Kompetenzen entwickeln mit NetEnquiry

Einblicke in die serious mobile learning-App „NetEnquiry“ am Beispielszenario „Privatkredit Willmer“; Copyright: NetEnquiry (alle Rechte vorbehalten)

Im vom BMBF geförderten Projekt „NetEnquiry“ wird ein Mobile Learning Tool für die Bankenbranche entwickelt und erprobt. Die Software bietet eine realitätsnahe Lernumgebung mit authentischen Szenarien und Settings.

Derzeit befindet sich das Vorhaben in der Schlussphase, der Förderzeitraum endet am 31. Juli 2016. Projektleiter Prof. Dr. Marc Beutner von der Universität Paderborn hat anlässlich einer Veranstaltung im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) das NetEnquiry-Tool vorgestellt.

Im Fokus der Lernumgebung steht die betriebliche Bildung. Praxispartner des Projekts sind die Deutsche Bank mit ihrer Zentrale in Frankfurt am Main, die Sparkasse Paderborn-Detmold, die Sparkasse Vest-Recklinghausen und die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold. Mit dieser Bandbreite deckt das Projekt den Privatbankenbereich, den öffentlich-rechtlichen sowie den Bereich der Volks- und Raiffeisenbanken ab. Zu den Projektpartnern gehören außerdem Berufskollegs in Köln, Brilon und Paderborn.

Das im Projekt entwickelte Tool ermöglicht selbstständiges und kooperatives Lernen. Dabei werden Fachkompetenzen, Kommunikationskompetenzen und soziale Kompetenzen geschult. Das Tool ist modular aufgebaut und bietet den Lernenden eine kompetitive und authentische Umgebung. Die Realitätsnähe wird durch verschiedene Szenarien und Settings erreicht.

So wird etwa ein Kundengespräch für die Vergabe eines Privatkredits oder ein lombardfinanziertes Investment simuliert. Das Tool ist also je nach Setting sowohl in der Aus- als auch in der Weiterbildung einsetzbar. Die Anwenderin bzw. der Anwender stellt sich dabei die Frage, wie er oder sie kooperieren muss, um das Problem zu lösen. Innerhalb eines Szenarios kann die Dozentin oder der Dozent an Stellschrauben drehen und so den Schwierigkeitsgrad des Szenarios beeinflussen.

Die didaktische Besonderheit am NetEnquiry-Tool ist die Möglichkeit des Rollenwechsels. Im Falle der Kreditvergabe kann ein Lerner als Kundenberater agieren, einer als vorgesetzter Filialleiter und ein dritter als sachbearbeitender Kreditmanager. Diese Rollen können innerhalb des Szenarios getauscht werden, so dass verschiedene Kompetenzen geschult werden können.

Das Tool wird von allen Projektbeteiligten insgesamt sehr positiv bewertet. Nichtsdestotrotz bestehen derzeit noch einige Herausforderungen: Erstens muss die technische Kompetenz der Trainer sichergestellt werden. Zweitens sollen weitere Szenarien entwickelt und so die Möglichkeiten der Software erweitert werden. Drittens wird eine adäquate Kommunikation und ein adäquates Scoring als wichtig erachtet. Nicht zuletzt spielt auch die Einhaltung der Datensicherheit beim Mobile Learning am Arbeitsplatz eine wichtige Rolle.

Das NetEnquiry-Tool ist so aufgebaut, dass es mit anderen Inhalten ausgestatten werden kann. Dadurch ist es prinzipiell auch in anderen Branchen als dem Kreditwesen zum Lehren und Lernen einsetzbar.

Bildnachweis: NetEnquiry