MOLEM

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Mit dem MOLEM-Kollaborations- und Lern-Framework wurde eine Infrastruktur entwickelt, die es Kfz-Servicetechnikern ermöglicht, formal erworbenes Wissen in der Praxis aufzufrischen und durch Erfahrungen zu erweitern.

Das Projekt zielt dabei neben dem Auffrischen von Wissen in Vorbereitung auf Arbeitseinsätze an Elektrofahrzeugen vor allem auf den bedarfsorientierten Wissensaustausch zwischen Kfz-Monteuren. Da die Wissensträger für Elektromobilität meist über verschiedene Werkstätten verteilt sind, ist bei der Lösung der mobile Zugriff wichtig.

Lernen und Wissenserwerb für Monteure

Das Projektergebnis von MOLEM ist ein kontinuierlich wachsendes Lern- und Wissenssystem im Kontext der Elektromobilität, das sowohl als dediziertes System eines Kfz-Betriebs verwendet werden kann, als auch als Netzwerk zwischen unterschiedlichen Betrieben und Herstellern.

Im System werden Erfahrungen in der Praxis dokumentiert und von Experten unterschiedlichster Standorte diskutiert. Die Inhalte (zum Beispiel Dokumente, Lernvideos, Erfahrungsberichte) werden durch die Monteure, die Hersteller und die Bildungspartner bereitgestellt.

Mit mobilen Endgeräten können Nutzer jederzeit auf verteiltes Wissen rund um die Elektromobilität zugreifen. Dabei hilft das Endgerät den Arbeitskontext des Mitarbeiters zu erfassen und dies beim Bereitstellen von Wissensartefakten zu berücksichtigen. Das Wissen kann in Form von formalen Lernressourcen, Dokumenten aber auch durch Expertendiskussionen und Fehlerberichte bereitgestellt werden.

Im Bedarfsfall hat jeder Mitarbeiter so die Möglichkeit auf Elektromobilitätswissen zuzugreifen und gegebenenfalls Experten zu kontaktieren, die bei einer spezifischen Problemlösung helfen. Der Wissenszuwachs der Mitarbeiter wird dabei dokumentiert und Experten durch die Systemnutzung identifiziert. Hierüber wird das Know-how zur Elektromobilität kontinuierlich erweitert und in den Organisationen verankert.

Die MOLEM-App

Die MOLEM-App ist die meistgenutzte Schnittstelle der Servicetechniker zu den Inhalten der MOLEM-Plattform.

Nutzung der MOLEM-App via Tablet
Abbildung 1: Nutzung der MOLEM-App via Tablet

Der Nutzer kann über die MOLEM-App:

  • bei einem Wissensbedarf nach vorhandenen Informationen suchen, die zu seinem Arbeitskontext passen und die Suchergebnisse nach den verschiedenen Informationstypen der MOLEM-Plattform filtern. Dazu zählen Lernmodule, Fehlerberichte sowie Fragen und Antworten der Kollegen.
  • sofern keine Informationen zur Befriedigung seines Wissensbedarf in der Plattform vorliegen Fragen an die Kollegen stellen, diese mit Fotos oder Videos illustrieren und ihnen automatisiert Fahrzeuginformationen zuordnen,
  • Empfehlungen über zu seiner Fragestellung ähnliche Fragestellungen und deren zugehörige Antworten einsehen,
  • sich die Kontaktdaten zu Experten in dem seiner Frage zugehörigen Themengebiet anzeigen lassen, um diese zu kontaktieren,
  • eine Übersicht über die Fragen der Kollegen einsehen und eine Frage zur Beantwortung auswählen.
MOLEM-App: Suchfilter
Abbildung 2: MOLEM-App: Suchfilter
MOLEM-App: Fragen stellen
Abbildung 3: MOLEM-App: Fragen stellen
MOLEM-App: Kontaktdaten aufrufen
Abbildung 6: MOLEM-App: Kontaktdaten aufrufen
MOLEM-App: Fragen einsehen
Abbildung 7: MOLEM-App: Fragen einsehen

Zentrales Wissens-Repository

Die MOLEM-Plattform dient im Gesamtsystem als zentrales Wissens-Repository, um sowohl redaktionellen Inhalt als auch Erfahrungsberichte anzuzeigen. Über die Einstiegsseite kann man sowohl nach Inhaltskategorien navigieren als auch suchgetrieben Inhalte finden.

MOLEM-Wissens-Repository
Abbildung 8: MOLEM-Wissens-Repository

Der Zugang zu den Lernressourcen kann dann auf verschiedenen Wegen erreicht werden. So können die Ressourcen wie in einem Katalog durchstöbert (für modulares, geplantes Lernen) oder durch eine Suchfunktion (für ad-hoc-Lernen) gefunden werden. Das Suchen und Finden der Inhalte ist dabei ein zentraler Funktionsblock des Wissens-Repository, wobei die Suchfunktion mehrere Möglichkeiten anbietet, um zu den Inhalten zu gelangen. Per Freitextsuche können Nutzer auch relativ unstrukturiert nach Inhalten zu suchen.

Der Lern-Content

Die Entwicklung des Lern-Contents – Basis für die Praxiserprobung von MOLEM – wurde maßgeblich von EvoBus und der TÜV SÜD Akademie vorangetrieben. EvoBus erarbeitete ein Konzept für das Erstellen und Verwalten von Micro-Learning-Modulen speziell für die noch geringen Stückzahlen, da das Lernen basierend auf kleinen Modulen im Feld der Elektromobilität immer wichtiger wird. Die Lerninhalte, die die TÜV SÜD Akademie bereitgestellt hat, sind einerseits curricular orientiert, andererseits situationsbezogen.

Werkzeuge für das Arbeiten an HV-Fahrzeugen
Abbildung 9: Werkzeuge für das Arbeiten an HV-Fahrzeugen

Architektur des MOLEM-Systems

Das MOLEM-System besteht demnach aus einer zentralen Plattform, welche die Inhalte verwaltet, einer mobilen App, welche die Anwendungsschnittstelle für die User darstellt und weiteren Anwendungen und Plattformen der Content-Lieferanten, über die Lerninhalte erstellt, verwaltet und dem MOLEM-System verfügbar gemacht werden.

Der mobile, intelligente Client, die MOLEM-App, ist die Schnittstelle zum Anwender. Die App unterstützt bei der Kontexterkennung und ermöglicht zielgenaue Anfragen an die MOLEM-Plattform. Die Antworten der Plattform bereitet der Client bedarfsgerecht auf und unterstützt mit Kommunikationsfunktionen, zum Beispiel Benachrichtigungen.

Die MOLEM-Plattform hält unterschiedliche Inhaltstypen (Wissensartefakte) für unterschiedliche Anwendungsfälle. Diese reichen von Frage-Antwort-Posts, über lexikalische Erklärungen, Fehlerberichte, Handlungsanleitungen bis hin zu Micro-Learning-Content. Dabei können die Inhalte über eine Suche (Search-Engine) gefunden werden. Diese Suche wird auch von dem mobilen Client verwendet.

Architektur des MOLEM-Systems
Abbildung 10: Architektur des MOLEM-Systems

MOLEM-Projektpartner

Die wissenschaftliche Ausarbeitung und Implementierung der Systematik wurde dabei durch die TU Darmstadt und die Infoman AG verantwortet. Das Erprobungsumfeld wurde bei den Autohäusern Anders und Sternpartner umgesetzt. Die formalen Lernressourcen wurden durch die EvoBus GmbH und die TÜV Süd Akademie beigesteuert.