Social Augmented Learning (SAL)

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Ziel ist es, Social, Mobile und Augmented Learning zu verbinden und so neue Lehr-/Lernformen zu entwickeln. Um Prozesse und Abläufe im Inneren komplexer Maschinen zu visualisieren wird die Realität mittels Augmented Reality und Mobilgeräten erweitert.

Die vierte industrielle Revolution und damit einhergehende technologische Entwicklungen führen auch dazu, dass sich Tätigkeits- und Qualifikationsanforderungen an Angestellte und Auszubildende verändern. Um schon während der beruflichen Ausbildung auf diese Dynamik vorzubereiten, wurde mit Social Augmented Learning eine Lehr- und Lernform entwickelt, bei der Augmented Reality, also Erweiterte Realität und Mobile Devices, also mobile Endgeräte eingesetzt werden.

Social Augmented Learning

Social Augmented Learning greift das Prinzip der Erweiterung der Realität um zusätzliche digitale Inhalte auf. Dazu werden mobile Endgeräte eingesetzt, die es dank einer eigens entwickelten Lehr- und Lernanwendung ermöglichen Augmented Reality mit relativ geringem Aufwand im Unterricht einzusetzen. Der Funktionsumfang der Anwendung orientiert sich dabei an den drei ganz wesentlichen an der Unterrichtsgestaltung beteiligten Akteuren: Den Inhaltserstellern, den Lehrenden (die oft gleichzeitig Inhaltsersteller sind) und den Lernenden.

Mann hält Tablet mit SAL-Anwendung vor Druckmaschine, um so Einblick ins Innere zu bekommen
Mit Hilfe von erweiterter Realität wird im Projekt Social Augmented Learning ein Blick ins Innere einer Druckmaschine ermöglicht. Foto: Ronny Willfahrth © VDMNO e.V.

Lernen mit Augmented Reality

Der Medienbruch zwischen konventionellen Lehrmedien und digitalen Lerninhalten kann durch Augmented Reality überbrückt werden: Inhalte, die sich konventionell nur schwer vermitteln lassen (zum Beispiel Prozessabläufe im dreidimensionalen Raum) können durch eine Visualisierung auf Basis authentischer 3D-Modelle zu einem erfahrbaren Lerngegenstand werden. Die darauf aufbauende Verknüpfung realer Maschinen mit diesen Modellen durch Augmented Reality ermöglicht anschließend einen direkten Zugang zum digitalen Lerninhalt, der mitunter den Aufbau von Erfahrungswissen begünstigen kann.

Der Praxistest

An insgesamt 20 Erprobungen haben während der Entwicklungsphase des Social Augmented Learning über 170 Auszubildende und 40 schulisch wie betrieblich Lehrende teilgenommen. Diese Nutzerstudien wurden durch evaluative Maßnahmen begleitet, bei denen unter anderem durch Fragebogenerhebungen und leitfadengestützte Interviews Feedback zum Lehren und Lernen mit mobilen Endgeräten und Augmented Reality gesammelt wurde. Auf diesen quantitativen und qualitativen Erhebungen aufbauend wurde zudem eine vergleichende Untersuchung durchgeführt, mit der zumindest im Trend ein verbesserter Lernerfolg durch den Einsatz von Social Augmented Learning nachgewiesen werden konnte.

Lerner-Autonomie

Augmented Reality stellt ein neues Medium zur Vermittlung von Lerninhalten dar. Die selbstständige Auseinandersetzung Lernender mit digitalen Modellen, zum Beispiel komplexer Maschinenelemente, erfolgte in den durchgeführten Erprobungen in einer explorativen Phase die vom Lerner, nicht vom Lehrenden ausging. Anstelle vortragender Instruktion traten Freiräume, die die Lerner im Sinne einer autonomen Gestaltung ihrer Lernaktivitäten zu nutzen lernen mussten. Ein Nebeneffekt, der dabei häufig beobachtet werden konnte: Lernende, die den Lerninhalt vielleicht schon im Betrieb kennengelernt hatten, agierten meist selbstständig als Experten, erläuterten ihren Mitschülern das Zusammenspiel einzelner Elemente und trugen so zu einer lebendigen Mitgestaltung des Unterrichts bei.

Didaktisches Modell des Projekts Social Augmented Learning (SAL)
Didaktisches Modell des Projekts Social Augmented Learning (SAL)

Interdisziplinäre Multitalente

Konventionelle, gewachsene und bewährte Strategien der Unterrichtsvorbereitung und -durchführung lassen sich in vielen Fällen nicht einfach auf das Lehren und Lernen mit mobilen Endgeräten und Augmented Reality übertragen. Die Art des Unterrichts wandelt sich im Zuge dieser geänderten Anforderungen, sodass Lehrende mehr und mehr zu Gestaltern von Lernwelten werden, die den Unterricht eher tutoriell begleiten statt als vortragender Wissensvermittler zu agieren. Dazu gehört, dass die eingesetzten Technologien im Sinne einer erweiterten Medienkompetenz beherrscht und adäquat eingesetzt werden müssen – das Medium Augmented Reality dient hierbei nicht als Mittel zum Zweck, sondern kann erst durch die Integration in didaktische und technische Unterrichtskonzepte Mehrwerte schaffen.

Schaubild: Systemdarstellung von Social Augmented Learning (SAL): Content-Erstellung, Content-Management und Content-Distribution
Social Augmented Learning (SAL): Von Content-Erstellung über Content-Management bis zu Content-Distribution

Nach der Pilotphase

Die Digitalisierung, die alle Lebensbereiche durchzieht, stellt nicht zuletzt auch die berufliche Bildung vor dem Hintergrund sich wandelnder Tätigkeits- und Qualifikationsanforderungen vor immer neue Herausforderungen. Sie birgt zugleich aber auch viele Chancen, eine neue Qualität der Ausbildung durch den Einsatz digitaler Medien zu erreichen. Mit Social Augmented Learning wurde initial ein Ansatz entwickelt und im Kontext der beruflichen Ausbildung von Medientechnologen Druck erprobt, der im Wesentlichen zwei Ansätze verfolgt: Das Lernen mit mobilen Endgeräten und die Gestaltung digital erweiterter Lernwelten mittels Augmented Reality.

Auch nach Projektende wird Social Augmented Learning eingesetzt:

  • Die Integration in die Mediencommunity, das soziale Netzwerk der Druck- und Medienbranche, ermöglicht den nachhaltigen Zugang zu den entwickelten Lerninhalten.
  • Die Autorenwerkzeuge, mit denen Lehrende einfach und intuitiv Inhalte für das Lehren mit Augmented Reality erstellen können, werden ebenso wie die Lehr- und Lernanwendung kostenfrei zur Verfügung gestellt und sind sowohl über die Projektwebsite als auch die Mediencommunity zugänglich.