Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Buchstaben F, A und Q auf jeweils einem kleinen Holzwürfel, Foto: takasuu/Thinkstock (alle Rechte vorbehalten)

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen sowie die entsprechenden Antworten zur Förderbekanntmachung „Transfernetzwerke Digitales Lernen in der beruflichen Bildung“.

  • Was unterscheidet die Transfernetzwerke von den bisher im Programm geförderten Verbundprojekten?

Gefördert wurden in den vergangenen Bekanntmachungen im Programm in der Regel solche Verbünde, die aus Entwicklungspartnern auf der einen und einem oder mehreren Anwendungs- oder Erprobungspartnern auf der anderen Seite bestehen. Die Bekanntmachung Transfernetzwerke zielt auf eine andere Konstellation geförderter und auch nicht geförderter Partner.

Transfernetzwerke bestehen aus gleichberechtigten Partnern, zwischen denen der Wissens- und Technologietransfer befördert werden soll und sind über einen inneren Zusammenhalt miteinander verbunden (neben dem gemeinsamen regionalen- und/oder Branchen-Bezug der Partner eine gemeinsame Zielsetzung wie zum Beispiel die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit oder die gemeinsame Bereitstellung und Nutzung von Infrastrukturen im Netzwerk.)

Die Aufgaben im Netzwerk können arbeitsteilig oder gemeinsam bearbeitet werden. Die Organisationsentwicklung im Sinne einer Professionalisierung der Bildungsarbeit zum Thema Digitales Lernen ist wichtiger Bestandteil der Netzwerkarbeit.

In fördertechnischer Hinsicht wird es sich bei den Netzwerken um Verbundprojekte handeln, in der Umsetzung sollen die Aktivitäten jedoch klar auf die hier beschriebene Vernetzung ausgerichtet sein. Ziel ist die strukturelle Verankerung von digitalem Lernen in den Unternehmen. Antragsteller und damit Partner im geförderten Verbundprojekt können alle oder auch nur einzelne Netzwerkpartner sein.

  • Wie verhalten sich Innovation bzw. Neuentwicklung und Transfer im Rahmen von Transfernetzwerken?

Die Bekanntmachung setzt auf den Transfer von im Netzwerk bestehendem Wissen bzw. bestehender Technologien zum digitalen Lernen sowie auf die Weiterentwicklung dieses Wissens bzw. dieser Technologien durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen und gemeinsames Agieren. Grundlage hierfür ist der Erfahrungsaustausch der Netzwerkpartner untereinander, die Verschaffung eines Überblicks über bestehende Ansätze und – darauf basierend – die gezielte Auswahl und Kombination von Angeboten, Technologien und Anwendungsszenarien für die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Netzwerks.

Innovationen und Neuentwicklungen (technologisch, didaktisch, organisational) sind überall dort möglich, wo sie dazu beitragen, die Bedarfe der zu adressierenden Unternehmen angemessen zu decken und deren Innovationsfähigkeit zu sichern.

  • Wie kann die Vernetzungs- und Transferstelle aufgebaut sein?

Die Vernetzungs- und Transferstelle ist nicht gleichzusetzen mit dem Verbundkoordinator, auch wenn beides vom selben Partner übernommen werden kann. Für die Organisationstruktur der Vernetzungs- und Transferstelle sind mehrere Formen denkbar. Diese kann von einer einzelnen Institution übernommen werden, oder auch  – ähnlich einer virtuellen Geschäftsstelle – durch einen Zusammenschluss mehrerer hierfür von mehreren Partnern im Netzwerk abgestellter Personen. Es ist jeweils sicherzustellen, dass die Stelle bei den Partnern im Netzwerk entsprechend positioniert ist, dass sie die notwendige Überblicksposition einnehmen kann und von allen Partnern gleichermaßen anerkannt wird. Bei bestehenden Netzwerken ist sie in bestehende Managementstrukturen im Netzwerk anzugliedern.

  • Wie können sich Bildungsdienstleister an Transfernetzwerken beteiligen?

Bildungsdienstleister gehören zu den in der Bekanntmachung benannten „Partnern der beruflichen Bildung“ und können Partner in einem Transfernetzwerk sein.

Bildungsdienstleister können die Förderung solcher Maßnahmen beantragen, die zur Kompetenzentwicklung in den Unternehmen beitragen und die diese dazu befähigen bzw. dabei unterstützen, mittels digitaler Medien ihr Personal zu qualifizieren (zum Beispiel Maßnahmen zur Qualifizierung des Ausbildungspersonals, Beratungs- und Entwicklungsleistungen zum Einsatz digitaler Medien für Zwecke der beruflichen Aus- und Weiterbildung). Gefördert werden kann die Entwicklung solcher Qualifizierungsbausteine, mit denen eine Qualifizierungslücke in den Betrieben geschlossen werden kann und die die Unternehmen selbst nicht leisten können.

Die zu entwickelnden Maßnahmen sind im Hinblick auf die Anforderungen und Bedarfe der zu adressierenden Unternehmen auszurichten und sollen dazu dienen, Strukturen aufzubauen, die dauerhaft den Einsatz von digitalem Lernen in Unternehmen zu ermöglichen. Sie sind als Baustein in einem im Netzwerk vorzusehenden Maßnahmenbündel zu sehen und entsprechend  mit anderen im Netzwerk zu entwickelnden Maßnahmen im Zusammenhang zu denken.

Die Entwicklung von Angeboten, die nicht unmittelbar auf Bedarfe der Netzwerkpartner abzielen und in wesentlichen Teilen auch auf Kunden und Partner außerhalb des Netzwerks gerichtet sind bzw. lediglich eine Erweiterung eines bestehenden Produktportfolios darstellen, können nicht gefördert werden.

  • Welche Rolle können Berufsschulen in einem Transfernetzwerk spielen?

Berufsschulen können als Partner der beruflichen Bildung Teil eines Transfernetzwerks sein. Denkbar ist zum Beispiel, dass Berufsschulen im Auftrag eines anderen Partners des Netzwerkes bzw. in Kooperation mit diesem bestimmte Aufgaben für das Netzwerk übernehmen.

  • Welche Rolle können Hochschulen und Forschungseinrichtungen in einem Transfernetzwerk spielen?

Hochschulen und Forschungseinrichtungen können in erster Linie mit Beratungsleistungen und/oder zur Sicherung der Innovationsfähigkeit des Netzwerkes (zum Beispiel Einbringen von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, abschätzen von Entwicklungstrends etc.) die Arbeiten im Netzwerk unterstützen. Grundsätzlich können sie auch Koordinator eines antragstellenden Verbundes sein, wenn sie dabei zum Beispiel auch zur Entlastung der anderen Partner im Verbund bzw. im Netzwerk beitragen können. Trotzdem muss sichergestellt sein, dass der Impuls für die Bewerbung auf die Förderung eines Netzwerkes nicht aus akademischen Erwägungen erfolgt, sondern aus dem Bedarf für ein Netzwerk wie unter 1.1 des Bekanntmachungstextes beschrieben erwächst.

  • Inwiefern ist die Einbindung von Partnern möglich, die in anderen Aktivitäten gefördert werden?

Die Einbindung von Partnern, die bereits in anderen Initiativen gefördert werden, ist grundsätzlich möglich. Dabei ist zu beachten, dass eine inhaltliche Abgrenzung zwischen den bereits geförderten und den in dieser Bekanntmachung beantragten Aktivitäten deutlich ist. Die alleinige Ausweitung bereits anderweitig geförderter Aktivitäten ist grundsätzlich nicht förderfähig. In der einzureichenden Skizze ist jeweils darzulegen, wie sich die bereits geförderten und die nun beantragten Aktivitäten voneinander abgrenzen, aber auch wie gegebenenfalls Synergien genutzt werden können.

  • Inwiefern können Großunternehmen Partner in einem geförderten Netzwerk sein?

Die Bekanntmachung zielt in erster Linie auf die Stärkung von KMU; nichtdestotrotz können auch  Großunternehmen Partner in einem geförderten Netzwerk und gegebenenfalls geförderter Partner innerhalb des Netzwerkes sein. Von besonderem Interesse sind zum Beispiel Transferleistungen für KMU.

  • Mit welcher Förderquote kann gerechnet werden?

Die Förderquote wird bei Antragstellung individuell festgelegt, in Abhängigkeit der wirtschaftlichen Interessenslage des Antragstellers und der im Projekt durchzuführenden Aufgaben.

Grundsätzlich können Hochschulen bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben geltend machen (zuzüglich 20 Prozent Projektpauschale).

Nach BMBF-Grundsätzen wird seitens der Unternehmen eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 Prozent der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt.

Eine maximale gemittelte Förderquote für den zu fördernden Verbund wird in dieser Bekanntmachung nicht vorgeschrieben. Die Beihilferegelungen der Europäischen Union sind zu beachten.

Bildnachweis: takasuu (Thinkstock)