KOLA - Kompetenzorientiertes Lernen im Arbeitsprozess mit digitalen Medien

KOLA

Das Projekt "KOLA" untersucht die Rolle, die mobile Endgeräte in der Berufsausbildung im Handwerk spielen können. Besonders interessant ist dabei die Verknüpfung der Lernorte Berufsschule, Ausbildungsbetrieb und Bildungszentrum.

Die Ziele:

Bei "KOLA" ("Kompetenzorientiertes Lernen im Arbeitsprozess mit digitalen Medien") ermöglicht eine mobile App für Smartphones Auszubildenden die schnelle Dokumentation erledigter Arbeiten auf einer Baustelle, in der Schule oder im Lehrgang. Sie dient den Azubis als Grundlage zur Darstellung und Reflexion des eigenen Lernprozesses ("Bin ich mit meiner Arbeit zufrieden?" "Wo brauche ich noch Übung oder Hilfestellung?") und den Ausbildenden einerseits als Basis für Feedback am eigenen Lernort, andererseits als lernortübergreifende Grundlage eines Dialogs und wechselseitigen Bezugs, um gemeinsam eine an den im Arbeitsprozess notwendigen Kompetenzen orientierte Ausbildung zu erreichen.

Als überall einsetzbares Werkzeug bietet die KOLA-App für den Azubi und die dazugehörige Web-Plattform (KOLA-Lernumgebung) für die Ausbildenden eine Schnittstelle für Arbeitsaufträge aus den Lernorten, Lernmaterialien zum selbstgesteuerten oder an aktuellen Arbeitsaufträgen orientierten Lernen und sozialen Funktionen für fachliche Fragen.

Die Projekt- und Anwendungspartner:

Wie sich die Integration mobiler Endgeräte als Lernwerkzeuge in die Arbeitsprozesse der Lernorte integrieren lässt, untersucht das Projekt anhand zweier Berufsschulklassen mit Auszubildenden zum Elektrotechniker (Energie- und Gebäudetechnik) am TGBBZ 1 in Saarbrücken und den zugehörigen Betrieben.

Unter Leitung der Handwerkskammer des Saarlandes deckt das Projektkonsortium die Bereiche Lerntechnologie (httc Darmstadt), Arbeitsprozessforschung (ITA Kaiserslautern) und Berufspädagogik (TU Kaiserslautern) ab und erforscht in der Anforderungsanalyse und Erprobungsphase die Möglichkeiten und Grenzen des Ansatzes und die Veränderungen, die der Technologieeinsatz in den Lernorten selbst bewirkt.

Anwendungsbeispiel:

Anhand des Lernortes "Betrieb" zeigt das folgende Szenario die Einbettung der KOLA-Lernumgebung in die Arbeits- und Lernprozesse:

  1. Der Azubi erhält einen Arbeitsauftrag über die KOLA-Lernumgebung zugewiesen.
Über die KOLA-Lernumgebung werden Arbeitsaufträge zugewiesen. Foto: KOLA

Wer den Auftrag zuweist wird sich je nach Betriebsorganisation unterscheiden:

  • Es steht schon vorher fest, welche Aufgaben der Azubi in den kommenden Tagen/Wochen bearbeiten wird: Der Ausbilder/Meister weist einen Auftrag zu.
  • Der Azubi ist einem Gesellen/Trupp fest zugeteilt, aber die Aufgaben wechseln spontan: Der Ausbildungsgeselle/Truppleiter weist den Auftrag zu.
  • Ein dringender Auftrag schiebt sich dazwischen oder der Azubi arbeitet auf Abruf, z.B. im Kundendienst: Der Azubi weist sich selbst einen Arbeitsauftrag zu.

Dabei kann auf die gemeinsamen Auftragsvorlagen zurückgegriffen werden, um die Zeit für das Anlegen von Aufträgen möglichst gering zu halten.

Um die Zeit für das Anlegen von Aufträgen gering zu halten, kann auf Vorlagen zurückgegriffen werden. Foto: KOLA
  1. Der Azubi bearbeitet den Auftrag mit Unterstützung der Lernmaterialien und Auftragsbeschreibung und hält in der KOLA-App auf seinem Smartphone seine Arbeitsergebnisse aus den einzelnen Schritten mit Fotos und Texten fest.
Der Azubi bearbeitet den Auftrag und hält in der KOLA-App seine Arbeitsergebnisse mit Fotos und Texten fest. Foto: KOLA
  1. Nach Abschluss des ganzen Auftrags bewertet der Azubi seine eigene Arbeit anhand der Selbsteinschätzungsfragen.
Nach Abschluss des Auftrages bewertet der Azubi seine Arbeit anhand von Fragen zur Selbsteinschätzung. Foto: KOLA

Jetzt steht der dokumentierte Arbeitsauftrag allen Lernorten zur Verfügung:

Im Betrieb kann der Ausbilder mit dem Azubi darüber sprechen, wie dessen Lernfortschritt ist: Wo kann der Azubi schon anspruchsvollere Aufgaben übernehmen und wo hat er noch Defizite.

Im Bildungszentrum können betriebsübergreifend unterschiedliche Herangehensweisen besprochen und Hintergründe vermittelt werden. Oder Auszubildende bringen häufig auftretende Probleme ein, die im Rahmen der Kursinhalte angegangen werden.

In der Schule kann der Lehrer auf echte Anwendungssituationen zurückgreifen um die Bedeutung der Lerninhalte aufzuzeigen und die praktischen Hintergründe und Konsequenzen des Schulstoffs zu verdeutlichen.

Der Azubi hat eine lückenlose Aufzeichnung seiner Arbeiten und kann sich auf frühere Lösungen oder in der Schule erarbeitetes Material beziehen, wenn er bei seinem aktuellen Auftrag nicht weiter weiß. Außerdem dient die Dokumentation als Basis für ein sauberes und aktuelles Berichtsheft, egal ob dieses online oder auf Papier geführt wird.