Projekt "Smarte Inklusion": Hilfe für Schlaganfall-Opfer durch Smartwatch

Logo QD

Das BMBF-geförderte Forschungsprojekt "Smarte Inklusion" der Ostfalia Hochschule und des DRK-Kreisverbands Wolfenbüttel nutzt mobile Geräte für die berufliche Wiedereingliederung von Personen mit erworbenen Hirnschädigungen sowie in der Förderung von Menschen mit einer Lernbehinderung oder geistigen Behinderung.

"Wir wollen mobile Endgeräte dazu nutzen, um Personen mit erworbenen Hirnschäden oder Behinderungen ein selbstständigeres Leben zu ermöglichen", erklärt Ina Schiering, Professorin der Fakultät Informatik an der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel, in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Verbundpartnerinnen und -partner. Zu diesem Zweck haben sich die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaft mit den Fakultäten Informatik und Soziale Arbeit, die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW), die DRK-TFIS GmbH Wolfenbüttel mit dem Fachdienst zur beruflichen Eingliederung (FBE) und die Magdeburger Firma Hasomed zusammengefunden.

Nach einem Schlaganfall oder Schädelhirntrauma ist es für die Betroffenen oft schwer, wieder in den beruflichen Alltag zu finden. Auch kleine Aufgaben bestehen aus komplexen Handlungen, die in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen. In dem interdisziplinären Projekt "Smarte Inklusion" soll erforscht werden, wie Smartphone und Smartwatch bei der beruflichen Integration genutzt werden können. Derzeit entsteht eine App, die den Anwender durch eine Aufgabe leitet. Vom BMBF gefördert wird das im September 2018 gestartete Projekt für eine Laufzeit von drei Jahren. "Wir sind dabei auszuloten, welcher Partner sich wie genau in das Projekt einbringt. Grob gesagt liegt die Entwicklung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ostfalia, FAW und DRK sind die Test-Praxisanwender und Hasomed behält die Produktentwicklung im Blick", fasst es Uwe Rump-Kahl, Geschäftsführer der DRK-TFIS GmbH, zusammen.

"Oberstes Ziel ist immer die Erhöhung der Selbständigkeit im Alltag und die berufliche Teilhabe"

Wenn über die Digitalisierung gesprochen wird, denken viele an Industrieanwendungen oder das papierlose Büro, weiß auch Sandra Verena Müller, Professorin der Fakultät Soziale Arbeit. Dabei haben digitale Unterstützungssysteme innerhalb eines sozialen Kontextes Innovationspotenzial. "Bei Personen mit Hirnschäden hilft das Goal Management Training, kurz GMT, Aufgaben strukturiert anzugehen. Dafür wird eine Aufgabe in Teilziele zerlegt und immer wieder abgeglichen, was schon erledigt wurde. Bisher wurde das mittels Checklisten erledigt oder durch einen begleitenden Jobcoach, eine App ist sehr viel komfortabler und unauffälliger", erklärt Müller. Die Professorin ergänzt: "Oberstes Ziel ist immer die Erhöhung der Selbständigkeit im Alltag und die berufliche Teilhabe."

Eingebettet ist das Projekt "Smarte Inklusion" in den Forschungsschwerpunkt "SecuRIn" "Security Referenzmodell Industrie 4.0). "Gerade in einem therapeutischen Umfeld müssen sich die Anwender sicher sein, dass ihre sensiblen Daten geschützt sind. Daher verfolgen wir bei der Entwicklung einen Privacy by Design-Ansatz", sagt Schiering. Die Sicherheit der Daten stehe von Anfang an im Vordergrund.