PRiME: Wissenstransfer mit digitalen Medien

Blick über die Schulter eines Servicetechnikers der Deutschen Bahn, der das PRiME-System auf einem Tablet testet, daneben ist ein weiteres Tablet mit laufendem PRiME-System zu sehen

Arbeits- und Lernwelten zusammenbringen – das ist der Antrieb für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt PRiME, an dem DB Training und die RWTH Aachen erfolgreich zusammengearbeitet haben.

Lernen findet nicht nur in der Schule oder in Weiterbildungsseminaren statt, sondern vor allem am Arbeitsplatz selbst. Und es bedeutet auch immer Reflexion, über sich selbst, aber auch mit Kollegen im gesamten Unternehmen.

Vor diesem Hintergrund haben die Projektverantwortlichen von PRiME – das Akronym steht für Professional Reflective Mobile Personal Learning Environment – überlegt, wie am Arbeitsplatz relevante Informationen schnell verfügbar gemacht werden können, insbesondere für Menschen im mobilen Einsatz, beispielsweise Wagenmeister.

Ziel von PRiME, übrigens Teil der DB-Initiative „Arbeitswelten 4.0“, ist ein Informations- und Weiterbildungsangebot für Servicetechniker, das mobil abrufbar ist und das der einzelne Mitarbeiter an seine Bedürfnisse anpassen kann. Mithilfe der Anwendung:

  • werden relevante Inhalte gebündelt,
  • kann bei Problemen schnell Hilfestellung gegeben werden,
  • wird die Qualität durch Austausch zwischen den Mitarbeitern verbessert,
  • wird informelles und formelles Lernen verknüpft.

PRiME ist ein System, das aus mehreren unterschiedlichen Anwendungen besteht und verschiedene Nutzerrollen ermöglicht. Ausgangsgedanke für die Entwicklung der Software war der Ansatz, nicht mehr wie bisher üblich in Dokumenten zu denken, sondern in Informationen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich PRiME grundlegend von gewöhnlichen Dokumentmanagementsystemen.

Im Editor, einer Web-Anwendung, kann der Autor Dokumente einlesen. Der Computer erkennt die dem Dokument zugrundeliegende Struktur und unterteilt den Inhalt in kleine semantische Einheiten wie etwa Absatz, Foto, Grafik etc. Alle Inhalte sind im System nur ein einziges Mal vorhanden und können verlinkt bzw. referenziert werden. Auf diese Weise vermeidet das System Redundanzen.

Bei den übrigen Anwendungen handelt es sich um mobile Anwendungen, die die Servicetechniker am Tablet oder Smartphone nutzen. Die Inhalte der App Dokumente können lokal vorgehalten werden, da nicht immer WLAN verfügbar ist. In der Notizen-App können Nutzer Texte, Fotos oder Videos für den späteren Bedarf lokal speichern. Auch die Annotationen-App erlaubt Anmerkungen zu einzelnen Inhaltselementen, die detailliert an bestimmte Personengruppen freigegeben werden können. Die Gruppenfunktion ist ein wichtiges Element des gesamten Systems und erlaubt den Austausch in festgelegten Konstellationen. So ist auch die Weitergabe von Mitarbeiterwissen über einzelne Werke hinaus möglich.

In der App Neuigkeiten können sich Nutzer relevante News, beispielsweise Annotationen und Kommentare in einem Stream anzeigen lassen und dadurch immer auf dem neuesten Stand bleiben. In der App Diskussionen können Kommentare bewertet und ihrerseits kommentiert werden. Durch den Austausch steigt die Qualität der Inhalte.

Weitere Funktionen sind ein Chatfenster, die erweiterte Suche und eine Import- bzw. Exportmöglichkeit. Alle Anwendungen des Systems sind miteinander verknüpft und können so untereinander Informationen austauschen.

Nach der Projektphase ist PRiME bereits für den Einsatz bei DB Training, DB Cargo und der S-Bahn Berlin vorgesehen.

Bildnachweis: Christoph Greven (PRiME)