MedienNavigator für Handwerk und KMU

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Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stellt das Projekt Qualifizierungsbausteine und -instrumente bereit. Diese sollen es ermöglichen, neue Medien strategieorientiert und nachhaltig zu nutzen, ohne die Unternehmen zu überfordern.

Um mit neuen Medien Unternehmensprozesse zu unterstützen und zu implementieren, bedarf es personaler Ressourcen. Diese müssen für den Einführungs- sowie Begleitprozesse verfügbar sein und fungieren als Schnittstelle zwischen Unternehmensleitung, Angestellten und IT. KMU haben selten die Möglichkeit, für Implementierungsprojekte qualifiziertes Personal einzusetzen. Große Unternehmen hingegen können leichter auf die veränderte Marktsituation reagieren.

Folgende Handlungsfelder sind für kleine und mittlere Unternehmen relevant, um mit innovativen Medien- und Softwarelösungen einen wettbewerbsentscheidenden Vorsprung zu erreichen:

  • Wertschöpfungsprozesse und deren Steuerung
  • Kommunikation und Kollaboration unterstützt durch Medien und Software
  • die Außendarstellung als Kommunikationsprozess sowie als bewusste Darstellung des Unternehmens nach innen mit dem Ziel der Mitarbeiterbindung
  • Wissen im Unternehmen austauschen und verteilen sowie Lernen als Prozess der Wissensverarbeitung

Ziel ist es, die KMU zu befähigen:

  • die Relevanz und den Einsatz neuer Medien einzuschätzen
  • eigene Handlungsfelder zu identifizieren
  • Modelle für die eigenen Bedarfe realisieren und implementieren zu können

Die Lösung: Die Qualifzierung von „MedienNavigatoren/-innen“.

Schnittstelle zwischen Unternehmensleitung, Angestellten und IT

Grafik: Das Schaubild gibt eine grafische Übersicht über das im Text erläuterte Gesamtkonzept des MedienNavigators
Abb. 1: Gesamtkonzept MedienNavigator

Der/die MedienNavigator/-in ist eine speziell geschulte Person im Unternehmen, die als Teil der Belegschaft auf ein bereits vorhandenes Vertrauensverhältnis aufbauen kann. Sie kennt die interne Organisation und Prozesse und kann Maßnahmen besser einschätzen. Sie agiert auf allen Ebenen und hilft, das Unternehmen auf der Prozess- und Personalebene weiterzuentwickeln. Zudem fungiert sie als Schnittstelle zwischen Unternehmensleitung, Führungskräften, den IT-Beauftragten und den Angestellten.

Die Qualifizierung stellt den realen Prozess des Medienprojektmanagements im Unternehmen in den Mittelpunkt und macht ihn zum Lerngegenstand. Ein umfassendes Instrumentarium unterstützt die MedienNavigatoren/-innen dabei, neue Medien einzuführen, ohne dabei den kapazitativen Rahmen im Unternehmen zu sprengen. Dazu hat das Projekt einen Werkzeugkoffer entwickelt, der als „Rüstzeug“ für die Arbeit des/der MedienNavigators/-in dient.

Projektarbeit dient als makrodidaktische Struktur

MedienNavigatoren/-innen lernen an arbeitsintegrierten Praxisprojekten im eigenen Unternehmen. Ihr Inhalt ist von der jeweiligen betrieblichen Situation geprägt. In gemeinsamen Seminarveranstaltungen sowie individuellen Coachings bereiten sie diese vor- und nach.

Die Projektarbeit dient als erste makrodidaktische Struktur, in die unterschiedliche Methoden der Inhaltsvermittlung, der Moderation und des Coachings eingebettet sind. Diese erfordern sowohl Selbstorganisation als auch Zusammenarbeit. Dass ein Teil des Lernens arbeitsprozessintegriert stattfindet, kommt den Anforderungen der KMU entgegen: Diese können selten über einen längeren Zeitraum auf Fachkräfte verzichten.

Kombination aus selbstbestimmten und gemeinschaftlichen Lernen

Das Konzept verankert die Kollaboration als weitere wesentliche Lernform in den Kurs. Das selbstbestimmte Lernen der MedienNavigatoren und -navigatorinnen erfolgt sehr stark unter Rückgriff auf die Lerngemeinschaft. Sie erhalten Unterstützung von einem Team von Lernprozessbegleitern/-innen, Dozenten/-innen und Projektcoaches. Alle Beteiligten im „Teachingteam“ bieten verschiedene Expertisen und übernehmen festgelegte Aufgaben.

Der/die Fachdozent/-in gestaltet den Lernprozess und die Projektcoaches betreuen die Projekte vor Ort. Der/die Lernbegleiter/-in koordiniert den Lernprozess, ist Informationsschnittstelle für alle Beteiligten und betreut die Lerngruppe. Das Blended-Learning-Verfahren verknüpft Präsenzlernen, virtuelles Lernen und Selbstlernphasen miteinander.

Als Treffpunkt und Ort der Qualifizierung dient eine Lernplattform. Sie bietet Informationen rund um den Kurs, Lernmaterialien, Aufgabenstellungen sowie asynchrone Medien wie Email-, Chat-, Forum- und Blogfunktion.

Für das synchrone Lernen trifft sich die Lerngruppe regelmäßig im virtuellen Klassenraum zum Onlinetutorium. Hier steht insbesondere die Bearbeitung der Unternehmensprojekte im Mittelpunkt. Das virtuelle Klassenzimmer ermöglicht den Erfahrungsaustausch und die Kollaboration während der Selbstlernphasen.

Die Präsenzzeiten sind jenen Inhalten vorbehalten, die sich Online nur schwer umsetzen lassen oder bei denen das „Face-to-Face“ von hohem Mehrwert ist.

Werkzeugkoffer MedienNavigator

Er ist eines der zentralen Instrumente im Rahmen der Qualifizierung. Die Tools unterstützen jede Phase im Projekt mit Formularen, Vorlagen und Checklisten. Hinzu kommen ein Projekttagebuch, ein BedarfsCheck, die Projektdefinition, ein Ressourcen- und Kostenplan oder auch ein Inventarisierungstool. Den Umgang damit üben die Teilnehmenden zu Beginn der Qualifizierung, um Probleme in der Projektbearbeitungsphase auszuschließen.

Grafik: Das Schaubild gibt eine Übersicht über die Möglichkeiten des Werkzeugkoffers MedienNavigator. Es enthält Bildschirmfotos von verschiedenen Diagrammen, Tabellen und Formularen.
Abb. 2: Arbeitsbegleitendes Lernen mit Instrumenten aus dem Werkzeugkoffer MedienNavigator

Auf Wunsch können die Teilnehmenden die Tools auch ihren eigenen Bedarfen anpassen. Die eigene Variante stellen sie dann den anderen Personen im Seminar über den Werkzeugkoffer zur Verfügung. Zudem hat der Werkzeugkoffer auch dokumentarischen Wert: Er stellt die eigenen Vorgehensweisen, Arbeitsmethoden und die Dokumentation des persönlichen Lernfortschritts dar. Damit ist er „das Rüstzeug“ für die zukünftige Arbeit des „MedienNavigators“ oder der „MedienNavigatorin“.

Ziel des Projektes ist es, die Elemente des Werkzeugkoffers gründlich zu erproben und auf konkreten Erfahrungen basierende selbsterklärende Werkzeuge zu erarbeiten. Der damit verbundene hohe Aufwand soll den Werkzeugkoffer nach Projektende für möglichst viele Personen nutzbar machen.