Neue BMBF-Förderrichtlinie: Bildungsprozesse unter den Bedingungen des digitalen Wandels

Pfeil aus Kartons

Gefördert werden Vorhaben, die sich mit den Potenzialen digitaler Medien in individuellen und kollektiven Bildungsprozessen befassen sowie mit der Gestaltung solcher Prozesse unter den Bedingungen der Digitalisierung. In der ersten Verfahrensstufe sind zunächst Projektskizzen bis zum 22. März 2019 einzureichen.

Digitale Technologien und neue Medien durchdringen zunehmend den gesamten Alltag − mit weitreichenden Veränderungsprozessen in allen Lebensbereichen. Die Nutzung vernetzter digitaler Medien schafft vielfältige, bisher nicht gekannte Bildungsgelegenheiten, nimmt Einfluss auf Bildungsprozesse und verändert die Art des Lernens und Lehrens tiefgreifend: Die Grenzen zwischen formalen, non-formalen und informellen Bildungsgelegenheiten werden fließend. Übergänge zwischen den Bildungsetappen werden über die gesamte Lebensspanne hinweg durchlässiger. Neue ¬Formen der Aneignung, Rezeption, Produktion sowie der Vermittlung von Wissen entstehen.

Die damit verbundenen Potenziale können eine wichtige Rolle dabei spielen, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen, wie z. B. den Abbau von Bildungsbarrieren zu unterstützen oder eine bedarfsgerechte individuelle Förderung zu stärken. Neben neuen Chancen zeichnen sich im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung von Bildungswelten aber auch neue Herausforderungen ab. Dazu gehören beispielsweise veränderte soziale Beziehungen in Lern-Lehrprozessen sowie Auswahl- und Einordnungsprobleme angesichts der Menge und Verfügbarkeit von Informationen unterschiedlicher Herkunft und Qualität. Zu nennen sind zudem die möglichen Auswirkungen einer "digitalen Kluft" und damit verbundene Disparitäten, die durch unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten und Kompetenzen im Umgang mit digitalen Technologien entstehen.

Für Deutschland ist internationalen Studien zufolge insgesamt ein eher zurückhaltender Einsatz neuer Bildungstechnologien zu verzeichnen. Die Bekanntmachung zielt vor diesem Hintergrund auf die Frage, wie sich die in den digitalen Technologien und Medien liegenden Potenziale in informellen und formalen Bildungsprozessen nutzen lassen. Gegenstand dieser zweiten Bekanntmachung im Rahmen des Forschungsschwerpunkts "Digitalisierung im Bildungsbereich" unter dem Dach des Rahmenprogramms empirische Bildungsforschung ist die Förderung von Vorhaben mit dem Ziel, Konzepte für die Gestaltung von Bildungsprozessen zu erarbeiten, die die Potenziale digitaler Medien für die Unterstützung individueller und gemeinsamer Bildungserfolge nutzen.

Ziel der Förderung ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse für die Praxis zu generieren und relevante Frage- und Problemstellungen zu identifizieren und zu bearbeiten. Es sollen möglichst praktische Gestaltungsansätze erforscht und entwickelt und in der Umsetzung wissenschaftlich begleitet werden. Erwartet werden aussagekräftige und übertragbare Ergebnisse. Reine Technik- oder Softwareentwicklungsvorhaben und ihre Evaluation sowie auf spezielle ¬Bildungstechnologien abgestellte Vorhaben sind von einer Förderung ausgeschlossen. 

Bildnachweis: Thinkstock (Mike_Kiev)