BMBF-Roadshow in Hannover - 19.09.2018

Teilnehmerinnen SVL in Hannover

Am 19. September 2018 machte die bundesweite BMBF-Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" Halt in Niedersachsen. In Hannover brachten praxisnahe Anwenderworkshops Interessierten aus der Berufsbildungspraxis konkrete Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung näher.

Die Digitalisierung verändert die Gesellschaft mit hoher Geschwindigkeit, sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext. Diesem Transformationsprozess muss sich auch die berufliche Aus- und Weiterbildung stellen. Lerninhalte, Lernmethoden und organisatorische Rahmenbedingungen gilt es an den technologischen Fortschritt anzupassen und neue Kompetenzen sind gefordert. Um die verantwortlichen Akteure bei dieser Herausforderung zu unterstützen, fördert das BMBF mit dem Programm "Digitale Medien in der beruflichen Bildung" die Entwicklung digitaler Lehr- und Lernkonzepte. Die im Jahr 2016 gestartete Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" wirft ein Schlaglicht auf drei ausgewählte Projekte dieser Fördermaßnahme und lädt Verantwortliche aus der Berufsbildungspraxis dazu ein, die präsentierten Konzepte selbst zu erproben.

Veranstalter der Roadshow-Etappe in Hannover
Referenten und Verantwortliche der BMBF-Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" in Hannover am 19. September 2018. Foto: Iris Klöpper © BIBB

Referenten/-innen und Verantwortliche der BMBF-Roadshow am 19. September 2018 in Hannover (v.li.): Prof. Dr. Falk Howe (Universität Bremen), Georg Redekop (Innovationszentrum Niedersachsen GmbH), Christian Dominic Fehling (Bergische Universität Wuppertal), Ronny Willfahrt (Verband Druck und Medien NordOst e.V.), Dr. Maik Plischke (Innovationszentrum Niedersachsen GmbH), Katja Stamm (BMBF), Tatiana Shamarina-Heidenreich (BIBB), Astrid Steuerwald (BIBB), Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg), Michael Härtel (BIBB), Udo Petruschkat (BBZ Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis), Saskia Titz (MMBbS Hannover) und Joachim Maiß (MMBbS Hannover)

Im Jahr 2018 sind die Projekte Kfz4me, das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt und Social Virtual Learning Teil der BMBF-Roadshow. Die nunmehr dreizehnte Etappe der Reihe führte am 19. September nach Hannover. An der Veranstaltung in den Räumen der Multi Media Berufsbildende Schulen nahmen rund 70 Verantwortliche aus Betrieben, überbetrieblichen Bildungsstätten, Berufsschulen, Kammern und Bildungseinrichtungen teil. Die Teilnehmenden wurden begrüßt von Dr. Maik Plischke, Geschäftsführer der Innovationszentrum Niedersachsen GmbH, und Katja Stamm vom Referat "Digitaler Wandel in der Bildung" des BMBF.

Roadshow Hannover BMBF
Die Veranstaltung in den Räumen der Multi Media Berufsbildende Schulen Hannover richtete sich an Verantwortliche aus der Berufsbildungspraxis. Foto: Iris Klöpper © BIBB

Nach einer kurzen Einführung zu den Workshop-Inhalten nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an drei parallel stattfindenden, dreistündigen Anwenderworkshops teil. In allen Workshops stellten die Projektverantwortlichen Konzepte vor, die sich bereits in der Praxis bewährt haben, und machten so den Mehrwert digitaler Medien in der beruflichen Bildung anschaulich. Die Teilnehmenden konnten individuelle Fragen an die Referenten bzw. Referentinnen richten und sich mit ihnen über die Einsatzmöglichkeiten der Konzepte und Tools für ihr jeweiliges Berufsfeld austauschen.

Die Moderation der Veranstaltung übernahm Astrid Steuerwald vom Bundesinstitut für Berufsbildung, das die Roadshow-Etappe in Hannover im Auftrag des BMBF und in Zusammenarbeit mit der Innovationszentrum Niedersachsen GmbH durchführte.

Inhalte der Anwenderworkshops

Anwenderworkshop I: Kfz4me – Erstellung und Nutzung von Erklärvideos zur Entwicklung von Medien, Sprach- und Sachkompetenz​

RS Hannover Workshop Kfz4me
Die Workshop-Teilnehmenden in Hannover produzierten Audiodaten und beteiligten sich so beispielhaft an der Erstellung eines Erklärvideos. Foto: Iris Klöpper © BIBB

Im Projekt kfz4me produzieren Auszubildende zum KFZ-Mechatroniker eigene Erklärvideos und verbessern dabei ihre Fach- und Medienkompetenz sowie ihre Ausdrucks- und Schreibfähigkeit. Die Referenten Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg) und Udo Petruschkat (BBZ Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis) stellten den Workshop-Teilnehmenden das Konzept, auch bekannt unter dem Begriff „Designorientierung“, vor. Entstanden ist Kfz4me auf der Basis des BMBF-geförderten Projekts „Didaktische Parallelität und Lernortflexibilisierung“ (DiPaL).

Dr. Markus Schäfer Roadshow Hannover
Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg, li.) brachte den Workshop-Teilnehmenden in Hannover u.a. das didaktische Konzept, das Kfz4me zugrunde liegt, näher. Foto: Iris Klöpper © BIBB

Mithilfe eines didaktischen Konzepts bearbeiten Auszubildende bei Kfz4me fachliche Aufgaben, erstellen Fachtexte und entwickeln schließlich einen MP4-Film, der unter freier Lizenz im Internet abrufbar ist. Durch die Veröffentlichung im Internet ist das Video auch für Nachnutzungsszenarien - im Modus des „Flipped Classroom“ - verfügbar. Kfz4me integriert digitale Medien so in den Ausbildungsprozess, dass Auszubildende ihre Sach- und Sprachkompetenz entwickeln und sich mit Fragen der Mediennutzung und Mediengestaltung auseinandersetzen. Die Workshop-Teilnehmenden in Hannover konnten sich davon ein Bild machen, indem sie selbst ein Erklärvideo erstellten. Daneben wurden die Themen Datenschutz und Urheberrecht diskutiert und die Teilnehmenden bekamen Informationen zu den technischen Voraussetzungen bei der Erstellung von Erklärvideos.

Anwenderworkshop II: Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt - Dokumentation von Lernerfahrungen, Unterstützung der Lernreflexion und optionaler Online-Ausbildungsnachweis​

Dr. Falk Howe Roadshow Hannover BMBF
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops Ausbildungsportfolio in Hannover wurden u.a. von Prof. Dr. Falk Howe (Universität Bremen, 2.v.re.) an die Arbeit mit dem kostenlosen Online-Tool herangeführt. Foto: Iris Klöpper © BIBB

Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt unterstützt das Ausbildungspersonal dabei, Ausbildung arbeitsprozessorientiert und kompetenzfördernd zu planen, durchzuführen und zu überprüfen. Das Ausbildungsportfolio ermöglicht den Lernenden die Dokumentation, die Übersicht und die Reflexion des Gelernten. Dieses kostenfrei nutzbare Tool bietet darüber hinaus einen Ausbildungsnachweis, der online geführt und ausgedruckt werden kann. Es kann im betrieblichen, überbetrieblichen und schulischen Kontext eingesetzt werden.

RS Hannover Ausbildungsportfolio
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten im Workshop Ausbildungsportfolio u.a., Einträge in dem Online-Tool zu erstellen. Foto: Iris Klöpper © BIBB

In Hannover stellten Prof. Dr. Falk Howe (Universität Bremen), Dr. Christian Staden (Universität Bremen) und Vivian Harberts (Universität Bremen) den Workshop-Teilnehmenden das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt vor. Dabei erhielten sie zunächst einen Überblick über das Konzept der Kompetenzwerkstatt. Danach lernten sie in praktischen Übungen durch unterschiedliche Aufgabenstellungen den Lernbaustein Ausbildungsportfolio in seinem Funktionsumfang und Nutzen für die Ausbildung kennen.

Anwenderworkshop III: Social Virtual Learning – Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität​

Workshop SVL Roadshow Hannover BMBF
Im Workshop SVL erfuhren die Teilnehmenden, welches Potenzial und welche konkreten Einsatzmöglichkeiten die virtuelle Realität für Lernprozess bietet. Foto: Iris Klöpper © BIBB

Social Virtual Learning (SVL), das auf der Anwendung Social Augmented Learning (SAL) aufbaut, befähigt zum selbstbestimmten Lernen in einer Virtual Reality-Umgebung, die völlig neue Interaktions- und Kollaborationskonzepte ermöglicht. Es trägt so dazu bei, praxis- und arbeitsplatznahe Lernerfahrungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen - unabhängig davon, welche Maschinen an einem bestimmten Lernort verfügbar sind. Im Mittelpunkt steht das handlungsorientierte Lernen.

BMBF Roadshow Hannover Workshop SVL
Die Workshop-Teilnehmenden durften selbst in die virtuelle Realität eintauchen. Per Datenbrille wurden sie zu virtuellen Monteuren einer komplexen Druckmaschine. Foto: Iris Klöpper © BIBB

Im Workshop Social Virtual Learning bekamen die Teilnehmenden die Gelegenheit, in die Rolle eines virtuellen Monteurs zu schlüpfen, der Reparaturarbeiten an einer komplexen Druckmaschine durchführt. Den SVL-Workshop in Hannover leiteten Ronny Willfahrt (Verband Druck und Medien NordOst e.V.) und Christian Dominic Fehling (Bergische Universität Wuppertal).

Feedback

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Bildnachweis: Iris Klöpper © BIBB