Dokumentation 5. BIBB-Tagung „Digitale Medien – analoge Wirklichkeiten“ – 02.06.2016

Plenum der 5. BIBB-Tagung „Digitale Medien – analoge Wirklichkeiten“ am 2. Juni 2016 in der EDEKA Zentrale in Hamburg; Foto: Ulrich Schaarschmidt, Copyright: EDEKA Zentrale AG & Co. KG

Wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien für die Aus- und Weiterbildung in kaufmännischen Berufen sind, erlebten die Teilnehmenden der 5. BIBB-Tagung „Digitale Medien – analoge Wirklichkeiten“ am 2. Juni in Hamburg.

Bereits zum fünften Mal veranstaltete das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die Tagung der Reihe „Digitale Medien – analoge Wirklichkeiten“. In diesem Jahr fand die Veranstaltung in Kooperation mit der EDEKA Zentrale in Hamburg statt.

Im Fokus der Tagung standen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien für die Aus- und Weiterbildung in kaufmännischen Berufen. Rund 130 Fachleute aus ganz Deutschland nahmen an der von Michael Härtel (Leiter Arbeitsbereich 3.2 im BIBB) und Olaf Stieper (Geschäftsbereich Bildungswesen EDEKA) moderierten Konferenz teil.

In seiner Keynote sprach Peter Martin Thomas, Leiter der SINUS:akademie, darüber, wie sich Jugendliche in der digitalen Welt bewegen. Dabei verwies er unter anderem auf die im April dieses Jahres erschienene SINUS-Jugendstudie „Wie ticken Jugendliche“ und machte mit zahlreichen Beispielen deutlich, wie die „mediatisierten“ Lebenswelten von Jugendlichen in Deutschland inzwischen aussehen und welche dominierende Rolle die über Smartphones und Tablets getragene Kommunikation und der Informationsaustausch darin spielt.

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in vier parallel stattfinden Workshops praxisnahe Anwendungsmöglichkeiten mit digitalen Medien selbst erproben.

Mit „BLok“ und „Flexible Learning“ stammten zwei der vier vorgestellten Projekte aus dem Förderprogramm „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), dessen Ziel es ist, die Potenziale für das Lehren und Lernen mittels digitaler Medien zu heben, hierdurch die berufliche Aus- und Weiterbildung zu stärken und letztlich attraktiver zu machen. In ihrem Grußwort betonte Kornelia Haugg, Leiterin der Abteilung „Berufliche Bildung, Lebenslanges Lernen“ im BMBF, wie wichtig es ist, Bildungsprozesse mithilfe digitaler Medien zu gestalten.

Im Auftrag des BMBF begleitet das BIBB das Förderprogramm „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ fachlich. Dazu gehört auch, die Nutzung und den Transfer von Projektergebnissen in die Berufsbildungspraxis gezielt zu fördern, etwa mit praxisnahen Veranstaltungen.

Gabriele Lehmann und Dr. Kerstin Baumgarten von der Zentralstelle für Berufsbildung im Handel (zbb) stellten die im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt „Flexible Learning“ entstandene Online-Plattform „MyFlexnet“ vor. Aus den insgesamt 140 betrieblichen Handlungssituationen konnten die Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer einige E-Learning-Module selbst durcharbeiten, beispielsweise ein Lernszenario zum Thema Marketing im 1. Ausbildungsjahr zum/zur Kaufmann/-frau im Einzelhandel.

Andreas Ueberschaer vom BPS Bildungsportal Sachsen präsentierte das Online-Berichtsheft BLok, das aus dem gleichnamigen, vom BMBF geförderten Verbundvorhaben, entstanden ist. Herr Ueberschaer vermittelte Informationen zum Entstehungshintergrund des digitalen Ausbildungsnachweises für duale Ausbildungsberufe und erläuterte anschaulich die Vorzüge des BLoks: die transparent strukturierte Dokumentation der jeweiligen Lernzielfortschritte, die Stärkung der Selbstverantwortung und das Anstoßen von Reflexionsprozessen. Im Anschluss an die Präsentation nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, einzelne Funktionen des Online-Berichtshefts selbst auszuprobieren.

Auf einer in Zusammenarbeit mit EDEKA stattfindenden Tagung durfte ein Workshop aus der Ausbildungspraxis des Einzelhändlerverbunds nicht fehlen. Andreas Rubbel, Leiter Digitale Lernmedien der EDEKA AG, seine Kolleginnen Romina Seifert und Jule Herden sowie Christian Kiefer, Geschäftsführer der Mobile Learning Labs GmbH, zeigten am Beispiel der App „Quizzer“, welche Möglichkeiten Game Based E-Learning bietet. In Kleingruppen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst erfahren, wie mit der Quizzer-App Wissensvermittlung Spaß macht. In einem Wettbewerb traten einzelne Gruppenmitglieder gegeneinander an, konnten Fragen aus einem ausgewählten Fragenkatalog beantworten und Punkte sammeln. Beim anschließenden Austausch war man sich einig, dass die spielerischen Anwendungen besonders zur Festigung des Wissens, zur Nachbereitung des Unterrichts und zur Prüfungsvorbereitung geeignet sind.

Susanne Krey-de Groote, Studiendirektorin am Berufskolleg an der Lindenstraße, Köln, und Laura Lücker, Pädagogische Referentin bei der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik GmbH (DLGI) stellten das Projekt BeMeKo, „Berufsbezogene Medienkompetenz“, vor: Ausbildungspersonal mit umfassender Medienkompetenz – das fordert die Neuordnung des Ausbildungsberufes Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Im Anwenderworkshop „Berufsbezogene Medienkompetenz“ wurde das Konzept im Allgemeinen sowie verschiedene Lernbausteine demonstriert, welche entwickelt wurden, um betrieblichen und berufsschulischem Ausbildungspersonal die hierfür erforderlichen IT-Kenntnisse zu vermitteln.

In der von Wilfried Malcher, Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), moderierten Panelrunde diskutierten Prof. Dr. Jens Siemon (Universität Hamburg), Andreas Rubbel (EDEKA AG), Jana Holtze (OTTO GmbH) und Rainer Schulz (Hamburger Institut für Berufliche Bildung; HIBB), welche Bedeutung und Auswirkung die Digitalisierung für die Aus- und Weiterbildung in kaufmännischen Berufen hat. Furkan Günay, Auszubildender bei EDEKA Niemerszein in Hamburg, berichtete von seiner Erfahrung zum Einsatz digitaler (Lern-)Medien in Berufsschule und Betrieb.

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