Via4all stellt sich in Berlin vor

Fotoagentur Roth

Im Rahmen einer Werkstatt-Konferenz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat sich das BMBF-geförderte Projekt "Via4all" in Berlin vorgestellt. Martina Kunzendorf und Stefan Wagner sprachen über Ziele, Umsetzung und Anwendungserfolge von Via4all.

Rund 300 Vertreter von Werkstatträten, Werkstattträgern sowie von Verbänden und Institutionen waren am 19. Juni im Fraktionssitzungssaal der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin zusammengekommen, um sich über die Zukunft von Werkstätten für Menschen mit Handicap zu unterhalten. Aktuell zählen diese Einrichtungen in Deutschland rund 300.000 Beschäftigte. Das neue Bundesteilhabegesetz (BTHG), dessen erste Regelungen im Dezember 2016 in Kraft getreten sind, soll ihnen mehr Selbstbestimmung und eine bessere Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen. Wie die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Sabine Weiss, in ihrer Eröffnungsrede betonte, gibt es in diesem Kontext bereits eine Vielzahl an Projekten, die das Erreichen des von der Bundesregierung ausgegbenen Ziels - die Schaffung einer "inklusiven Gesellschaft" - erleichtern. Dazu gehört das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt Via4all.

"Berufliche Handlungskompetenzen verbessern"

Die Projektverantwortlichen Martina Kunzendorf (TU Dortmund) und Stefan Wagner (Hannoversche Werkstätten) stellten das Verbundvorhaben, das für "Video Interactive & Augmented - arbeitsprozessorientiert lebenslang lernen" steht, in einer kurzen Präsentation vor. "Wir entwickeln und erproben in unserem Projekt ein ganzheitliches E-Learning-Angebot für Beschäftigte mit und ohne Handicap", klärte Kunzendorf über ihre Arbeit auf. Ziel sei es, "die beruflichen Handlungskompetenzen der Menschen zu verbessern und sie für eine Teilhabe auf dem ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten." Ein Video der Veranstaltung hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht (Die Vorstellung von Via4all beginnt bei 1h16min).

Zentraler Baustein von Via4all sind sowohl technisch als auch didaktisch barrierefreie Lernvideos, die Arbeitsprozesse abbilden und mit zusätzlichen Informationen angereichert sind. Durch sie sollen leichte Arbeitstätigkeiten erlernt werden, die insbesondere Menschen mit Behinderung eine berufliche Teilhabe ermöglichen. Eine Besonderheit: Die Videoaufzeichnungen entstehen mit Hilfe sogenannter Eye-Tracker (siehe Foto), durch die Blickbewegungen analysiert und schwierige Arbeitsprozesse identifiziert werden können.

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