OER ist mehr als schöne kostenfreie Bilder – Inklusion ist mehr als große Schrift

Grafik zur Webinar-Reihe OER meets Inklusion

Am 18. August 2020 fand eine Online-Diskussion im Rahmen der Vernetzungsreihe "OERmeetsINKLUSION" für Beteiligte der Inklusions- und OER-Richtlinien statt. Das Thema "Open Education in inklusiven Bildungssettings" wurde von Prof. Dr. Frank J. Müller (Universität Bremen) in einem spannenden Vortrag aufbereitet.

Das Ziel der Online-Veranstaltung war es, die beiden Bereiche OER und Inklusion für Expert*innen aus beiden Kontexten inhaltlich stärker miteinander zu verknüpfen: Die beiden Themenbereiche sind bereits nah miteinander verwandt und dennoch konnte Prof. Müller eine Sensibilisierung für die beiden Themenbereiche herausarbeiten.

Die zentralen Fragen, mit denen sich die Teilnehmenden dabei beschäftigt haben, waren:

  • Wie kann eine maximale Nachhaltigkeit und Verbreitung für meine Ideen/Konzepte/Materialien erreicht werden?
  • Wie können wir möglichst vielen Menschen zahlreiche hochwertige Bildungsinhalte zugänglich machen?
  • Wie können wir möglichst viele Multiplikator*innen davon überzeugen, diese Inhalte zu nutzen und eigene Inhalte zur Verfügung zu stellen?

Mit OER kann die Vielfalt der aus allen fachlichen Kontexten erstellten Lehr-Lernmaterialien an die Bedürfnisse des inklusiven Unterrichts angepasst werden. Dabei wird deutlich, dass weiterhin viele Probleme gelöst werden müssen, wozu die Vernetzung der Expert*innen aus der Förderrichtline durch OERmeetsINKLUSION einen wertvollen Beitrag leisten kann.

Die Auffindbarkeit von Materialien spielt für den Einsatz eine große Rolle. Auch Kenntnisse und Sicherheit im Umgang mit Creative Commons-Lizenzen sind ein entscheidender Faktor beim Umgang mit OER. Gerade wenn es um die Veränderung und Verbreitung von Materialien geht, herrscht weiterhin große Unsicherheit über die Möglichkeiten und Grenzen des Lizenzeinsatzes, um nicht das Urheberrecht bzw. Copyright-Lizenzen zu verletzten. In diesem Zusammenhang verwies Herr Prof. Müller auf die Notwendigkeit, vor allem im Schulbereich Anerkennungssysteme zu etablieren.

Die Vorteile inklusiver Pädagogik gehen als Haltung deutlich über den Professionsbereich der Inklusion hinaus. Die Verbindung von OER mit Inklusion kann dazu beitragen, dass Menschen über kulturelle, sprachliche und mediale Grenzen hinweg individualisiertes Lernen ermöglicht wird. Zudem wird die Vielfalt der Medien und Inhalte, die zur Verfügung stehen, deutlich.

Prof. Müller stellte auch heraus, dass die weiterreichende strukturelle Einbindung von OER vor allem noch ein gesellschaftliches Weiterdenken der bisher nebeneinanderstehenden Themen bedarf, um diese weiterzuentwickeln und zu verankern.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen des Transferkonzeptes "OERmeetsINKLUSION" wird am 09. und 10. November 2020 (ggf. virtuell) zum Thema "Verwertungsstrategien entwickeln: Gelungene Verwertung von Projektergebnissen dank oder trotz OER" stattfinden.

Grafik: DLR-PT