Länder bekennen sich zu Digitalpakt

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Auf der 358. Kultusministerkonferenz in Stuttgart haben sich die Ministerinnen und Minister der Länder zu den Eckpunkten des "DigitalPakts Schule" bekannt. Eine Erörterung mit dem Bund steht allerdings noch aus.

Aufbauend auf den Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) zur "Bildung in der digitalen Welt" (Dezember 2016) und der "Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vom Oktober 2016 wurde im Januar 2017 eine Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung einer Bund-Länder-Vereinbarung zur Unterstützung der Bildung in der digitalen Welt beauftragt. Die nun - am 1. Juni 2017 - von der KMK in Stuttgart verabschiedeten Eckpunkte gelten in diesem Zusammenhang als erfolgsversprechender Zwischenstand. Der angestoßene Prozess, der mittlerweile den Namen "DigitalPakt Schule" trägt, soll spätestens im Dezember 2017 abgeschlossen sein.

Wie die KMK in einer Pressemitteilung erklärt, seien die in der letzten Woche festgeklopften Eckpunkte "in monatelangen intensiven Verhandlungen" zwischen Bund und Ländern auf Ebene der Staatssekretäre ausverhandelt worden. Mit ihrer Verabschiedung lägen nun die Voraussetzungen dafür vor, dass die rund 40.000 Schulen in Deutschland die vielfältigen digitalen Möglichkeiten für die Bildungs- und Erziehungsarbeit nutzen können. Der Bund stellt im Zeitraum von 2018 bis 2022 etwa fünf Milliarden Euro für den Ausbau der IT-Infrastruktur in den allgemeinbildenden Schulen, beruflichen Schulen und sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen - in öffentlicher und freier Trägerschaft - in Aussicht.

Eine Erörterung der von den Ländern verabschiedeten Eckpunkte des "Digitalpakts Schule" mit dem Bund sowie die Ausarbeitung von Detailfragen steht noch aus.

"Schulen müssen in die Lage versetzt werden, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen"

Ebenfalls im Rahmen der 358. Kultusministerkonferenz in Stuttgart veröffentlichte die Kultusministerkonferenz, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine gemeinsame Erklärung, in der gefordert wird, dass Berufsschulen für die digitale Welt gestärkt werden.  Die berufliche Bildung biete attraktive Karriereperspektiven für viele Schülerinnen und Schüler. Um das weiter zu gewährleisten, sei die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der Berufsschulen eine entscheidende Voraussetzung.

In der Erklärung von KMK, BDA und DGB heißt es: "Die Berufsschulen sind eine unverzichtbare Säule im System der dualen Ausbildung und geschätzter Partner der Ausbildungsbetriebe. Sie stehen vor großen Herausforderungen: eine heterogene Schülerschaft, ein sich verschärfender Mangel an Lehrkräften in bestimmten Fachbereichen, sich nicht zuletzt wegen der Digitalisierung rasch wandelnde Anforderungen an die Professionalität der Lehrkräfte und schulische Rahmenbedingungen sowie kontinuierlicher Modernisierungsbedarf. Es ist dringend erforderlich, bedarfsgerechte Berufsschulangebote, auch in ländlichen Regionen, zu erhalten. Die berufsbildenden Schulen müssen in die Lage versetzt werden, die beschriebenen Herausforderungen zu bewältigen und die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Dazu brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und die Unterstützung von Politik und Sozialpartnern."

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