Medienbildung und Medienintegration – Praxisbeispiele aus der beruflichen Bildung

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Auf der Pre-Conference der OEB am 2.12.2015 in Berlin stellten drei vom BMBF geförderte Pilotprojekte erste Ergebnisse und Erfahrungen zur Medienkompetenzförderung und Medienintegration in verschiedenen Kontexten der Aus- und Weiterbildung vor.

Petra Gohlke vom Elektro Technologie Zentrum Stuttgart (ETZ) stellte die Ergebnisse und Erfahrungen bei der Implementierung eines Mediennavigators in kleinen und mittleren Unternehmen dar.

Harry Wiens von der VDW Nachwuchsstiftung und Adrian Wilke, Universität Paderborn, präsentierten ihr Vorgehen bei der Entwicklung einer App, die in der Ausbildung im Maschinenbau genutzt werden kann und informierten über die geplanten mediendidaktischen Workshops für das Ausbildungspersonal.

Prof. Dr. Dorothee Meister und Dr. Anna-Maria Kamin von der Universität Paderborn stellten die von ihnen entwickelte und in Pflegeeinrichtungen erprobte Qualifizierung zum „Mediencoach für das Berufsfeld Pflege“ vor.

Lebhafte Diskussion mit vielen Anregungen

In der intensiven Diskussion im Anschluss wurde noch mal die zentrale Bedeutung der Medienkompetenz für eine erfolgreiche Medienintegration in der Aus- und Weiterbildung hervorgehoben. Eine effiziente Mediennutzung ist nur möglich, wenn digitale Medien systematisch in Arbeitsprozesse integriert werden und ihre Nutzung nicht rein zufällig oder sporadisch geschieht. Eine feste Verankerung in den organisationalen Strukturen der Betriebe und Bildungseinrichtungen setzt eine sorgfältige Prozessanalyse voraus, damit technologische Lösungen tatsächlich eine wertvolle Unterstützung bieten können. Neben der Medienkompetenzförderung kommt der Lernbegleitung eine wichtige Rolle für eine nachhaltige Medienintegration zu. Ein intensives Feedback der Tutoren und die Beibehaltung von Präsenzphasen sind für die erfolgreiche Einführungsphase entscheidend.

Darüber hinaus brachten die Teilnehmenden ihre eigenen Praxiserfahrungen mit in die Diskussion ein. Vorgeschlagen wurde von einer Teilnehmerin aus Estland die Ausbildung von sogenannten „educational  technologists“, die dort die Implementierung von digitalen Medien in Schulen und Berufsschulen begleiten und dazu beitragen, dass das Land flächendeckend in Bezug auf Einsatz und Nutzung von digitalen Medien sehr gut aufgestellt ist.

In Deutschland müssen sich die Rahmenbedingungen verbessern. Genannt wurde in diesem Zusammenhang die häufig schlechte Technikausstattung in Berufsschulen, in denen kein zusätzliches Personal für die Betreuung und Administration der Hardware und Software bereitgestellt wird. Als weitere Barriere wird der geringe Stellenwert digitaler Medien in den Ausbildungsordnungen gesehen. Das Thema „Akzeptanz schaffen“ wurde von den Diskutanten als sehr wichtig erachtet, um alle Beteiligten für eine effiziente und erfolgreiche Medienintegration in den konkreten Ausbildungs- und Arbeitsalltag zu sensibilisieren.

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