ESF-Begleitausschuss besucht Projekt EPICSAVE

Notfallsanitäter mit VR-Datenbrille

Wie können Notfallsanitäterinnen und -Sanitäter auf Notfälle vorbereitet werden, die eigentlich nicht trainierbar sind? Eine Antwort gibt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt EPICSAVE, das ein auf virtueller Realität (VR) basierendes Training entwickelt hat.

Logo Projekt EPICSAVE

Konzipiert als Serious Game stellt EPICSAVE Anwenderinnen und Anwender vor die Herausforderung, seltene Notfälle wie den anaphylaktischen Schock zu behandeln und dabei auf dynamische Veränderungen eines kollaborativen VR-Szenarios zu reagieren. Aspekte wie Immersion und Gamification sorgen dafür, dass die Inhalte als real empfunden werden und gleichzeitig jenes Maß an Stress erzeugen, mit dem sich Rettungskräfte auch bei tatsächlichen Einsätzen auseinandersetzen müssen. Im Angesicht von am Computer erstellten Patientinnen und Patienten müssen komplexe Handlungsfolgen ebenso sicher beherrscht werden wie in der Realität. Falls nicht, verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Spielfiguren zusehends und der Einsatz an der virtuellen Notfallstelle endet im Desaster.

Prof. Dr. Jonas Schild in Hörsaal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg vor Mitgliedern des ESF-Begleitausschusses
Prof. Dr. Jonas Schild (li.) und weitere Projektverantwortliche stellten dem ESF-Begleitausschuss das Projekt EPICSAVE an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg vor. Foto: BIBB

Das Projekt EPICSAVE initiiert hat der Notfallmediziner Dr. Thomas Luiz vom Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering (Fraunhofer IESE) in Kaiserslautern. Das Institut ist für die fach- und mediendidaktische Konzeption des Vorhabens verantwortlich und Teil eines Konsortiums, dem ferner die Hochschule Hannover, das Ausbildungszentrum Wetzlar des Malteser Hilfsdienstes, die Akademie für Notfallmedizin der Falck Rettungsdienst und G.A.R.D gGmbH in Hamburg sowie die TriCAT GmbH angehören. Die Koordination hat die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg übernommen.

Am 20. November 2019 hat der Begleitausschuss des ESF im Programm „Förderung von Digitalen Medien in der beruflichen Bildung (DIMEBB 2)“ EPICSAVE an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin besucht. Moderiert von Prof. Dr. Jonas Schild vom Institut für Visual Computing wurden die Mitglieder des Begleitausschusses durch einen Nachmittag geführt, an dem sie sich mit den Projektverantwortlichen austauschen und die EPICSAVE-Anwendung selbst ausprobieren konnten. Dabei wurden u.a. Parallelen zum Simulationstraining in der Luftfahrt gezogen, das sich bewährt hat und für den medizinischen Bereich vorbildhaft sein kann, wie Dr. Thomas Luiz (Fraunhofer IESE) betonte.  

Der Eu­ro­päi­sche So­zi­al­fonds (ESF) wurde mit Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1957 ins Leben gerufen und ist das wich­tigs­te In­stru­ment der Eu­ro­päi­schen Uni­on zur För­de­rung der Be­schäf­ti­gung in Eu­ro­pa. Er ver­bes­sert den Zu­gang zu bes­se­ren Ar­beitsplät­zen, bie­tet Qua­li­fi­zie­rung und un­ter­stützt die so­zia­le In­te­gra­ti­on.

Projekt ViTAWiN knüpft an EPICSAVE an

In einem ca. 5 Minuten langen Video, das im Februar 2019 veröffentlicht wurde, stellt sich das Projekt EPICSAVE vor und zeigt auf, wie die berufliche Bildung mittels VR-Technologie vorangetrieben werden kann:

Das Projekt EPICSAVE ist im Zeitraum März 2016 bis Februar 2019 von BMBF und ESF gefördert worden. Das im März 2019 gestartet Projekt ViTAWiN, das vom BMBF im Rahmen des Programms "Förderung von Forschungsprojekten zur Virtuellen und Erweiterten Realität (VR/AR) in der beruflichen Bildung" gefördert wird, baut auf EPICSAVE auf. Darin wird eine augmentierte Lern- und Trainingsumgebung entwickelt, die Krankheitssymptome auf haptische Trainingspuppen abbildet und es somit ermöglicht, komplexe Entscheidungssituationen äußerst realitätsnah zu simulieren.

Bildnachweis: © BMBF (Alexandra Roth) / Grafik: © EPICSAVE