Roadshow 2017 - Rückblick

Teilnehmer der Anwenderworkshops mit Tablets

Innovative Konzepte für die Aus- und Weiterbildung mit digitalen Medien vorstellen und in interaktiven Anwenderworkshops praktisch erlebbar machen. Dieses Vorhaben setzte die bundesweite BMBF-Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" nach erfolgreichem Start auch 2017 fort.

Um den Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu unterstützen, wurden im Rahmen des Förderprogramms "Digitale Medien in der beruflichen Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) innovative Lehr- und Lernkonzepte erarbeitet. Die dazugehörige bundesweite Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag", die im Juni 2016 gestartet ist, trägt die Ergebnisse dieser Fördermaßnahme in die Breite und unterstützt den Transfer von innovativen digitalen Konzepten in die Berufsbildungspraxis. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Roadshow erhielten konkrete Tipps für den Einsatz digitaler Medien in ihrem Ausbildungsalltag.

Veranstalter des Anwenderworkshops in Berlin 2017
Referenten und Veranstalter der Reihe "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" in Berlin. Foto: BILDSCHÖN Das schnelle Bild- Netzwerk GmbH © BIBB

(v.li.): Ronny Willfahrt (Verband Druck und Medien NordOst e.V.), Christian Dominic Fehling (SIKom - Bergische Universität Wuppertal), Hendrik Thüs (DB Training, Learning & Consulting), Michael Härtel (Bundesinstitut für Berufsbildung), Astrid Steuerwald (Bundesinstitut für Berufsbildung), Gerd Schumacher (DB Training, Learning & Consulting), Barbara Knauf (Technische Universität Hamburg), Michael Sander (Universität Bremen), Dr. Gabriele Hausdorf (Bundesministerium für Bildung und Forschung) und Hanno Windler (Bundesministerium für Bildung und Forschung).

An den vier Roadshow-Etappen 2017 nahmen rund 300 Ausbilderinnen und Ausbilder teil. Die Roadshow war zu Gast bei der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin, der IHK Bildungszentrum Halle-Dessau GmbH in Dessau-Roßlau und der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Regensburg.

Übergeordnetes Ziel der Projekte, die 2017 im Rahmen der Roadshow in Anwenderworkshops vorgestellt wurden, ist es, die Lernortkooperation, den Wissensaustausch sowie die Optimierung von Ausbildungsprozessen zu fördern. Sie verbindet, dass sie sich bereits in der Praxis bewährt haben und auf verschiedene Branchen übertragbar sind. Zu ihnen gehören: "Social Virtual Learning - Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität", der "Kompetenz-Check" der Kompetenzwerkstatt  sowie "PRIME", das Lern- und Wissensmanagementsystem für einen innovativen Informationsaustausch.

Inhalte der Anwenderworkshops

Workshop I.: Social Virtual Learning – Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität

Mann mit VR-Datenbrille
Die Referenten von Social Virtual Learning, hier Dr. Lutz Goertz, brachten den Workshop-Teilnehmenden das Arbeiten in der virtuellen Realität näher. Foto: Volkan Basel © BIBB

Die Lehr- und Lernanwendung "Social Virtual Learning" befähigt zum selbstbestimmten Lernen in einer virtuellen Lernumgebung. Bei der Weiterentwicklung der 2016 präsentierten Anwendung "Social Augmented Learning" konnten die Workshop-Teilnehmenden in die Rolle eines virtuellen Monteurs schlüpfen, der Reparaturarbeiten an einer Druckmaschine durchführt. Die Referenten Christian Dominic Fehling (Bergische Universität Wuppertal), Ronny Willfahrt (Verband Druck und Medien NordOst e.V.) und Dr. Lutz Goertz (MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung) demonstrierten, wie 3D-Visualisierungen Lernende dabei unterstützen können, komplexe technische Systeme besser zu verstehen.

http://www.social-virtual-learning.de

Workshop II.: Der Kompetenz-Check der Kompetenzwerkstatt: das Online-Tool für die prozessorientierte Berufsbildung

Referenten und Teilnehmer des Workshops Kompetenz-Check
Das kostenlose Online-Tool "Der Kompetenz-Check" erleichtert die Feststellung aufgabenrelevanter Kompetenzen. Foto: Andreas Lander © BIBB

Die Kompetenzwerkstatt unterstützt betriebliches Ausbildungspersonal dabei, Ausbildung arbeitsprozessorientiert und kompetenzfördernd zu planen, durchzuführen und zu überprüfen. Grundlegend dabei ist der „Kompetenz-Check“, ein kostenlos nutzbares Online-Tool. Mithilfe des Kompetenz-Checks lassen sich u.a. die Stärken, aber auch der Entwicklungsbedarf von Auszubildenden identifizieren, die bisherige Kompetenzentwicklung von Auszubildenden nachzeichnen, der Stand einer Prüfungsvorbereitung individuell bilanzieren, ein Lehrgang oder eine Lern- und Arbeitsaufgabe begleiten und zukünftige Entwicklungsziele und Förderschwerpunkte festlegen.

Die Referenten Dr. Henning Klaffke, Barbara Knauf, Julian Stauffenberg (alle TU Hamburg) sowie Michael Sander (Universität Bremen) verschafften den Teilnehmenden einen Überblick über das Potenzial digitaler Medien, führten sie schrittweise an die Arbeit mit dem Kompetenz-Check heran und ermöglichten den Workshop-Gruppen, das Tool an einem Beispiel selbst auszuprobieren.

http://kompetenzwerkstatt.net

Workshop III.: PRIME – das Lern- und Wissensmanagementsystem für einen innovativen Informationsaustausch

Erprobung des Online-Tools PRIME
PRIME ermöglicht vor allem Mitarbeitern im Aussendienst und ohne Büro-PC, ihr Wissen untereinander zu teilen. Foto: Andreas Lander © BIBB

Das Lern- und Wissensmanagementsystem PRIME unterstützt das selbstgesteuerte Lernen am Arbeitsplatz. Erworbenes Wissen aus dem Arbeitsalltag kann mithilfe von Videos, Bildern und Texten dokumentiert und anderen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden. PRIME ermöglicht somit einen neuen Umgang mit Informationen - besonders für Mitarbeiter im mobilen Einsatz, wie Servicetechniker oder Signaltechniker. Das System basiert auf einer Webanwendung, die vorhandene Dokumente automatisiert in kleine Einheiten unterteilt. Mobile Apps ermöglichen es den Mitarbeitern, auf Basis dieser kleinen Einheiten die für ihren Arbeitsalltag relevanten Informationen zusammenzustellen. Informationen können ergänzt, kommentiert und im integrierten sozialen Netzwerk mit anderen unternehmensweit geteilt werden. Mitarbeiter werden so unmittelbar an der Weiterentwicklung von Regelwerken, Dokumentationen und Arbeitshilfen beteiligt.

Im Workshop lernten die Teilnehmenden unter Anleitung der Referenten Gerd Schumacher und Hendrik Thüs (beide DB Training, Learning & Consulting) die Möglichkeiten der Anwendung kennen und erprobten gemeinsam typische Anwenderszenarien. Dazu gehörte sowohl das Erproben der Web-Anwendung (Upload, automatisierte Aufteilung, Freigabe und Publizieren von Dokumenten) als auch der mobilen Apps wie „Reader“ und „Notizen“.

http://prime.rwth-aachen.de

Webinar zur Vertiefung von Workshop-Kenntnissen

Als Angebot zur Vertiefung von Kenntnissen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Roadshow „Digitale Medien im Ausbildungsalltag“ im Rahmen eines einführenden Anwenderworkshops erworben hatten, organisierte das BIBB 2017 zwei Webinare zum Online-Tool „Kompetenz-Check“ der Kompetenzwerkstatt. Dieses Format ermöglichte es, spezifische Fragestellungen zur Implementierung, wie z.B. technische Aspekte oder Datenschutz zu diskutieren.

Auf www.qualifizierungdigital.de/roadshow finden Sie die neuen Veranstaltungsorte und Veranstaltungstermine sowie alle weiteren Informationen.

Bildnachweis: Andreas Lander © BIBB