BMBF-Roadshow in Wittenberge - 25.04.2018

Teilnehmerinnen des Workshops Kompetenzwerkstatt in Wittenberge

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Entwicklung digitaler Lehr- und Lernkonzepte. Mit der bundesweiten BMBF-Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" präsentiert es Best-Practice-Fallbeispiele. Am 25. April machte die Veranstaltungsreihe Halt in Wittenberge.

Den Blick über den Tellerrand zu wagen, hat in Wittenberge Tradition. Das betonte der Bürgermeister der brandenburgischen Stadt an der Elbe, Dr. Oliver Hermann, als er die BMBF-Roadshow "Digitale Medien im Ausbildungsalltag" am 25. April in der Prignitz begrüßte. Rund 50 Verantwortliche aus der Berufsbildungspraxis folgten dieser Tradition und nutzten im Gewerbepark Veritas die Gelegenheit, sich in drei Workshops über innovative Anwendungsmöglichkeiten digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu informieren. Vorgestellte Tools und Konzepte konnten die Teilnehmenden dabei selbst ausprobieren.

Referenten und Verantwortliche der Roadshow-Etappe in Wittenberge
Referenten und Verantwortliche der BMBF-Roadshow 2018 im brandenburgischen Wittenberge. Foto: Patricia Kalisch © BIBB

Die Referenten und Veranstalter der BMBF-Roadshow in Wittenberge (v.li.): Dr. Oliver Hermann (Bürgermeister der Stadt Wittenberge), Dr. Lutz Goertz (mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH), Oliver Neuhoff (Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis), Katja Stamm (BMBF), Julian Stauffenberg (TU Hamburg-Harburg), Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg Menden), Astrid Steuerwald (BIBB), Udo Petruschkat (Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis), Ronny Willfahrt (Verband Druck und Medien NordOst e.V.), Hanno Windler (BMBF), Michael Sander (Universität Bremen), Nicole Goerke (BBZ Berufsbildungszentrum Prignitz GmbH), Dr. Gabriele Hausdorf (BMBF)

Umgeben von der beeindruckenden Industriearchitektur eines ehemaligen Nähmaschinenwerks stellte die Roadshow in Wittenberge drei Best-Practice-Fallbeispiele aus dem BMBF-Förderprogramm "Digitale Medien in der beruflichen Bildung" vor: das Konzept Kfz4me, das Ausbildungsportfolio des Projekts Kompetenzwerkstatt sowie die Anwendung Social Virtual Learning. In Anwenderworkshops zeigten die Projektverantwortlichen die Mehrwerte digitaler Medien in der beruflichen Bildung auf und stellten Konzepte vor, die sich bereits in der Praxis bewährt haben und auf eine Vielzahl von Branchen übertragbar sind. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Astrid Steuerwald vom Bundesinstitut für Berufsbildung, das die Roadshow-Etappe in Wittenberge im Auftrag des BMBF und in Zusammenarbeit mit der BBZ Berufsbildungszentrum Prignitz GmbH sowie dem Oberstufenzentrum Prignitz durchführte.

Nach einer Eröffnungsrede durch Dr. Gabriele Hausdorf, Leiterin des Referats "Digitaler Wandel in der Bildung" des BMBF, und einer kurzen Einführung zu den Workshop-Inhalten nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an drei parallel stattfindenden Anwenderworkshops teil.

Inhalte der Anwenderworkshops

Anwenderworkshop I: Kfz4me – Erstellung und Nutzung von Erklärvideos zur Entwicklung von Medien-, Sprach- und Sachkompetenz

Dr. Markus Schäfer
Dr. Markus Schäfer vom Hönne Berufskolleg Menden stellte den Workshop-Teilnehmenden in Wittenberge das Konzept Kfz4me vor. Foto: Patricia Kalisch © BIBB

Die Referenten Dr. Markus Schäfer (Hönne Berufskolleg Menden), Oliver Neuhoff und Udo Petruschkat (beide vom Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis) stellten den Workshop-Teilnehmenden das Konzept Kfz4me vor, das auch unter dem Begriff Designorientierung diskutiert wird. Es ist im Projekt Didaktische Parallelität und Lernortflexibilisierung (DiPaL) entstanden und fördert die Entwicklung und Feststellung von Sach- und Medienkompetenzen sowie der sprachlichen Ausdrucksfähigkeiten von Auszubildenden. Dazu entwickeln sie im Unterricht qualitätsgeprüfte Erklärvideos im Rahmen von handlungsorientierten Lernsituationen.

Kfz4me
Im Rahmen des Konzepts Kfz4me entwickeln Auszubildende im Unterricht qualitätsgeprüfte Erklärvideos. Foto: Patricia Kalisch © BIBB

Auszubildende bearbeiten mithilfe des didaktischen Konzepts fachliche Aufgaben, erstellen Fachtexte und entwickeln einen MP4-Film, der unter freier Lizenz im Internet abrufbar und so für Nachnutzungsszenarien - im Modus des "Flipped Classroom" - verfügbar ist. Kfz4me integriert digitale Medien so in den Ausbildungsprozess, dass Auszubildende ihre Sachkompetenz entwickeln und sich mit Fragen der Mediennutzung und Mediengestaltung auseinandersetzen. Die Workshop-Teilnehmenden in Wittenberge wurden exemplarisch an der Erstellung eines Erklärvideos beteiligt.

Anwenderworkshop II: Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt - Unterstützung der Lernreflexion und Online-Ausbildungsnachweis

Teilnehmerinnen des Workshops Kompetenzwerkstatt in Wittenberge.
Die Roadshow-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer konnten das Tool Ausbildungsportfolio selbst ausprobieren. Foto: Patricia Kalisch © BIBB

Das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt unterstützt das Ausbildungspersonal dabei, Ausbildung arbeitsprozessorientiert und kompetenzfördernd zu planen, durchzuführen und zu überprüfen. Das Ausbildungsportfolio ermöglicht die Dokumentation, die Übersicht und die Reflexion des Gelernten. Dieses kostenfrei nutzbare Tool bietet darüber hinaus einen Ausbildungsnachweis, der online geführt und ausgedruckt werden kann. Es kann im betrieblichen, überbetrieblichen und schulischen Kontext eingesetzt werden.

Julian Stauffenberg (re.) erklärt das Ausbildungsportfolio
Julian Stauffenberg (re.) erklärt einer Teilnehmerin die Funktionsweise des Ausbildungsportfolios der Kompetenzwerkstatt. Foto: Patricia Kalisch © BIBB

In Wittenberge stellten die Referenten Michael Sander (Universität Bremen) und Julian Stauffenberg (TU Hamburg-Harburg) den Workshop-Teilnehmenden das Ausbildungsportfolio der Kompetenzwerkstatt vor und gaben ihnen darüber hinaus die Gelegenheit, das Tool selbst auszuprobieren und Fragen zu den Anwendungsmöglichkeiten in ihren jeweiligen Berufsfeldern zu stellen.

Anwenderworkshop III: Social Virtual Learning – Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität

Anwender des Tools Social Virtual Learning
Im Workshop Social Virtual Learning konnten die Teilnehmenden per Datenbrille in die virtuelle Realität abtauchen. Foto: Patricia Kalisch © BIBB

Im Workshop Social Virtual Learning bekamen die Teilnehmenden die Gelegenheit, in die Rolle eines virtuellen Monteurs zu schlüpfen, der Reparaturarbeiten an einer Druckmaschine durchführt. Den SVL-Workshop in Wittenberge leiteten Ronny Willfahrt (Verband Druck und Medien NordOst e.V.) und Dr. Lutz Goertz (mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH).

Blick über die Schulter von zwei Personen, die die Anwendung SAL ausprobieren
Neben der Virtual Reality wurde in Wittenberge auch die Augmented Reality vorgestellt und für die Teilnehmenden erlebbar gemacht. Foto: Patricia Kalisch © BIBB

SVL, das auf der Anwendung Social Augmented Learning (SAL) aufbaut, befähigt zum selbstbestimmten Lernen in einer Virtual Reality-Umgebung, die völlig neue Interaktions- und Kollaborationskonzepte ermöglicht. Lernanwendungen, bei denen 3D-Visualisierungen, Augmented Reality und Virtual Reality zum Einsatz kommen, unterstützen Lernende dabei, virtuelle Maschinen zu erkunden, mit diesen zu interagieren und gemeinsam mit anderen an Aufgaben zu arbeiten.

Die Teilnehmenden konnten im Anschluss an die Workshops individuelle Fragen an die Referenten richten und sich mit ihnen über die Einsatzmöglichkeiten der Konzepte und Tools für ihr jeweiliges Berufsfeld austauschen.

Feedback

Rückmeldungen und Anregungen sind jederzeit willkommen! Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an roadshow@qualifizierungdigital.de

Bildnachweis: Patricia Kalisch © BIBB