BMBF-Roadshow in Stuttgart - 14.06.2018

Dr. Lutz Goertz mit Teilnehmer des Workshops SVL der BMBF-Roadshow

Am 14. Juni 2018 führte der Weg der bundesweiten BMBF-Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" nach Baden-Württemberg. In Stuttgart brachten praxisnahe Anwenderworkshops Interessierten aus der Berufsbildungspraxis konkrete Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung näher.

Digitale Medien sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – egal ob im privaten oder beruflichen Kontext. Vor diesem Hintergrund entfalten sie ihren Nutzen auch in Bildungsprozessen, in denen neue Lehr-/Lernformate eingesetzt werden. Insbesondere in der beruflichen Aus- und Weiterbildung bietet eine mediengestützte Qualifizierung, die zeit- und ortsunabhängig sowie individualisierbar ist, einen Mehrwert. Für Ulrike Weber von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart, stellt der Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung bereits einen "Wettbewerbsvorteil" dar, wie die Referatsleiterin (Abteilung Beruf und Qualifikation) im Rahmen der elften Etappe der bundesweiten Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" am 14. Juni 2018 in Stuttgart betonte.

Referenten und Teilnehmer der BMBF-Roadshow in Stuttgart
Verantwortliche und Referenten der BMBF-Roadshow 2018 in den Räumen der IHK Region Stuttgart. Foto: Gerald Schilling © BIBB

Referenten/-innen und Verantwortliche der BMBF-Roadshow am 14. Juni 2018 in Stuttgart (v.li.): Thomas Hagenhofer (Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien), Ulrike Weber (IHK Region Stuttgart), Julian Stauffenberg (TU Hamburg-Harburg), Madeleine Schäfer (IHK Region Stuttgart), Vivian Harberts (Universität Bremen), Manuela-Tamara Lemke (IHK Region Stuttgart), Udo Petruschkat (Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis), Dr. Gabriele Hausdorf (BMBF), Thomas Weise (IHK Region Stuttgart), Michael Härtel (BIBB), Astrid Steuerwald (BIBB), Dr. Lutz Goertz (mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH), Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg Menden), Katja Stamm (BMBF)

In den Räumen der IHK Region Stuttgart präsentierte das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), am 14. Juni 2018 drei Projekte aus dem BMBF-Förderprogramm "Digitale Medien in der beruflichen Bildung" und machte sie in parallel stattfindenden Anwenderworkshops für mehr als 70 Teilnehmende praktisch erlebbar. Zu den Best-Practice-Fallbeispielen gehörten: Kfz4me, das Ausbildungsportfolio des Projekts Kompetenzwerkstatt und Social Virtual Learning.

Die Teilnehmenden – mehrheitlich Verantwortliche aus Betrieben, überbetrieblichen Bildungsstätten, Berufsschulen, Kammern und Bildungseinrichtungen - lernten konkrete Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien kennen und erhielten die Gelegenheit, die präsentierten Medienkonzepte selbst zu erproben. Mithilfe der Workshops erfuhren sie zudem, wie sie die präsentierten Konzepte und digitalen Produkte in ihren Ausbildungs- und Unternehmensalltag integrieren können.

Teilnehmer der BMBF-Roadshow in Stuttgart
Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen in Stuttgart die Gelegenheit wahr, sich praxisnah über digitale Medien in der Berufsbildung zu informieren. Foto: Gerald Schilling © BIBB

Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Ulrike Weber, Referatsleiterin in der IHK Region Stuttgart, und Dr. Gabriele Hausdorf, Leiterin des Referats "Digitaler Wandel in der Bildung" des BMBF. Durch das Programm führte Astrid Steuerwald vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Nach einer kurzen Einführung zu den Workshop-Inhalten nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an drei ca. 180-minütigen Anwenderworkshops teil. In allen Workshops zeigten die Projektverantwortlichen die Mehrwerte digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung auf und stellten Konzepte vor, die sich bereits in der Praxis bewährt haben und auf eine Vielzahl von Branchen übertragbar sind.

Die Teilnehmenden konnten im Anschluss an die Workshops individuelle Fragen an die Referenten richten und sich mit ihnen über die Einsatzmöglichkeiten der Konzepte und Tools für ihr jeweiliges Berufsfeld austauschen.

Inhalte der Anwenderworkshops

Anwenderworkshop I: Kfz4me – Erstellung und Nutzung von Erklärvideos zur Entwicklung von Medien-, Sprach- und Sachkompetenz

Dr. Markus Schäfer im Workshop Kfz4me
Dr. Markus Schäfer (li.) und Udo Petruschkat (Hintergrund) stellten den Workshop-Teilnehmenden in Stuttgart das Konzept Kfz4me vor. Foto: Gerald Schilling © BIBB

Im Projekt kfz4me produzieren Auszubildende zum KFZ-Mechatroniker eigene Erklärvideos und verbessern dabei ihre Fach- und Medienkompetenz sowie ihre Ausdrucks- und Schreibfähigkeit. Die Referenten Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg Menden) und Udo Petruschkat (Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis) stellten den Workshop-Teilnehmenden das Konzept, das auch unter dem Begriff Designorientierung diskutiert wird, vor. Entstanden ist Kfz4me im BMBF-geförderten Projekt "Didaktische Parallelität und Lernortflexibilisierung" (DiPaL).

Teilnehmer Roadshow Stuttgart
Die Workshop-Teilnehmenden wurden exemplarisch an der Erstellung eines Erklärvideos zum Thema Kfz beteiligt. Foto: Gerald Schilling © BIBB

Mithilfe eines didaktischen Konzepts bearbeiten Auszubildende bei Kfz4me fachliche Aufgaben, erstellen Fachtexte und entwickeln schließlich einen MP4-Film, der unter freier Lizenz im Internet abrufbar ist. Durch die Veröffentlichung im Internet ist das Video auch für Nachnutzungsszenarien - im Modus des "Flipped Classroom" - verfügbar. Kfz4me integriert digitale Medien so in den Ausbildungsprozess, dass Auszubildende ihre Sachkompetenz entwickeln und sich mit Fragen der Mediennutzung und Mediengestaltung auseinandersetzen. Die Workshop-Teilnehmenden in Stuttgart konnten sich davon selbst ein Bild machen, indem sie exemplarisch ein Erklärvideo erstellten.

Anwenderworkshop II: Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt - Unterstützung der Lernreflexion und Online-Ausbildungsnachweis

Teilnehmer Workshop Ausbildungsportfolio
Die Roadshow-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer konnten das Tool Ausbildungsportfolio selbst ausprobieren und Fragen zur Handhabung stellen. Foto: Gerald Schilling © BIBB

Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt unterstützt das Ausbildungspersonal dabei, Ausbildung arbeitsprozessorientiert und kompetenzfördernd zu planen, durchzuführen und zu überprüfen. Das Ausbildungsportfolio ermöglicht die Dokumentation, die Übersicht und die Reflexion des Gelernten. Dieses kostenfrei nutzbare Tool bietet darüber hinaus einen Ausbildungsnachweis, der online geführt und ausgedruckt werden kann. Es kann im betrieblichen, überbetrieblichen und schulischen Kontext eingesetzt werden.

Workshop Ausbildungsportfolio in Stuttgart
Vivian Harberts (li.) erklärt einer Teilnehmerin die Funktionsweise des Ausbildungsportfolios der Kompetenzwerkstatt. Foto: Gerald Schilling © BIBB

In Stuttgart stellten Vivian Harberts (Universität Bremen) und Julian Stauffenberg (TU Hamburg-Harburg) den Workshop-Teilnehmenden das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt vor und gaben ihnen darüber hinaus die Gelegenheit, das Tool selbst auszuprobieren sowie Fragen zu den Anwendungsmöglichkeiten in ihren jeweiligen Berufsfeldern zu stellen.

Anwenderworkshop III: Social Virtual Learning – Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität

Workshop SVL in Stuttgart
Im Workshop Social Virtual Learning konnten die Teilnehmenden per Datenbrille in die virtuelle Realität eintauchen. Foto: Gerald Schilling © BIBB

Social Virtual Learning (SVL), das auf der Anwendung Social Augmented Learning (SAL) aufbaut, befähigt zum selbstbestimmten Lernen in einer Virtual Reality-Umgebung, die völlig neue Interaktions- und Kollaborationskonzepte ermöglicht. Es trägt so dazu bei, praxis- und arbeitsplatznahe Lernerfahrungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen - unabhängig davon, welche Maschinen an einem bestimmten Lernort verfügbar sind. Im Mittelpunkt steht das handlungsorientierte Lernen.

Workshop SVL in Stuttgart
Wie man in der virtuellen Realität lernen kann, konnten die Workshop-Teilnehmenden in Stuttgart selbst erproben. Foto: Gerald Schilling © BIBB

Im Workshop Social Virtual Learning bekamen die Teilnehmenden die Gelegenheit, in die Rolle eines virtuellen Monteurs zu schlüpfen, der Reparaturarbeiten an einer Druckmaschine durchführt. Den SVL-Workshop in Stuttgart leiteten Thomas Hagenhofer (Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien) und Dr. Lutz Goertz (mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH).

Feedback

Rückmeldungen und Anregungen sind jederzeit willkommen! Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an roadshow@qualifizierungdigital.de

Bildnachweis: Gerald Schilling © BIBB