Digitalisierung der Berufsschulen: BvLB fordert Gesamtstrategie und Qualifizierungsoffensive

Unterrichtssitutaion mit Tablets bei Blick über Schulter

Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) mahnt fehlende Fortschritte beim Thema "Digitalisierung der beruflichen Schulen" an. Der Unterricht im digitalen Zeitalter könne nur funktionieren, wenn Medienerziehung für die Schülerinnen und Schüler in allen beruflichen Schulen als fachübergreifende Aufgabe wahrgenommen werde.

"Ohne die systematische Vermittlung eines sicheren, kompetenten und reflektierten Umgangs mit neuen Medien besteht die Gefahr, dass die Risiken dieser ihren Chancen überwiegen. Digitale Medien müssen sinnvoll in den Unterricht eingebunden werden, wenn sie eine positive Wirkung entfalten sollen", so der BvLB-Bundesvorsitzende Joachim Maiß in einer Pressemitteilung vom 29. Oktober 2018.

Der zweite Bundesvorsitzende des BvLB, Eugen Straubinger, fordert das Primat der Pädagogik vor der Technologie: "Digitale Medien sind ein Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck. Es dürfen nicht nur technische Fertigkeiten vermittelt werden, sondern der kritisch konstruktive Umgang mit digitalen Medien. Das sei nur möglich, wenn Lehrkräfte durch eine entsprechende Qualifizierung in die Lage versetzt werden, kompetent mit digitalen Medien umzugehen und diese sinnvoll im Unterricht einzusetzen. Wir brauchen Fortbildungen."

Maiß fordert zudem eine Modernisierung der Ausstattung der Schulen mit zeitgemäßen Arbeitsmitteln. Dazu zähle neben der Bereitstellung mobiler Endgeräte und internetgestützter Lernplattformen auch der Ausbau glasfaserbasierter Breitbandnetze.

"Das deutsche Berufsbildungssystem schafft individuelle Chancen und Lebensperspektiven. Die Attraktivität der beruflichen Bildung muss weiter gestärkt werden und ich hoffe, dass zusammen mit den Bundesländern mehr in die sächliche und personelle Ausstattung der beruflichen Schulen investiert wird", so Straubinger.

Bildnachweis: Thinkstock (monkeybusinessimages)