Selbstorganisiertes Lernen 2.0 (SOL 2.0)

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„SOL 2.0“ entwickelt Lernmedien für den Blended-Learning-Lehrgang „Berufspädagoge/Berufspädagogin (IHK)“ mit dem Schwerpunkt „Medientechnik/Mediendidaktik“. Im Mittelpunkt steht dabei das gemeinschaftliche und eigenverantwortliche Lernen.

Foto: Frau mit Headset vor einem Bildschirm
Abb. 1: Frau mit Headset vor einem Bildschirm

Unternehmen müssen ihren Angestellten – soll die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleiben – berufliche Handlungskompetenz vermitteln. Das gilt stärker denn je angesichts des Wandels von der Industrie- zur Wissens- und Informationsgesellschaft.

Permanent ergeben sich für Beschäftigte neue Herausforderungen durch kürzere Produktlebenszyklen, dem exponentiellen Wissenszuwachs und der damit verbundenen Spezialisierung in allen beruflichen Tätigkeiten. Das Forschungsprojekt „Selbstorganisiertes Lernen 2.0“ hat sich daher das Ziel gesetzt, ein didaktisches Konzept zu entwickeln, das nicht nur Fach- und Methodenkompetenz vermittelt, sondern auch in besonderem Maße die „Selbstlernkompetenz“ fördert.

Projekt stärkt Eigenverantwortung von Beschäftigten

Ziel ist es, dass Beschäftigte zukünftig bei der stetigen, lebenslangen Verbesserung ihrer persönlichen Fach- sowie Methoden- und Sozialkompetenz mehr Eigenverantwortung übernehmen. Durch die sukzessive Stärkung der Eigenverantwortung können sie sich für ihren individuellen Entwicklungsprozess im Beruf kollektiv Wettbewerbsvorteile erschließen. Auch können sie so die Produktivitätssteigerungen und Innovationspotenziale von morgen voll ausschöpfen.

Personalentwicklung durch Kollaboration

Foto: Eine Frau mit einem Headset und ein Mann, der neben ihr sitzt, besprechen gemeinsam Unterlagen in einem Ordner
Abb. 2: Frau mit einem Headset und Mann gehen gemeinsam Unterlagen durch

Damit setzt „Selbstorganisiertes Lernen 2.0“ auch an der Gestaltungsfrage der zukünftigen Personalentwicklung – die Selbstorganisation der Mitarbeiter – an. Das auf Allgemeingültigkeit angelegte und auszugestaltende Lernkonzept wird dahingehend überprüft, ob es sich für alle beliebigen Lerninhalte eignet. Das umfasst auch die Aufbereitung jeglicher unternehmensspezifischer Wissensressourcen und den Einsatz sowohl unternehmensinterner als auch überbetrieblicher Weiterbildungsdienstleister.

Soll Selbstorganisation Wettbewerbsvorteile für das ganze Unternehmen schaffen, so kann das nur durch Rückgriff auf die Gemeinschaft erfolgen: Ein Blick in die Open Source Community zeigt, dass auch hoch komplexe Produkte dezentral mit großem Erfolg erstellt und zur Einsatzreife gebracht werden können. Internet sei Dank, arbeiten Entwickler in einem selbst organisiertem Netzwerk über die unterschiedlichsten Kommunikationstools zusammen. Dieses Zusammenspiel in Form von Zuarbeit, Absprache, Rückmeldung sowie die Bereitschaft, das eigene Wissen zu vermitteln, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für selbstorganisiertes Lernen. Es ist daher als wichtige Komponente mit im Konzept integriert.

Selbstorganisiertes Lernen im Kontext des Projektes SOL 2.0 bedeutet:

Foto: Collage aus drei Bildern, die ineinander montiert sind und fließend ineinander übergehen.
Abb. 3: SOL 2.0
  • Lernziele werden individuell definiert und orientieren sich an gemeinsamen Rahmenzielen.
  • Ein Lernbegleiter oder eine Lernbegleiterin unterstützt und moderiert den selbstorganisierten Lernprozess.
  • Über Auswahl und Einsatz genutzter Lernmethoden entscheiden die Lernenden.
  • Zur Dokumentation des eigenen Lernens erstellen die Beteiligten kollaborativ die Lernmedien für den Kurs oder auch zur weiteren Verwendung.
  • Jeder der Lernenden übernimmt sowohl die Rolle des Gutachters und des Feedback-Gebers für andere als auch die Aufgabe des oder der „Lehrenden“, der oder die Wissen vermittelt. Durch diese Lerngemeinschaft entfaltet sich das Potenzial der kollektiven Intelligenz und kann ausgeschöpft werden.
  • Lerninhalte werden immer anhand praxisnaher Problemstellungen erarbeitet und konkretisiert.
  • Die Lernenden entscheiden über die aktuelle Sozialform des Lernens (im Team, im Tandem, im Plenum oder individuell).