Neues Forschungsprojekt „DiMBA“

Kfz-Mechatroniker nutzt Laptop bei offener Motorhaube, Copyright: Thinkstock

Wie wählen Ausbilder digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung? Wie werden digitale Medien in die Aus- und Weiterbildungsprozesse eingebunden? Welcher Unterstützungsbedarf besteht für Ausbilder, um digitale Medien in die Aus- und Weiterbildung integrieren zu können?

Diesen Fragen geht ein neues Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) nach. Es trägt den Titel „Digitale Medien in der betrieblichen Berufsbildung – Medienaneignung und Mediennutzung in der Alltagspraxis von betrieblichem Ausbildungspersonal (DiMBA)“. Im Mittelpunkt stehen dabei das betriebliche Ausbildungspersonal und die Erforschung ihrer mediengeprägten Ausbildungspraxis sowie die daraus folgenden Möglichkeiten für die Gestaltung von Bildungsprozessen.

Zusammen mit der Universität Bremen untersucht das BIBB, wie digitaler Medien in der betrieblichen Ausbildungspraxis genutzt werden. Auf Grundlage der Ergebnisse werden unterstützende Konzepte für ausbildendes Personal erarbeitet. Mit Hilfe der Materialen soll das Ausbildungspersonal digitale Medien im Ausbildungsalltag ziel- und ergebnisorientiert einsetzen können.

Die Fragen werden in verschiedenen Bereichen und unter Rückgriff auf ein Modell medienpädagogischer Kompetenz aus der Lehrerbildung untersucht. Vor dem Hintergrund bestehender Standards in der Ausbildung von Ausbildungspersonal wird die Ausbildungspraxis in den Bereichen Mechatronik, Kaufmännische Berufe sowie in der (Alten-)Pflege in den Blick genommen.

Ziel ist es, betriebliches Ausbildungspersonal in der Aneignung medienpädagogischer Kompetenzen zu unterstützen. Konzeptionell konzentrieren sich die Projektarbeiten zunächst auf die Entwicklung einer Beschreibung von medienpädagogischer Kompetenz von betrieblichem Ausbildungspersonal. Dazu wurde unter Berücksichtigung des Forschungsstandes und der Anforderungen der betrieblichen Ausbildung ein Modell medienpädagogischer Kompetenz hergeleitet.

Dieses Modell basiert auf der Annahme, dass individuelle Medienkompetenz allein für den umfassenden Anspruch, den die Vielfalt digitaler Medienformate und -werkzeuge heutzutage an die Ausbildungspraxis stellen, nicht mehr ausreicht. Daher wird der Begriff der medienpädagogischen Kompetenz als Modell gewählt. Der Begriff bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft des betrieblichen Ausbildungspersonals, Medien sinnvoll und effektiv in betrieblichen Ausbildungsprozessen einsetzen zu können. Medienpädagogische Kompetenz setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

Komponenten medienpädagogischer Kompetenz
Komponenten medienpädagogischer Kompetenz

Die Überprüfung dieses Modells medienpädagogischer Kompetenz von betrieblichem Ausbildungspersonal soll auf der Basis von Experteninterviews erfolgen. Entsprechend den Erkenntnissen aus den Interviews wird in einem weiteren Schritt ein Online-Fragebogen konzipiert, mit dem der Ist-Stand der Mediennutzung in der Alltagspraxis von betrieblichem Ausbildungspersonal analysiert wird.

Die Ergebnisse werden durch Gruppeninterviews in drei ausgewählten Berufen (jeweils aus den Domänen „gewerblich-technische Berufe“, „kaufmännische Berufe“ und „Gesundheits- und Pflegeberufe“) vertieft und interpretiert. Auf dieser Basis sollen Kriterien vorgeschlagen werden, die betriebliches Ausbildungspersonal bei der Auswahl und dem Einsatz von digitalen Medien zur Gestaltung beruflicher Lehr- und Lernprozesse unterstützen.

Quelle: Auszug aus dem Projektantrag

Bildnachweis: Wavebreakmedia Ltd (Thinkstock)