FoodWeb 2.0: Bildung in der Ernährungsindustrie

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Das Projekt entwickelt und evaluiert eine Branchen-Plattform, die es den Beschäftigten der Ernährungsindustrie ermöglicht, sich zeit- und ortsunabhängig weiterzubilden. Hierfür kommen E-Learning, Blended Learning und Web 2.0-Technologien zum Einsatz.

Grafik: Tagcloud mit zentralen Begriffen zum Einsatz von neuen Medien in der Ernährungsindustrie
Abb. 1: Tagcloud mit zentralen Begriffen zum Einsatz von neuen Medien in der Ernährungsindustrie

Web 2.0-Technologien sind schon längst im Alltag der Menschen angekommen. Blogs, Wikis oder so genanntes Filesharing dienen der Unterhaltung und der Information. Beispiele dafür sind Wikipedia, Flickr oder auch YouTube. Auch ist es möglich, diese Social Software in den Arbeitsalltag zu integrieren. Darüber hinaus stecken in den Web 2.0-Technologien gerade für die Bereiche Lernen und Weiterbildung enorme Potentiale.

Daher erprobt das Projekt „FoodWeb 2.0“ den Einsatz von Social Software im Bereich der Weiterbildung. Unter foodweb20.de entsteht ein Bildungsportal: eine innovative Lernplattform für die Ernährungsbranche. Wie viele andere Branchen auch, ist die Ernährungsindustrie von einem starken Wandel betroffen. Neue Trends und Technologien bedingen stetig wechselnde Rahmenbedingungen für die Beschäftigten.

Zudem zeichnet sich insbesondere diese Branche durch eine starke Heterogenität in der Qualifizierung und Ausbildung aus. Diese erschwert es zusätzlich, dem bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Daraus ergeben sich für Aus- und Weiterbildungsanbieter neue Anforderungen. Diese bestehen darin, die Akzeptanz und die Bereitschaft für die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen für die unterschiedlichen Zielgruppen der Ernährungsindustrie zu fördern. Dazu zählen Führungskräfte, Beschäftigte sowie Produktionsmitarbeiter.

Selbstorganisierte und kooperative Lernprozesse fördern

Foto: Auszubildende in der Lebensmittelindustrie
Abb. 2: Auszubildende in der Lebensmittelindustrie (Foto: ©ZDS)

Auf der „FoodWeb 2.0“-Plattform nutzt das Projektteam Social Software dazu, die Angebote der am Projekt beteiligten Weiterbildungsinstitutionen mit Web 2.0 zu ergänzen. Dadurch sollen die Weiterbildungsangebote für die unterschiedlichen Zielgruppen an Attraktivität gewinnen. Beteiligte Projektpartner sind das Lebensmittelinstitut KIN e. V. (KIN), das Berufsfortbildungswerk Gemeinnützige Bildungseinrichtung des Deutschen Gewerkschaftsbundes GmbH (bfw) und die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft e. V. (ZDS). Darüber hinaus sieht das Konzept vor, mit Web 2.0-Funktionen selbstorganisierte und kooperative Lernprozesse zu fördern. Damit stellt die Plattform nicht nur konventionelles E-Learning zur Verfügung, sondern vor allem Interaktions- und Kollaborationsfunktionen.

„Ein weiterer Vorteil ist die Kommunikation unter den Teilnehmern, die einen informellen Erfahrungsaustausch ermöglicht, der indirekt auch zu neuer Wissensbildung und möglicherweise zu Innovationen führen kann“, so Prof. Dr. Nicole Krämer von der Universität Duisburg-Essen, die das Forschungsprojekt „FoodWeb 2.0“ leitet.

Lerninhalte dynamisch erweitern

Daher fokussiert das Projekt vor allem die Interaktion zwischen den Beschäftigten der Ernährungsbranche sowie den Aufbau einer Lern-/Wissens-Community. Die Entwicklung und Anwendung eines passenden Anreizsystems soll die Beschäftigten unterschiedlicher Unternehmen der Ernährungsindustrie dazu motivieren, daran teilzuhaben. Dadurch dass „FoodWeb 2.0“ die Zielgruppe aktiv daran beteiligt, Inhalte zu erstellen und zu erweitern, fördert es entsprechende Kompetenzen der Beschäftigten.

Lerninhalte sind nicht länger statisch, sondern entwickeln sich dynamisch zu neuem Wissen: Das geschieht dadurch, dass die Nutzenden Kommentare und Ergänzungen einfügen können. Die Integration der Web 2.0-Werkzeuge in Lernangebote der Weiterbildungsinstitutionen schult die Teilnehmenden zudem darin, die Tools zu benutzen. Ausserdem erhöht das ihre Medienkompetenz.

Aufbau der Lernplattform

Das Konzept sieht unter anderem auch vor, die vielfältigen Inhalte der Lernumgebung für die unterschiedlichen Zielgruppen einfach zugänglich zu machen. Basis der Plattform ist daher ein nutzerfreundliches und klares Navigationskonzept, das alle geplanten Inhalte und Informationen des Lernsystems vorab sinnvoll gruppiert. Auf der ersten Navigationsebene sind die Inhalte dazu in drei Hauptbereiche eingeteilt: „Informieren“, „Kommunizieren“ und „Weiterbilden“ (siehe Abbildung).

Grafik: Tagcloud mit zentralen Begriffen zum Einsatz von neuen Medien in der Ernährungsindustrie
Abb. 1: Tagcloud mit zentralen Begriffen zum Einsatz von neuen Medien in der Ernährungsindustrie

Unter der Rubrik „Informieren“ finden Benutzerinnen und Benutzer Informationen zur Lernplattform sowie zur Weiterbildung. Die Plattform zeigt hier folgende Inhalte an: „Informationen zur Weiterbildung“, „Branchen-News“, „Web 2.0 und Lernen“ sowie „Erfahrungsbeispiele“. Letzteres umfasst Erfahrungsberichte und den Austausch zu erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen. Weiterhin bietet der Bereich die „FoodWeb“-Hilfe – ein Fach-Lexikon – sowie unterhaltsame Aspekte (FoodWebFun) an.

Der Bereich „Kommunizieren“ soll die Möglichkeit zur Vernetzung und zum Austausch der Benutzerinnen und Benutzer untereinander abbilden. Er macht es möglich, Kontakte für den informellen Austausch einfach aufrechtzuerhalten.

In „Weiterbilden“ finden die Besucherinnen und Besucher Informationen der Weiterbildungsinstitutionen, Lerntipps sowie die einzelnen geschlossenen Lernbereiche. Diese erlauben es ihnen, selbstorganisiert und gemeinsam mit den anderen Besucherinnen und Besuchern zu lernen.

Potentiale von Web 2.0 ausloten

Die Plattform „FoodWeb 2.0“ schafft neue Zugänge und Lernformen für die unterschiedlichen Zielgruppen der beruflichen Qualifizierung und erhöht die Motivation für Weiterbildung. Zudem reduziert sie die Qualifizierung nicht nur auf das bisher übliche formelle Lernen, sondern unterstützt auch das informelle Lernen und den Austausch. Die Plattform bietet eine erste Möglichkeit, die Potentiale von Web 2.0 für den Bereich der Weiterbildung systematisch auszuloten.