Projekt „Social Augmented Learning“: Smartphones und Tablets im Unterricht

Projekt „Social Augmented Learning“: Smartphones und Tablets im Unterricht (Quelle: Eugenio Marongiu/ Fotolia)

Smartphones und Tablets kommen immer häufiger auch im Unterricht zum Einsatz – trotzdem haben Eltern und Lehrer häufig noch Vorbehalte gegenüber diesen.

Das Projektteam von „Social Augmented Learning (SAL)“ kommt daher zu dem Ergebnis, dass es nicht reicht, nur die eingesetzten Lernmedien an die aktuelle Entwicklung anzupassen. Vielmehr gilt es den gesamten Unterricht zu verändern.

SAL zeigt, dass sich mit mobilen Medien – in Kombination mit einem passendenden didaktischen Konzept – neue Lernpotenziale erschließen lassen. Eines der vielversprechendsten Konzepte ist dabei der sogenannte „Flipped Classroom“ (umgedrehter Unterricht): Hierbei bereiten die Schülerinnen und Schüler den Lehrstoff anhand von Online-Videos, Podcasts und Wikis selbstständig vor. Der Unterricht dient anschließend dazu, die Ergebnisse zu besprechen, Lösungen zu präsentieren und offene Fragen zu beantworten. Das so erworbene Wissen ist aktueller, als es bei einem Schulbuch je möglich wäre. Das Prinzip funktioniert jedoch nur, wenn die Jugendlichen lernen, die Unmengen an Informationen aus dem Netz sinnvoll zu filtern.

Dass der Erwerb von Medienkompetenz zunehmend an Bedeutung gewinnt, zeigen auch die aktuellen Zahlen der JIM-Studie: 2014 haben 48 Prozent der Haushalte mit Jugendlichen über ein Tablet verfügt – knapp 90 Prozent der Heranwachsenden haben ein eigenes internetfähiges Smartphone besessen. Da die Geräte immer verfügbar sind, warnt der LehrerInnenverband vor einer Zwangsdigitalisierung des Unterrichts und den daraus resultierenden Folgen. Und auch der Bildungswissenschaftler Beat Döbeli Honegger sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft haben sich öffentlich mit dem Thema beschäftigt.

Somit verwundert es nicht, das Lehrende sich zunehmend unsicher sind, wie sie mit den neuen Medien umgehen sollen. Das führt zu nicht durchsetzbaren Verboten auf der einen und mit den Schülern gemeinschaftlich festgelegten Regeln zur Integration in den Unterricht auf der anderen Seite. Dabei spricht den Ergebnissen von „SAL“ zufolge vieles für den Einsatz im Klassenzimmer: Das Lernen mit Tablets kann die Bereitschaft zum gegenseitigen Austausch von Wissen fördern. Es kommt eher zu Diskussionen über die Inhalte und die Lernenden können eigene Erfahrungen mit in den Unterricht einfließen lassen. Der Motivationseffekt ist nachhaltiger und die Jugendlichen lernen, sich sprachlich über die Fachinhalte auszutauschen und ihr erarbeitetes Wissen selbst zu präsentieren.

Lehrende benötigen daher inzwischen mehr als nur das reine Faktenwissen. Es gehört zunehmend auch zu ihren Aufgaben, Orientierungs- und Handlungswissen zu vermitteln, die Lernenden für ein Fachgebiet zu begeistern und Lernprozesse zu moderieren.