Projekt KOLA: Eine App – vielfacher Nutzen

Handwerker mit Arbeitsgeräten bedient Smartphone (Copyright: gpointstudio/Thinkstock, alle Rechte vorbehalten)

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt KOLA hat eine App entwickelt, die Auszubildende, Ausbilder und Berufsschullehrer über Lernorte hinweg vernetzt.

Das Projekt KOLA – Kompetenzorientiertes Lernen im Arbeitsprozess mit digitalen Medien – erforscht und erprobt, wie die Kooperation zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb verbessert und stärker an der späteren Berufspraxis orientiert werden kann. Ein weiteres Ziel ist, die Ausbildung für Azubis attraktiver zu gestalten.

Multimediale Dokumentation von Arbeitsaufträgen

Um diese Ziele zu erreichen, haben die Projektbeteiligten eine Anwendung entwickelt. Mit der sogenannten KOLA-App können Auszubildende im Elektrohandwerk auf der Baustelle ihre Tätigkeiten multimedial dokumentieren. Falls Schwierigkeiten auftreten, während sie einen Arbeitsauftrag ausführen, können sie mit dem Smartphone auf Lernmaterialien und Informationen zugreifen, die sie bei der Problemlösung unterstützen.

Durch Nutzen der App sind die Auszubildenden aktiv aufgefordert, die eigenen Tätigkeiten zu reflektieren und Probleme zu benennen. Für den Ausbilder, der auf die Dokumentation des Azubis zugreifen kann, wird so transparent, wo die Herausforderungen liegen – auch wenn er nicht selbst mit auf der Baustelle ist. Anschließend kann er mit den Auszubildenden gezielt das Gespräch suchen.

Ein weiterer Vorteil der Anwendung: Der Ausbilder kann einen Arbeitsauftrag strukturieren, ehe er die Auszubildenden damit beauftragt. Einzelne Arbeitsschritte kann er so deutlicher machen. Zudem kann der Ausbilder dem Auftrag zusätzliche Informationen wie Schaltpläne oder Montageanweisungen als digitale Lernmaterialien zuordnen. Damit hat der Azubi alles notwendige Wissen an einem Ort.

Anwendung ermöglicht Lernortübergreifende Zusammenarbeit

Neben den Auszubildenden und den Ausbildern haben auch die Berufsschullehrer Zugriff auf die Dokumentationen in der KOLA-App. So können sie die Aufgaben ihrer Azubis im Betrieb sehen und im Unterricht darauf Bezug nehmen. Die Azubis wiederum dokumentieren ihre schulischen Lernaufgaben, worüber sich dann die Ausbilder informieren können.

Im Elektrohandwerk gibt es zusätzlich die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung an den Handwerkskammern, die als dritter Lernort ebenfalls die KOLA-App nutzen kann. Auf diese Weise ist jeder Lehrende im Ausbildungsprozess immer über den Wissensstand des Azubis informiert.

Wie bewährt sich die KOLA-App in der Praxis?

Aktuell nutzen Auszubildende aus zwölf Handwerksbetrieben die KOLA-Anwendung sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule. Das Konzept und die App werden einem echten Härtetest unterzogen. Auf technischer Ebene gibt es bisher kaum Probleme. Die Projektpartner wollen durch Interviews herausfinden, welche Erfahrungen die Beteiligten gemacht haben und wo sie Potenziale zur Verbesserung und Weiterentwicklung sehen. Parallel dazu lässt das Projekt die Gestaltung der App in einer heuristischen Evaluation durch Usability-Experten überprüfen.

Weiterentwicklung: Erfolgreiche Ansätze implementieren

Eine Idee für eine Verbesserung haben die Projektpartner bereits im Kopf: Die Nutzer sollen sich in der Community gegenseitig Fragen stellen und beantworten. Dieser Ansatz wurde im Projekt MOLEM bereits erfolgreich erprobt.

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