"Die Ergebnisse bestätigen meine Initiative für einen Digitalpakt Schule"

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka im Portrait

Mit dem Monitor Digitale Bildung erhebt die Bertelsmann-Stiftung den Stand des digitalisierten Lernens in verschiedenen Bildungssektoren. Die insgesamt dritte Auflage der Studie ist am 15. September veröffentlicht worden. Zu ihren Ergebnissen hat sich Bundesbildungsministerin Johanna Wanka in einer Pressemitteilung geäußert.

Mit dem Monitor Digitale Bildung liefert die Bertelsmann Stiftung eine umfassende und repräsentative Datenbasis zum Stand des digitalisierten Lernens in den verschiedenen deutschen Bildungssektoren (Schule, Ausbildung, Hochschule und Weiterbildung). Für die aktuelle Studie wurden rund 2.000 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitungen sowie Experten aus Politik und Verwaltung befragt. Sie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es bei dem Einsatz digitaler Medien im Bildungssektor noch ein "konzeptionelles sowie technisches Vakuum" gebe. Zwar hielten die Schulleitungen den digitalen Wandel für unaufhaltsam, dennoch würden selbst etablierte Medien wie YouTube, Wikis oder PowerPoint nur gelegentlich im Unterricht eingesetzt werden. "Schule nutzt das pädagogische Potenzial des digitalen Wandels noch nicht", sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Ihre Zurückhaltung beim Einsatz digitaler Medien begründeten die Lehrerinnen und Lehrer - laut Monitor Digitale Bildung - vor allem mit technischen Rahmenbedingungen. 74 Prozent kritisieren in diesem Zusammenhang die unzuverlässige Medientechnik, 67 Prozent fürchten zu hohe Kosten für Hard- und Software. 62 Prozent der Befragten vermissen an ihrem Arbeitsplatz einen professionellen IT-Support. Nur jeder Dritte ist mit der WLAN-Qualität zufrieden, jeder Fünfte gibt sogar an, an seiner Schule gebe es gar kein WLAN. Auch ungeklärte Lizenz- und Datenschutzfragen werden von 58 Prozent der Pädagogen und Pädagoginnen als wesentliche Hürden benannt.

"Die Lehrkräfte fühlen sich ausgebremst"

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, hat sich in einer Pressemitteilung wie folgt zu der Studie der Bertelsmann-Stiftung geäußert: "Die Ergebnisse des Monitors Digitale Bildung bestätigen meine Initiative für einen Digitalpakt Schule. Die Lehrkräfte fühlen sich durch eine ungenügende IT-Infrastruktur ausgebremst und haben Schwierigkeiten, passgenaue digitale Bildungsmedien zu finden. Ich bin mir mit meinen Kolleginnen und Kollegen in den Ländern einig: Mit dem Digitalpakt Schule tun wir den entscheidenden Schritt, um das Engagement der Lehrkräfte in der digitalen Bildung zu stärken. Wir wollen die IT-Infrastrukturen flächendeckend ausbauen, die Lehrkräfte besser qualifizieren und für die Entwicklung entsprechender pädagogischer Konzepte sorgen. Unser gemeinsames Ziel ist es, allen Schülerinnen und Schülern gute digitale Bildung zu vermitteln."

Bildnachweis: BMBF