SAL: Rückschau und Ausblick

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Das vom BMBF geförderte Projekt „Social Augmented Learning“ (SAL) steuert auf die Zielgerade zu. 2015 konnten die Beteiligten ein zweites Lernmodul erproben und evaluieren. Zudem hat SAL die Autorenumgebung weiterentwickelt. Was steht in der Schlussphase 2016 an?

Das zweite Lernmodul „Druckabwicklung“ haben Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Ost der Stadt Essen und des Technisch-gewerblichen Berufsbildungszentrums II in Saarbrücken erprobt. Dabei war es den Projektverantwortlichen wichtig, dass die Teilnehmenden die Anwendung zunächst selbstständig erkunden konnten.

Das SAL-Team hat dabei beobachtet, wie intuitiv die Schülerinnen und Schüler das Modul anwenden und an welchen Stellen sie den Augmented-Reality-Modus nutzen. Bei der anschließenden Diskussion freute sich das Team über den Wunsch nach „mehr Augmented Reality“. Mit den gewonnenen Erkenntnissen wird SAL das Programm weiter optimieren. Die Anwendung ist bereits jetzt als Beta-Version verfügbar.

„Kein Hype, sondern Zukunftstechnologie“

„Wie kann Augmented Reality (AR) gemeinsam mit anderen Lernformen die Aus- und Weiterbildung bereichern?“ So lautete die zentrale Frage der Fachtagung „Augmented Reality Dialog“, zu dem sich am 16. November 2015 Experten und Interessierte in Berlin trafen.

Prof. Dr. Bodo Urban vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (Fraunhofer IGD) in Rostock erläuterte Konzepte und Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality.

Prof. Dr. Anne König von der Beuth-Hochschule für Technik sprach über Veränderungen in der Bildung durch den digitalen Wandel.

Christian Dominic Fehling von der Bergischen Universität Wuppertal zeigte ein konkretes Anwendungsbeispiel für Augmented Reality in der Ausbildung. Anhand der im Projekt SAL vom Fraunhofer IGD entwickelten Lehr- und Lernanwendung erläuterte er, wie Augmented Reality und 3D-Modelle die verborgenen Prozesse im Inneren einer Druckmaschine sichtbar und damit besser lernbar machen können. Ein eigens entwickeltes Autorenwerkzeugs ermöglicht Lehrenden darüber hinaus auf einfache Art und Weise Inhalte für das Lernen in einer erweiterten Realität zu erstellen, zu bearbeiten und so zu individualisieren.

Jürgen Kappus von der [ka:media] interactive GmbH ging in seinem Vortrag auf die gesamte Breite bereits am Markt befindlicher AR-Anwendungen ein. Für ihn ist AR kein Hype mehr, sondern eine Zukunftstechnologie, die durch weitere Förderung hin zu nachhaltigen, Mehrwerte schaffenden Lösungen weiter entwickelt werden muss.

Social Augmented Learning: Augmented Reality Dialog
Abbildung 1: Social Augmented Learning: Augmented Reality Dialog

Nach den Vorträgen diskutierten die Teilnehmenden über den didaktischen Mehrwert von Augmented Reality, das Erstellen von einsetzbaren 3D-Modellen und Usability. Vorteile der Augmented Reality werden in der unmittelbaren, authentischen Verknüpfung von Realität und Virtualität gesehen.

Es wird prognostiziert, dass die technologischen Entwicklungsschübe im Zuge der digitalen Transformation neue Methoden der (semi-)automatischen Erstellung von 3D-Inhalten hervorbringen werden. Zum Interaktionsdesign von Augmented Reality gibt es, verglichen etwa mit den Touch-Gesten am Smartphone, leider noch keine etablierten Best-Practice-Beispiele.

In einer parallel laufenden Ausstellung konnten die Tagungsteilnehmer die SAL-Lernmodule und das Autorenwerkzeug kennenlernen und ausprobieren. Außerdem stellte das Fraunhofer IGD mit Plant@Hand3D eine 3D-Visualisierung für die Echtzeitsteuerung in der vernetzten Produktion vor.

Ausblick auf das Jahr 2016

Im kommenden Jahr biegt „Social Augmented Learning“ auf die Zielgerade ein. Die Beteiligten wollen die noch ausstehenden Lernmodule fertigstellen und die Anwendung noch weiter verbessern. Wichtig ist im letzten Projektjahr der Transfer der Projektergebnisse in den Bildungsalltag der Medientechnologen Druck. Dazu gehören das Rollout der Anwendung und das Schulen interessierter Lehrender. Um den nachhaltigen Einsatz von Social Augmented Learning sicherzustellen, soll SAL in die „Mediencommunity 2.0“ integriert werden.

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