BMBF-Roadshow in München - 17.07.2018

Teilnehmer im Workshop Ausbildungsportfolio

In den Räumen der Handwerkskammer für München und Oberbayern präsentierte die bundesweite Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" am 17. Juli 2018 drei Projekte aus dem Förderprogramm "Digitale Medien in der beruflichen Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und machte sie in Anwenderworkshops praktisch erlebbar.</div>

Digitale Medien sind ein fester Bestandteil des privaten und beruflichen Lebens geworden. Auch in Bildungsprozessen spielen sie eine immer wichtigere Rolle. Der Begriff "Megathema" wird der Digitalisierung deshalb zurecht zugeschrieben, findet Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern.  Dies betonte er, als er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der bundesweiten BMBF-Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" am 17. Juli 2018 in München begrüßte. Weiter sagte Dr. Hüpers: "Die Digitalisierung beschäftigt uns an allen Ecken und Enden. Auch das Handwerk ist auf ganz unterschiedliche Weise von der Digitalisierung betroffen. Denken Sie nur an den Beruf des Zahntechnikers und die Möglichkeiten des 3D-Drucks!" 

Die Teilnehmenden der Roadshow-Etappe in München - Verantwortliche aus Betrieben, überbetrieblichen Bildungsstätten, Berufsschulen, Kammern und Bildungseinrichtungen - wurden neben Dr. Hüpers auch von Katja Stamm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) begrüßt. Sie fasste das übergeordnete Ziel der im Jahr 2016 gestarteten Veranstaltungsreihe, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des BMBF organisiert wird, in folgender Frage zusammen: "Wie können wir das Potenzial der Digitalisierung für das Lehren und Lernen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung stärken?"

Referenten und Verantwortliche der BMBF-Roadshow in München
Referenten und Verantwortliche der BMBF-Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" in München am 17. Juli 2018. Foto: Leonie Spitzauer-Peintner © BIBB

Referenten und Verantwortliche der BMBF-Roadshow in München (v.li.): Michael Sander (Universität Bremen), Thomas Hagenhofer (Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien), Christian Dominic Fehling (Bergische Universität Wuppertal), Julian Stauffenberg (TU Hamburg), Katja Stamm (BMBF), Dr. Henning Klaffke (TU Hamburg), Dr. Frank Hüpers (Handwerkskammer für München und Oberbayern), Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg Menden), Astrid Steuerwald (BIBB), Udo Petruschkat (BBZ Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis), Alexander Dietz (Handwerkskammmer für München und Oberbayern)

Die Roadshow-Teilnehmenden in der bayerischen Landeshauptstadt lernten nach einer kurzen Einführung zu den drei parallel stattfindenden Anwenderworkshops konkrete Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien im Ausbildungsalltag kennen und erhielten in den Workshops die Gelegenheit, die präsentierten Medienkonzepte selbst zu erproben. Mithilfe der Workshops erfuhren sie zudem, wie sie die präsentierten Konzepte und digitalen Produkte in ihre Arbeitsbereiche übertragen können. Zu den Best-Practice-Fallbeispielen, die im Rahmen der Münchener Roadshow-Etappe präsentiert wurden, gehörten: Kfz4me, das Ausbildungsportfolio des Projekts Kompetenzwerkstatt und Social Virtual Learning.

Die Veranstaltung in der Räumen der Handwerkskammer für München und Oberbayern richtete sich an Verantwortliche aus der Berufsbildungspraxis.
Die Veranstaltung in der Räumen der Handwerkskammer für München und Oberbayern richtete sich an Verantwortliche aus der Berufsbildungspraxis. Foto: Leonie Spitzauer-Peintner © BIBB

In allen ca. dreistündigen Workshops zeigten die Projektverantwortlichen die Mehrwerte digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung auf und stellten Konzepte vor, die sich bereits in der Praxis bewährt haben. Die Teilnehmenden konnten im  Rahmen der Workshops individuelle Fragen an die Referenten richten und sich mit ihnen über die Einsatzmöglichkeiten der Konzepte und Tools für ihr jeweiliges Berufsfeld austauschen.

Durch das Programm führte Astrid Steuerwald vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Inhalte der Anwenderworkshops

Anwenderworkshop I: Kfz4me – Erstellung und Nutzung von Erklärvideos zur Entwicklung von Medien-, Sprach- und Sachkompetenz

Der Kfz4me-Workshop in München zeigte den Teilnehmenden auf, wie Lerninhalte durch die Erstellung von Erklärvideos vermittelt werden können.
Der Kfz4me-Workshop in München zeigte den Teilnehmenden auf, wie Lerninhalte durch die Erstellung von Erklärvideos vermittelt werden können. Foto: Leonie Spitzauer-Peintner © BIBB

Im Projekt kfz4me produzieren Auszubildende zum KFZ-Mechatroniker eigene Erklärvideos und verbessern dabei ihre Fach- und Medienkompetenz sowie ihre Ausdrucks- und Schreibfähigkeit. Die Referenten Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg Menden) und Udo Petruschkat (BBZ Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis) stellten den Workshop-Teilnehmenden das Konzept,  auch bekannt unter dem Begriff „Designorientierung“, vor. Entstanden ist Kfz4me auf der Basis des BMBF-geförderten Projekts "Didaktische Parallelität und Lernortflexibilisierung" (DiPaL).

Durch die Produktion von Audiodaten wurden die Workshop-Teilnehmenden in München beispielhaft an der Erstellung eines Erklärvideos beteiligt.
Durch die Produktion von Audiodaten wurden die Workshop-Teilnehmenden in München beispielhaft an der Erstellung eines Erklärvideos beteiligt. Foto: Leonie Spitzauer-Peintner © BIBB

Mithilfe eines didaktischen Konzepts bearbeiten Auszubildende bei Kfz4me fachliche Aufgaben, erstellen Fachtexte und entwickeln schließlich einen MP4-Film, der unter freier Lizenz im Internet abrufbar ist. Durch die Veröffentlichung im Internet ist das Video auch für Nachnutzungsszenarien - im Modus des "Flipped Classroom" - verfügbar. Kfz4me integriert digitale Medien so in den Ausbildungsprozess, dass Auszubildende ihre Sach- und Sprachkompetenz entwickeln und sich mit Fragen der Mediennutzung und Mediengestaltung auseinandersetzen. Die Workshop-Teilnehmenden in München konnten sich davon selbst ein Bild machen, indem sie selbst ein Erklärvideo erstellten. Daneben wurden die Themen Datenschutz und Urheberrecht diskutiert und die Teilnehmenden bekamen Informationen zu den technischen Voraussetzungen bei der Erstellung von Erklärvideos.

Anwenderworkshop II: Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt - Dokumentation von Lernerfahrungen, Unterstützung der Lernreflexion und optionaler Online-Ausbildungsnachweis

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops Ausbildungsportfolio in München wurden schrittweise an die Arbeit mit dem kostenlosen Tool herangeführt.
Die Teilnehmenden des Workshops Ausbildungsportfolio in München wurden schrittweise an die Arbeit mit dem kostenlosen Tool herangeführt. Foto: Leonie Spitzauer-Peintner © BIBB

Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt unterstützt das Ausbildungspersonal dabei, Ausbildung arbeitsprozessorientiert und kompetenzfördernd zu planen, durchzuführen und zu überprüfen. Das Ausbildungsportfolio ermöglicht den Lernenden die Dokumentation, die Übersicht und die Reflexion des Gelernten. Dieses kostenfrei nutzbare Tool bietet darüber hinaus einen Ausbildungsnachweis, der online geführt und ausgedruckt werden kann. Es kann im betrieblichen, überbetrieblichen und schulischen Kontext eingesetzt werden.

Die Referenten gaben den Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu den Anwendungsmöglichkeiten des Ausbildungsportfolios in ihren jeweiligen Berufsfeldern zu stellen.
Die Referenten gaben den Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu den Anwendungsmöglichkeiten des Ausbildungsportfolios zu stellen. Foto: Leonie Spitzauer-Peintner © BIBB

In München stellten Michael Sander (Universität Bremen), Julian Stauffenberg (TU Hamburg) und Dr. Henning Klaffke (TU Hamburg) den Workshop-Teilnehmenden das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt vor. Dabei erhielten sie zunächst einen Überblick über das Konzept der Kompetenzwerkstatt. Danach lernten sie in praktischen Übungen durch unterschiedliche Aufgabenstellungen den Lernbaustein Ausbildungsportfolio in seinem Funktionsumfang und Nutzen für die Ausbildung kennen.

Anwenderworkshop III: Social Virtual Learning – Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität

Unter der Leitung der Referenten Thomas Hagenhofer und Christian Dominic Fehling erfuhren die Teilnehmenden im Workshop SVL, welches Potenzial die virtuelle Realität für Lernprozesse birgt.
Von Thomas Hagenhofer und Christian Dominic Fehling erfuhr man im Workshop SVL, welches Potenzial die virtuelle Realität für Lernprozesse birgt. Foto: Leonie Spitzauer-Peintner © BIBB

Social Virtual Learning (SVL), das auf der Anwendung Social Augmented Learning (SAL) aufbaut, befähigt zum selbstbestimmten Lernen in einer Virtual Reality-Umgebung, die völlig neue Interaktions- und Kollaborationskonzepte ermöglicht. Es trägt so dazu bei, praxis- und arbeitsplatznahe Lernerfahrungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen - unabhängig davon, welche Maschinen an einem bestimmten Lernort verfügbar sind. Im Mittelpunkt steht das handlungsorientierte Lernen.

Die Workshop-Teilnehmenden durften selbst in die virtuelle Realität eintauchen. Mit Datenbrille und Controllern wurden sie zu virtuellen Monteuren einer Druckmaschine.
Die Workshop-Teilnehmenden durften selbst in die virtuelle Realität eintauchen. Per Datenbrille wurden sie zu virtuellen Monteuren einer Druckmaschine. Foto: Leonie Spitzauer-Peintner © BIBB

Im Workshop Social Virtual Learning bekamen die Teilnehmenden die Gelegenheit, in die Rolle eines virtuellen Monteurs zu schlüpfen, der Reparaturarbeiten an einer riesigen und komplexen Druckmaschine durchführt. Den SVL-Workshop in München leiteten Thomas Hagenhofer (Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien) und Christian Dominic Fehling (Bergische Universität Wuppertal).

Feedback

Rückmeldungen und Anregungen sind jederzeit willkommen! Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an roadshow@qualifizierungdigital.de

Bildnachweis: Leonie Spitzauer-Peintner © BIBB