereitet „BlendedContENT“ vor Ort beim Kunden praxisnahe Herausforderungen und Lösungen aus betrieblichen Arbeitsprozessen in Form konkreter Problemsituationen auf.
  • Für die Akzeptanz von Lerninhalten müssen diese individuell auf einen Betrieb zugeschnitten sein. Für mittelständische Handwerksunternehmen ist das jedoch zu teuer. Die „BlendedContENT“-Anwendungen besitzen daher Web-Editoren, mit denen sich Inhalte ohne technische Kenntnisse anpassen lassen. So ist es beispielsweise möglich, im Betrieb geschossene Fotos direkt in die „BlendedContENT“-Lernstadt hochzuladen oder dort Namen und andere Inhalte zu verändern.
  • In der betrieblichen Praxis sind kaum Zeiträume für die Weiterbildung verfügbar. Lernende müssen sich selbst motivieren und organisieren. Die Anwendungen verfolgen daher teilweise spielerische Ansätze zur Wissensvermittlung, um die Auszubildenden zu motivieren.

Kompetenzportal dient als Ausgangspunkt

Ausschnitt einer Webseite mit neun Schaltflächen. Die Schaltflächen sind in Form eines Tastenfelds angeordnet. Sie sind verschiedenfarbig und mit Symbolen und Beschriftungen versehen.
Abb. 1: Das „BlendedContENT“-Kompetenzportal

Das Konzept lässt sich am Beispiel von Auszubildenden in SHK-Betrieben verdeutlichen: Den Ausgangspunkt bildet das Kompetenzportal. Hier können Auszubildende auf die Lerninhalte zugreifen. Im internen Bereich können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich in Foren austauschen und einfache Formen von Wissen vermitteln. Ein Beispiel hierfür sind zum Download angebotene Checklisten.

Lernstadt vermittelt Zusammenhänge und Anwendungswissen

Betriebe haben bestimmte Inhalte, die sie ihren Auszubildenden mitgeben möchten. Darunter fallen technisches Wissen, Hinweise zum Umgang mit der Kundin oder dem Kunden oder zum Verhalten im Betrieb. Entsprechende Inhalte gilt es praxisnah und zusammenhängend zu vermitteln: So geht es beispielsweise nicht nur darum, wie man sich bei der Kundin oder dem Kunden verhält. Relevant ist auch, warum Kundenbindung wichtig ist oder für welche Werte ein Betrieb steht.

In der „BlendedContENT“-Lernstadt wählen die Auszubildenden Kunden aus, die bestimmte Probleme haben, und müssen diese lösen. Das soll Zusammenhänge und Anwendungswissen vermitteln. Hierzu wechseln sich Dialoge zwischen Personen mit verschiedenen Formen von Übungsaufgaben ab. Der spielerische Charakter steigert die Motivation.

Zwei Screenshots aus der „BlendedContENT“-Lernstadt. Links ein Wohnviertel mit sechs Gesichtern, wobei die einzelnen Personen den verschiedenen Häusern zugeordnet sind. Rechts zwei Kollegen, die sich am morgen begrüßen.
Abb. 2: Die „BlendedContENT“-Lernstadt

Forschung und Praxis zeigen, dass Abwechslungsreichtum und Aufgabenvielfalt zentrale Erfolgsfaktoren für E-Learning im beruflichen Kontext sind. Die Lernstadt bietet den Auszubildenden hierfür eine Menge Möglichkeiten: Sie müssen richtige Antworten von falschen unterscheiden, Texte vervollständigen, Arbeitsschritte ordnen oder Fehler identifizieren.

Collage aus vier Screenshots: Die einzelnen Screenshots zeigen Beispiele für die im Text beschriebenen verschiedenen Aufgabentypen in der „BlendedContENT“-Lernstadt
Abb. 3: Aufgaben für die Auszubildenden

Individualisierte Lerninhalte garantieren Langzeitnutzen

Viele SHK-Betriebe haben eigene innerbetriebliche Abläufe und wünschen daher individualisierte Lerninhalte: Dazu gehört es, dass der oder die Ausbildungsverantwortliche konkret mit Namen auftaucht oder spezielle Regeln des Betriebs enthalten sind. Das ist über den Lernstadt-Web-Editor möglich. Ohne Vorkenntnisse können Unternehmen hier Bilder, Aufgaben und Dialoge verändern. So ist es möglich, das Smartphone-Foto des neuen Firmenwagens direkt in eine Situation in der Lernstadt einzubinden.

Screenshot: Web-Editor der „BlendedContENT“-Lernstadt
Abb. 4: Der Web-Editor der Lernstadt

Der Web-Editor soll auch kleinen Betrieben ohne großen finanziellen Aufwand ermöglichen, Inhalte zu individualisieren und langfristig zu nutzen. Auch können die Beteiligten eigene Erfahrungen in der Lernstadt in Form neuer Kundensituationen hinterlegen. Dieses Prinzip der Peer Creation kann Inhalte auf hohem Niveau produzieren – das hat die Forschung des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik gezeigt. Neben Lernstadt und Kompetenzportal entwickelt das Projekt zudem verschiedene Apps und Web Based Trainings. Infos hierzu finden Sie auf der Projektwebseite: www.blendedcontent.de.