Förderung von „Inklusion durch digitale Medien in der beruflichen Bildung“

Stichtage für die Einreichung von Projektskizzen sind der 31. März 2017 oder der 15. Juli 2017.

Informationen zum Programm

Die Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen steht im Mittelpunkt der Aktivitäten zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen („Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ von 2006). Die aktive und gleichberechtigte Teilnahme am Berufs- und Arbeitsleben stellt hierbei einen wesentlichen Bestandteil dar. Daher gilt es, die Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu verbessern und diese bei der Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu begleiten und zu unterstützen.

Die berufliche Aus- und Weiterbildung nimmt beim Zugang zum Arbeitsmarkt nach wie vor eine zentrale Rolle ein. Unternehmen („Lernort Betrieb“) und berufsbildende Schulen bilden die tragenden Säulen und werden durch über- und außerbetriebliche Einrichtungen flankiert. Die bereits generierten Angebote der Aus- und Weiterbildung sind jedoch nicht immer auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgelegt.

Digitale Medien können dazu beitragen, individuelle Bildungspotenziale zu erschließen und vorhandene Qualifikationen mit Blick auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes auszubauen. Die Verbindung beruflicher Aus- und Weiterbildung mit der Nutzung digitaler Medien für Bildungsprozesse bietet erhebliche Potenziale, um Menschen mit Behinderungen in ihren Bestrebungen nach einer selbstbestimmten und selbstständigen Teilhabe am Arbeitsmarkt zu qualifizieren und zu befähigen. Digitale Medien erweitern das Kompetenzprofil und eröffnen somit Partizipationsmöglichkeiten in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht.

Das Lernen mit digitalen Medien weist eine hohe zeitliche und räumliche Flexibilität auf. Digitale Medien ermöglichen es, Bildungsangebote an besondere visuelle, auditive und haptische Bedürfnisse anzupassen. Diese Eigenschaft macht sie für den Lehr- und Lernprozess von Menschen mit körperlichen, geistigen oder Sinnes-Behinderungen besonders wertvoll. Dazu gehören zum Beispiel digital gestützte Lernmodule für bestimmte Branchen und Gewerke, die im Rahmen der dualen Ausbildung zum Einsatz kommen können.

Durch digitale Medien können diese Menschen auf Lernangebote zurückgreifen, die ihnen ansonsten nicht zur Verfügung stünden. Nicht zuletzt bieten digitale Medien durch die Möglichkeiten des vernetzten Arbeitens und Lernens einen innovativen Weg, um ein gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Behinderungen zu fördern und somit zur Stärkung einer inklusiven Grundhaltung in der Gesellschaft beizutragen.

Digitale Medien können helfen, existierende Hürden beim Übergang von Schule zum Beruf zu überwinden und bei der Gewinnung neuer beruflicher Perspektiven für Menschen mit Behinderungen mitzuwirken. Die Rahmenbedingungen des Lernens in den Bildungsinstitutionen auf lokaler und regionaler Ebene können durch digitale Medien stärker auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet werden.

Mit der vorliegenden Förderrichtlinie „Inklusion durch digitale Medien in der beruflichen Bildung“ sollen Menschen mit Behinderungen durch den innovativen Einsatz digitaler Medien beim Erlernen und langfristigen Ausüben einer beruflichen Tätigkeit unterstützt werden. In Einrichtungen der beruflichen Bildung sowie in Unternehmen bestehende Barrieren, die für die Bildung und Qualifikation von Menschen mit gesundheitlichen, körperlichen oder geistigen Einschränkungen Hindernisse darstellen, sollen überwunden und abgebaut werden. Menschen mit Behinderungen sollen durch passende digitale Angebote dazu animiert werden, stärker Angebote der Aus-, Fort- und Weiterbildung in Anspruch zu nehmen. Unternehmen sollen überzeugt werden, Menschen mit Behinderungen auszubilden bzw. einzustellen. Die aktive und unabhängige Gestaltung der eigenen Berufsbiographie von Menschen mit Behinderungen soll gestärkt und deren Chancen am Arbeitsmarkt erhöht werden.

Mit dieser Förderrichtlinie leistet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen weiteren Beitrag zur Modernisierung der beruflichen Bildung im Rahmen seines Förderprogramms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“. Es unterstützt damit zudem die Umsetzung der Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention, des Nationalen Aktionsplans zur UN-Behindertenrechtskonvention (NAP 2.0) sowie des Bundesteilhabegesetzes. Die Ergebnisse sind in Deutschland und/oder weiteren Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz zu verwerten.