Potenziale bleiben ungenutzt

Schüler in Klassenzimmer bedient Tablet, Copyright: Tomwang112 (Thinkstock)

Digitales Lernen in Berufsschule und Betrieb hat einen schweren Stand. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge werden die Möglichkeiten digitaler Lehr- und Lernmedien in der dualen Ausbildung aufgrund verschiedener Faktoren kaum genutzt.

Einer der Gründe dafür, dass die Potenziale digitaler Medien an Berufsschulen größtenteils ungenutzt bleiben, ist laut „Monitor Digitale Bildung“ der Bertelsmann Stiftung die fehlende technische Infrastruktur. Die Befragung ergab, dass nur gut jede dritte Berufsschule über eine WLAN-Versorgung verfügt, um mitgebrachte und vorhandene Geräte sinnvoll zu nutzen.

Als weiteres Innovationshemmnis macht die Untersuchung mangelnde Kompetenzen und Ressourcen aus. Es fehle an Zeit und Geld, digitale Medien zu erproben und einzusetzen. Sofern digitale Lernmedien tatsächlich genutzt werden, geschehe dies häufig innerhalb „alter“ didaktischer und methodischer Konzepte.

Berufsschulleiter seien sich des Imagefaktors „Digitales Lernen“ zwar bewusst, würden aber gleichzeitig die strategische Bedeutung für Unterrichtsentwicklung und Lernortkooperation verkennen, fassen die Autoren der Studie zusammen. Innovationstreiber seien vor allem Auszubildende selbst und Lehrende mit längerer Berufserfahrung.

Die Autoren der Studie beklagen, dass aus dem digitalen Lernen sich ergebende Chancen im derzeitigen Berufsschulalltag ungenutzt bleiben. Um das zu ändern, schlagen sie vor, erstens die Digitalisierung des Lernens nicht als Problem, sondern als Lösungsansatz zu begreifen, zweitens eine digitale Qualifizierungsoffensive zu starten, drittens Strategieentwicklung zu fördern und viertens die eingangs erwähnte notwendige Infrastruktur schnellstmöglich bereitzustellen.

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