BMBF-Roadshow in Köln - 10.10.2018

Roadshow-Teilnehmer in Köln

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Entwicklung und Erprobung digitaler Lehr- und Lernkonzepte in der Berufsbildung. Mit der bundesweiten Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" präsentiert es Best-Practice-Fallbeispiele. Am 10. Oktober 2018 machte die Veranstaltungsreihe Halt in Köln.

Bewährtes mit Innovativem verbinden. Vor diese Aufgabe stellt die Digitalisierung auch die berufliche Aus- und Weiterbildung. Aus diesem Grund unterstützt das BMBF mit dem Förderprogramm "Digitale Medien in der beruflichen Bildung" den digitalen Wandel im Dualen System. Konkret werden bzw. wurden in über 200 Pilotprojekten neue digitale Lehr- und Lernformate entwickelt und in der Berufsbildungspraxis erprobt (siehe Projektdatenbank).

Seit 2016 werden ausgewählte Projekte aus dem Förderprogramm "Digitale Medien in der beruflichen Bildung" im Rahmen der bundesweiten Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" präsentiert. In interaktiven Anwenderworkshops können Teilnehmende innovative Tools und Anwendungen selbst ausprobieren und sich über die Einsatzmöglichkeiten der Konzepte in verschiedenen Berufsfeldern informieren. Die Veranstaltungsreihe machte am 10. Oktober 2018 in Köln Station. In den Räumen des Berufskollegs an der Lindenstraße nahmen rund 80 Verantwortliche aus Betrieben, überbetrieblichen Bildungsstätten, Berufsschulen, Kammern und Bildungseinrichtungen an der nunmehr 14. Roadshow-Etappe teil. Sie wurden begrüßt von Angelika Riedel, Leiterin des Berufskollegs an der Lindenstraße, und Katja Stamm vom Referat "Digitaler Wandel in der Bildung" des BMBF.

Verantwortliche der BMBF-Roadshow in Köln
Referenten und Verantwortliche der BMBF-Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" am 10. Oktober 2018 in Köln. Foto: Aschoffotografie © BIBB

Veranstalter/-innen und Referenten/-innen der 14. Etappe der BMBF-Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" am 10. Oktober 2018 in Köln (v.li.): Dr. Lutz Goertz (mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH), Thomas Hagenhofer (Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien), Udo Petruschkat (BBZ Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis), Angelika Riedel (Berufskolleg an der Lindenstraße), Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg), Tatiana Shamarina-Heidenreich (BIBB), Dr. Henning Klaffke (TU Hamburg), Astrid Steuerwald (BIBB), Michael Sander (Universität Bremen), Michael Härtel (BIBB) und Katja Stamm (BMBF)

Nach einer Einführung zu den Workshop-Inhalten nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an drei parallel stattfindenden, etwa dreistündigen Anwenderworkshops teil. In allen Workshops stellten die Projektverantwortlichen Konzepte vor, die sich bereits in der Praxis bewährt haben, und machten so den Mehrwert digitaler Medien in der beruflichen Bildung anschaulich. Auf dem Workshop-Programm standen: Kfz4me, das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt und Social Virtual Learning.

BMBF-Roadshow Köln Begrüssung
An der Roadshow-Etappe im Berufskolleg an der Lindenstraße nahmen rund 80 Personen teil - mehrheitlich Verantwortliche aus der Berufsbildungspraxis. Foto: Aschoffotografie © BIBB

Die Moderation der Veranstaltung übernahm Michael Härtel vom Bundesinstitut für Berufsbildung, das die Roadshow-Etappe in Köln im Auftrag des BMBF durchführte.

Inhalte der Anwenderworkshops

Anwenderworkshop I: Kfz4me – Erstellung und Nutzung von Erklärvideos zur Entwicklung von Medien, Sprach- und Sachkompetenz

BMBF-Roadshow Köln Workshop Kfz4me
Kfz4me - von Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg, Foto) und Udo Petruschkat (BBZ Märkischer Kreis) vorgestellt - basiert auf dem Projekt DiPaL. Foto: Aschoffotografie © BIBB

Eigene Erklärvideos erstellen und dadurch die Fach- und Medienkompetenz sowie die Ausdrucks- und Schreibfähigkeit verbessern. Darum geht es im Projekt Kfz4me, das mit Auszubildenden aus dem Bereich Kfz-Mechatronik entwickelt wurde, aber problemlos auf andere Branchen übertragbar ist. In Köln stellten die Referenten Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg) und Udo Petruschkat (BBZ Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis) den Workshop-Teilnehmenden das Konzept, das auch unter dem Namen "Designorientierung" bekannt ist, vor.

BMBF-Roadshow Köln Workshop Kfz4me
Die Teilnehmenden in Köln lernten das Konzept Kfz4me u.a. dadurch kennen, dass sie an der Erstellung eines Erklärvideos beteiligt wurden. Foto: Aschoffotografie © BIBB

Mithilfe eines didaktischen Konzepts bearbeiten Auszubildende bei Kfz4me fachliche Aufgaben, erstellen Fachtexte und entwickeln schließlich einen MP4-Film, der unter freier Lizenz im Internet abrufbar ist. Durch die Veröffentlichung im Internet ist das Video auch für Nachnutzungsszenarien - im Modus des "Flipped Classroom" - verfügbar.

Kfz4me integriert digitale Medien so in den Ausbildungsprozess, dass Auszubildende ihre Sach- und Sprachkompetenz entwickeln und sich mit Fragen der Mediennutzung und Mediengestaltung auseinandersetzen. Die Workshop-Teilnehmenden in Köln konnten sich davon ein Bild machen, indem sie selbst ein Erklärvideo erstellten. Daneben wurden die Themen Datenschutz und Urheberrecht diskutiert und die Teilnehmenden bekamen Informationen zu den technischen Voraussetzungen bei der Erstellung von Erklärvideos.​​

Anwenderworkshop II: Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt - Dokumentation von Lernerfahrungen, Unterstützung der Lernreflexion und optionaler Online-Ausbildungsnachweis

BMBF-Roadshow Köln Workshop Ausbildungsportfolio
Die Teilnehmenden des Workshops Ausbildungsportfolio konnten die Funktionen des Tools selbst erkunden und jederzeit Fragen an die Referenten richten. Foto: Aschoffotografie © BIBB

Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt unterstützt das Ausbildungspersonal dabei, Ausbildung arbeitsprozessorientiert und kompetenzfördernd zu planen, durchzuführen und zu überprüfen. Das Ausbildungsportfolio ermöglicht den Lernenden die Dokumentation, die Übersicht und die Reflexion des Gelernten. Das kostenfrei nutzbare Tool bietet darüber hinaus einen Ausbildungsnachweis, der online geführt und ausgedruckt werden kann. Das Ausbildungsportfolio kann im betrieblichen, überbetrieblichen und schulischen Kontext eingesetzt werden.

BMBF-Roadshow Köln Workshop Ausbildungsportfolio
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Köln lernten im Workshop Ausbildungsportfolio u.a., Einträge im kostenlosen Online-Tool zu erstellen. Foto: Aschoffotografie © BIBB

In Köln stellten Michael Sander (Universität Bremen) und Dr. Henning Klaffke (TU Hamburg) den Workshop-Teilnehmenden das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt vor. Dabei erhielten sie zunächst einen Überblick über das Konzept der Kompetenzwerkstatt. Danach lernten sie in praktischen Übungen durch unterschiedliche Aufgabenstellungen den Lernbaustein Ausbildungsportfolio in seinem Funktionsumfang und Nutzen für die Ausbildung kennen.

Anwenderworkshop III: Social Virtual Learning – Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität​

BMBF-Roadshow Köln Workshop SVL
Im Workshop SVL durften die Teilnehmenden selbst in die virtuelle Realität eintauchen. Per Datenbrille wurden sie zu Monteuren einer Druckmaschine. Foto: Aschoffotografie © BIBB

Die Anwendung Social Virtual Learning (SVL) befähigt zum selbstbestimmten Lernen in einer Virtual Reality-Umgebung, die völlig neue Interaktions- und Kollaborationskonzepte ermöglicht. Sie trägt so dazu bei, praxis- und arbeitsplatznahe Lernerfahrungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen - unabhängig davon, welche Maschinen an einem bestimmten Lernort verfügbar sind. Im Mittelpunkt steht bei SVL, das auf der Anwendung Social Augmented Learning (SAL) aufbaut, das handlungsorientierte Lernen.

BMBF-Roadshow Köln Workshop SVL
Durch den hohen Immersionsgrad ermöglicht Social Virtual Learning authentische Lernerfahrungen an einem virtuellen Lerngegenstand. Foto: Aschoffotografie © BIBB

Im Workshop Social Virtual Learning bekamen die Teilnehmenden die Gelegenheit, in die Rolle eines virtuellen Monteurs zu schlüpfen, der Reparaturarbeiten an einer komplexen Druckmaschine durchführt. Den SVL-Workshop in Köln leiteten Dr. Lutz Goertz (mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH) und Thomas Hagenhofer (Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien).

Feedback

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Bildnachweis: Aschoffotografie © BIBB