CeBIT 2017: Intelligente Assistenzdienste für die Notfallversorgung

Bildungsministerin Johanna Wanka besucht den Stand des BMBF-geförderten Projekts ALINA auf der CeBIT 2017 in Hannover

Auf der CeBIT 2017 in Hannover hat das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt A.L.I.N.A. seine Arbeit anhand eines Exponats vorgestellt.

Ziel des Projekts ist es, intelligente Assistenzsysteme für die nicht-akademischen Berufsgruppen in der Notfallmedizin, Pflegekräfte und Notfallsanitäter, webbasiert via mobiler Endgeräte für ihre berufliche Tätigkeit im gesamtem Verlauf der präklinischen und klinischen Notfallversorgung zur Verfügung zu stellen. Der Nutzung von Methoden und Verfahren der Künstlichen Intelligenz kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Auf diese Weise soll die kontinuierliche berufliche Fort- und Weiterbildung in situ, das heißt im konkreten Notfall, unabhängig von Zeit und Ort maßgeblich unterstützt werden.

Das Projekt, das im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ gefördert wird, ist ein Verbundprojekt und steht unter der Leitung der Interdisziplinären Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen (Prof. Dr. S. Blaschke). Es wird in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik der UMG (Prof. Dr. O. Rienhoff) und den Verbundpartnern Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (Prof. Dr. C. Igel), dem GECKO Institut der Hochschule Heilbronn (Prof. Dr. Martin Haag) und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Klinik für Unfallchirurgie (Prof. Dr. F. Walcher) durchgeführt.

Nach einer detaillierten Prozessanalyse und Erhebung des Informationsbedarfs sind in Kooperation mit den technologischen Partnern des Projekts (DFKI, HHN) die Assistenzdienste, das heißt Informations-, Prozess-, Kollaborations-, Gerätedienste und andere, programmiert worden und stehen nunmehr auf den mobilen Endgeräten (Tablets) zur Verfügung. In Kürze startet in den beiden Modellkliniken (UMG, UKH) und den angeschlossenen Rettungsdienstkreisen die Erprobungsphase. In dieser Projektphase werden Akzeptanz, Usability und Utility sowie der Lernzuwachs, der durch den Einsatz der Assistenzsysteme erzielt werden kann, wissenschaftlich evaluiert.

Exponat des BMBF-geförderten Projekts ALINA auf der CeBIT 2017

Für die CeBIT 2017 hat das Projekt ein eigenes Exponat (Abbildung 1) entwickelt: Im Zentrum des Demonstrators steht ein klassisches notfallmedizinisches Einsatzszenario der kardiopulmonalen Reanimation. Mit Hilfe eines Patientensimulators (SimMan3G von Laerdal) wurde ein derartiges Szenario programmiert.

Der Messebesucher wird dabei in die Situation des Rettungsdienstes beziehungsweise der Notfallpflegekraft in der Notaufnahme versetzt und mit Hilfe des Assistenzdienstes „Kardiopulmonale Reanimation“ strukturiert durch den Algorithmus der Reanimation geleitet. Dabei werden aus den erforderlichen medizintechnischen Geräten und dem Patientensimulator zeitgleich relevante Daten ermittelt, die dem Messebesucher ein Feedback über die Effektivität der Maßnahmen vermitteln. Darüber hinaus ermöglichen die Assistenzsysteme auf der Basis etablierter Verfahren der künstlichen Intelligenz in Abhängigkeit von dem vorhandenen Kompetenzniveau des Anwenders entsprechend adaptierte Lerninhalte anzuzeigen.

Bildungsministerin Johanna Wanka lässt sich auf der CeBIT 2017 das Exponat des BMBF-geförderten Projekts ALINA erklären

Das Exponat des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt A.L.I.N.A. stößt am Stand des DFKI auf ein großes Interesse bei Messebesuchern unterschiedlichster Branchen, etwa der IT-, Digital- und Bildungswirtschaft sowie aus Gesundheitswesen und Medizin.

Zum Auftakt der CeBIT 2017 wurde das Funktionsspektrum der KI-basierten Assistenzdienste der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Prof. DR. J. Wanka, im Beisein des CEO und wissenschaftlich-technologischen Direktors des DFKI, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Wahlster demonstriert (Abbildung 2).

Bildnachweis: Projekt A.L.I.N.A.