"Digitalisierung wird vielen Menschen eine sichere Chance geben"

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Der Bundestag hat sich unlängst mit der Zukunft der beruflichen Bildung in Deutschland befasst. Im Parlament hielt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka eine Rede, in der sie die Digitalisierung als "große Herausforderung" für Bund und Länder identifizierte.

Zwar seien die Länder originär für das Thema digitale Bildung zuständig, doch sei offenkundig, dass die Berufsschulen den größten Nachholbedarf hinsichtlich der technischen Ausstattung haben, so die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, am 17. Mai in Berlin. Ihr Lösungsvorschlöag trägt den Namen "Digitalpakt".  Er steht für Investitionen im Milliardenbereich, durch die die rund 40.000 Schulen in Deutschland ab 2018 - binnen fünf Jahren - für digitale Bildung fit gemacht werden sollen. Als Grundlage soll es in Kürze eine Bund-Länder-Vereinbarung geben.

Digitalpakt "einzige Chance, dass wir es vollfinanziert bekommen"

"Wir vonseiten des Bundes geben richtig Geld, um alle 40.000 Schulen und insbesondere die Berufsschulen zu erreichen, aber unter der Bedingung, dass die Pädagogik Priorität haben muss. Das Ganze macht nur Sinn, wenn geklärt ist, was die Länder leisten und wie im Rahmen von Lehrerbildung, Lehrerfortbildung die Akzeptanz bei Lehrern für diese Aufgabe erzeugt werden kann", so Wanka im Bundestag. Die Ministerin weiter: "Zunächst gab es bei den Ländern keine große Begeisterung. Sie hatten zwar in der Kultusministerkonferenz eine Digitalstrategie entwicklet, die in vielen Punkten auch sehr klug ist, aber es waren keine länderübergreifenden Maßnhamen dabei, die für einheitliche Standards sorgen und die die Finanzierung sichern." Mittlerweile, so Wanka, habe man jedoch "mehrere Runden gedreht" und sei fast fertig mit den Eckpunkten eines Digitalpaktes. "Darüber bin ich sehr froh. Das ist die einzige Chance, dass wir es vollfinanziert bekommen", stellte die Ministerin im Bundestag klar.

Menschen mit Handicaps Berufsausübung ermöglichen

Zur Veranschaulichung der Bedeutung digitaler Medien in der beruflichen Bildung berichtete Wanka anschließend von zwei Stationen ihrer Frühjahrsreise 2017, auf denen sie das Projekt Via4all in Hannover sowie das Schiffer-Berufskolleg "Rhein" in Duisburg besuchte. "Ein Punkt, der mich bei der Digitalisierung besonders beeindruckt hat und den ich vorher so nicht erwartet hatte, ist folgender: Es war mir natürlich klar, dass man nur noch den Arm heben muss, um einen Roboter zu veranlassen, schwere Dinge zu heben. (...) Aber es bietet auch für Menschen mit körperlichen Handicaps eine Möglichkeit der Berufsausübung", so die Ministerin. In den Hannoverschen Werkstätten habe sie zum ersten Mal die Möglichkeit gesehen, Menschen mit geistigem Handicap - mit den Mitteln der Digitalisierung - ein Berufsleben zu ermöglichen, das zuvor nicht möglich gewesen wäre.

Über ihren Besuch in Duisburg sagte Wanka: "Die Binnenschiffer sind in der Regel nicht stationär tätig, sondern viel auf ihren Schiffen unterwegs. Die Weiterbildung und berufliche Bildung mittels Digitalisierung eröffnet ihnen Chancen, die sie noch nie hatten. Das wird das ganze Berufsbild und die Qualifizierung dort verändern"

Wanka schloss ihre Rede mit den Worten: "Ich denke, es sollte uns alle freuen, dass die Digitalisierung - wir müssen natürlich auch über die Probleme, Geld und anderes reden - gerade im Bereich der beruflichen Ausbildung vielen Menschen eine sichere Chance geben wird."

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