PLATON – die Verbraucherzentrale-Plattform für Online-Zusammenarbeit

Logo PLATON

Unter dem Motto „Wissen, Teilen, Lernen“ entwickelt das Projekt „Web 2.0-gestützte Fortbildungen für die Verbraucherberatung“. Es handelt sich dabei um eine interaktive Intranetlösung für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Die Plattform „PLATON“ ist seit März 2013 unter dem Motto „Web 2.0-gestützte Fortbildung für die Verbraucherberatung sowie Unterstützung der verbandsinternen Online-Zusammenarbeit“ live geschaltet. Das vzbv-Forschungsprojekt ist eine Kooperation mit der Beuth-Hochschule für Technik in Berlin.

Ziel ist es, neue technische Formate und Arbeitsformen zu erarbeiten und zu erproben, die den Wissenstransfer unterstützen. Nach einem Kick-off-Workshop mit den sechs Pilot-Verbraucherzentralen zu Projektbeginn, hat das Vorhaben 2011 einen Nutzerbeirat eingerichtet, der das Projekt während seiner gesamten Laufzeit begleitet. Im selben Jahr stellten die Projektverantwortlichen eine Fokusgruppe zusammen. Die dafür gewonnenen Beratungskräfte aus den Verbraucherzentralen haben die Aufgabe, die Plattform zu testen und zu evaluieren. Auch geben sie Empfehlungen ab, wie sich mit den Projektideen und Werkzeugen innerhalb des Verbandes weiterarbeiten lässt.

Aufteilung der Plattform

Das interaktive Portal ist in drei Bereiche unterteilt: „Wissen/informieren“, „Teilen“ und „Lernen“.

Screenshot: Der Bildausschnitt zeigt die drei Bereiche der Plattform: „Wissen/Informieren“, „Teilen“ und „Lernen“. Ausgewählt ist „Informieren“
Abb.1: Die drei Bereiche der Plattform: „Wissen/Informieren“, „Teilen“ und „Lernen“.

1. „Wissen/Informieren“

Mitarbeitende können auf dem Portal eigene Beiträge veröffentlichen und sich durch Kurzbeiträge, Kommentare, Fragen, Empfehlungen und Bewertungen austauschen. Fachliche Dokumente für die Beratungsarbeit vor Ort sind ebenfalls verfügbar.

Screenshot: Der Bildausschnitt zeigt die Beispielansicht Themenschwerpunkt mit den Themen Reiserecht, Energierecht, Urheberrecht im Netz sowie Telekommunikationsnovelle.
Abb. 2: Beispielansicht Themenschwerpunkte

Die Themen, zu denen Verbraucherorganisationen beraten, reichen von der allgemeinen Rechtsberatung über Energiesparen, Ernährung, Pflege und Gesundheitsdienstleistungen bis hin zu Finanzdienstleistungen.

Bei der Auswahl der Themenschwerpunkte hat sich das Projekt zunächst auf den Bereich „Rechtlicher Verbraucherschutz“ konzentriert. Er ist für alle Verbraucherberatungseinrichtungen von zentraler Bedeutung

Seit Dezember 2013 sind weitere Themen verfügbar: Reiserecht, Energierecht, Urheberrecht im Netz und die Telekommunikationsnovelle (siehe Abb.2).

Im „Fall aktuell“ berichten die Beratenden aus ihrer täglichen Arbeit und schildern neue Entwicklungen. So finden Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis verstärkt Eingang in die Online-Zusammenarbeit.

Das „Lexikon“ bringt Fachbegriffe aus Telekommunikation, Energie, Internet und Reiserecht auf den Punkt. Mit ihm können sich neue Mitarbeitende kurzfristig in einem Beratungsbereich „fit machen“.

Screenshot: Der Bildausschnitt zeigt die drei Bereiche der Plattform: „Wissen/Informieren“, „Teilen“ und „Lernen“. Ausgewählt ist „Teilen“
Abb. 3: PLATON Bereich „Teilen“

2. Teilen

„PLATON“ ist ein interaktives Informationsportal, das eine zeitlich und räumlich unabhängige Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitenden ermöglicht und so den Wissenstransfer erhöht. Dafür stehen mehrere Tools zur Verfügung: asynchrone Werkzeuge, wie Wikis oder der Firmen-Blog, sowie synchrone, wie die Adobe-Connect-Webkonferenzen. Auch lassen sie sich für die institutionsübergreifende Zusammenarbeit nutzen. Die so genannten „Communities of knowledge“ und „Communities of practice“ sind Experten-Gruppen, in denen diese ihr Wissen austauschen, um Entwicklungen einzuschätzen und Strategien zu entwickeln.

Screenshot: Der Bildschirmausschnitt zeigt eine offene Gruppe zum Thema Internetkriminalität. Foto eines roten LAN-Kabels, ein kurzer Text zum Thema sowie die Hinweise
Abb. 4: Offene Gruppe zum Thema Internetkriminalität

Entscheidungsprozesse und Diskussionen erfolgen über die Web 2.0-Werkzeuge des „PLATON“-Bereichs „Teilen“ kostengünstiger und effektiver. Sie ersetzen Telefonkonferenzen, E-Mail-Verkehr und Arbeitstreffen.

Der „PLATON“-Coach bietet unterstützende Tipps zur Plattform und den Werkzeugen als Texteinblendung auf den relevanten Seiten. Zudem ist es möglich, sich mithilfe einer Video-Tour über „PLATON“ zu informieren.

Screenshot: Der Bildausschnitt zeigt die drei Bereiche der Plattform: „Wissen/Informieren“, „Teilen“ und „Lernen“. Ausgewählt ist „Lernen“
Abb. 5: „PLATON“-Bereich "Lernen"

3. Lernen

Das E-Learning-Konzept basiert auf modularisierten Fortbildungs-Bausteinen. Sie erweitern und ergänzen die bestehenden Seminarangebote, setzen Anreize zum selbstorganisierten Lernen und ermöglichen informelle Lernkontexte.

Drei Screenshots: Selbstlernpfade zu den Themen
Abb. 6: Selbstlernpfade

Beispiel für ein dynamisches, informelles Lernformat sind „Selbstlernpfade“, die die zentralen Beratungsstandpunkte gezielt auf ein Thema präsentieren. Anhand der verschiedenen Lernpfade können sich die Lernenden einen Themenkomplex selbst „neu“ erschließen oder bereits vorhandenes Wissen ergänzen oder auffrischen.

Fachreferentinnen und -referenten – in der Regel Volljuristen – sichten die Beratungsstandpunkte regelmäßig und hierarchisieren diese nach Relevanz. Auch überprüfen sie diese auf ihre rechtliche Gültigkeit.

Die „Kompaktkurse“ stellen eine neue Form des formalen Fortbildungsangebots dar und bestehen aus interaktiven Selbstlernmaterialien. Sie schließen die Lücke zwischen dem bestehenden Fernlehrgang und den einzelnen Beratungsstandpunkten. Sie richten sich vorrangig an erfahrene Beratungskräfte und behandeln spezifische Rechtsgebiete des Verbraucherschutzes. Das Material dient primär dazu, sich Überblick über ein Fachthema zu verschaffen und die Präsenzphasen zu ergänzen.

Die Grafik zeigt fünf Personen im Comicstil: ein älterer und ein junger Mann im Anzug, ein älterer Herr im Anzug, ein älterer Herr mit Sakko, sowie eine Frau mit roter Jacke und Hose.
Abb. 7: Charaktere

Der Lehrstoff basiert vornehmlich auf Fallbeispielen aus der täglichen Beratungspraxis. An relevanten Stellen sind diese zudem mit passenden Lehrbriefen oder Beratungsstandpunkten verlinkt.

Auch sind verschiedene Übungsaufgaben und visualisierte Darstellung integriert. Hierfür hat das Projektteam verschiedene Charaktere entwickelt und grafisch umgesetzt.

Screenshot: Der Bildschirmausschnitt zeigt eine Aufgabe mit einer Frage und drei auswählbaren Antworten aus der Lernumgebung
Abb. 8: Gesprächseröffnung und Gesprächskontrakt

Im Projektverlauf hat das Team Kompaktkurse zu den Themen Telekommunikation, Energierecht und das Grundlagenmodul Beratungsmethodik umgesetzt sowie evaluiert. Die Resonanz auf die Lernmaterialien ist durchgehend positiv. Das gilt insbesondere für die verschiedenen Comic-Charaktere.

Die Lerngruppen dienen – als flankierendes Element – dem Austausch und der Diskussion. Als Werkzeuge kommen dabei Forum und Wiki zum Einsatz. Zudem gibt es – je nach Anlass – öffentliche und geschlossene Lerngruppen. Grundsätzlich kann jede in der Verbraucherberatung tätige Person diese initiieren.

Screenshot: Der Bildschirmausschnitt zeigt eine Kurzbeschreibung zum Thema
Abb. 9: Bildschirmausschnitt: Lerngruppen
Screenshot:  Der Bildschirmausschnitt zeigt ein Beispiel für die Lerngruppe zu dem Grundlagenmodul Beratungsmethodik
Abb. 10: Beispiel für die Lerngruppe zu dem Grundlagenmodul Beratungsmethodik