eQualification 2020: Kein Handschlag, aber viele zugewandte Gesichter

Plenarsaal des alten Bundestages (WCC Bonn) während der eQualification 2020

Am 9. und 10. März 2020 fand in Bonn die 11. Ausgabe der BMBF-Statuskonferenz "eQualification" statt. Sie bietet das jährlich stattfindende Forum für den Informations- und Erfahrungsaustausch zum Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Bildung.

An diese Veranstaltung werden sie sich noch lange erinnern. Die knapp 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten dem Ruf nach Besonnenheit und machten die 11. Statuskonferenz im Förderprogramm "Digitale Medien in der beruflichen Bildung" zu einer ganz besonderen Veranstaltung. Die großzügige Bestuhlung des ehemaligen Plenarsaals sowie das weitläufige Gebäude des WCC Bonn im Allgemeinen boten ausreichend Platz für alle Anwesenden, den erhöhten - Corona-bedingten - Abstandsregeln Folge zu leisten. So blieb die inhaltliche Auseinandersetzung zu den Themen im Vordergrund und die wideren Umstände betrafen nur den Rahmen für den Austausch. Die Rahmenbedingungen betonten zudem die zentrale Frage: "Was sind die Chancen der Digitalisierung?"

Dr. Stefan Luther am Rednerpult des alten Bundestags in Bonn (WCC Bonn)
BMBF-Ministerialdirigent Dr. Stefan Luther eröffnete die eQualification 2020 und fragte: "Was kann Digitalisierung sinnvoll in der beruflichen Bildung machen?"

Dr. Stefan Luther, Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), eröffnete die Veranstaltung mit einem Gruß von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und fragte: "Was kann Digitalisierung sinnvoll in der beruflichen Bildung machen?" Bei der Frage nach Gestaltungsspielräumen wird schnell klar: "Digitalisierung macht sich nicht von selbst." Aus diesem Grund versammeln sich jährlich die Teilnehmenden des Förderprogramms bei der eQualification, denn: Vernetzung ist ein Schlüssel!

Vernetzung ist ein Schlüssel

Vernetzung und Wissenstransfer prägen seit Jahren den Charakter der eQualification und das nicht zufällig: In seinem Impuls betonte Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen, Seniorprofessor TU Dortmund: "Vernetzung ist ein essentielles Element der Digitalisierung – neben der Notwendigkeit von Praxis und Erfahrungen." Bei der eQualification tauschen sich Teilnehmende aus ganz Deutschland zu ihren Erfolgen und Herausforderungen in der Projektarbeit aus. Die Vielfalt der Branchen und Bildungsbereiche, die jährlich zusammenkommen, ist einmalig und begründet das Erfolgsrezept der Netzwerkveranstaltung.

Dieses Jahr stand im Zentrum des Programms der "Ideenwettbewerb": Hier präsentierten sechs ausgewählte Teilnehmende eigene Ideen für projektübergreifende Zusammenarbeit im Sinne von Nachhaltigkeit, Vernetzung und Transfer. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Statuskonferenz wählten eine dieser Ideen aus und beteiligten sich an deren Weiterentwicklung und Konkretisierung in einer der Arbeitsgruppen. Am zweiten Tag wählten das Publikum und eine Jury aus dem Kreis der Veranstaltenden (BMBF, PT-DLR und BIBB) insgesamt drei Projektideen zur Förderung aus. Auf der eQualification 2021 wird sich zeigen, was aus den Ideen geworden ist.

Gruppenfoto im WCC Bonn der Teilnehmenden der eQualification 2020
Im World Conference Center Bonn tauschten sich rund 300 Expertinnen und Experten zum Thema Digitalisierung in der beruflichen Bildung aus.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist üblicherweise Pflicht für die geförderten Projekte. Corona verwandelte die eQualification nun erstmals in eine freiwillige Veranstaltung. Trotz geschrumpfter Teilnehmendenzahl machte die Konferenz einmal mehr deutlich: Qualität ist wichtiger als Quantität. Ähnlich steht es um die Beurteilung des Digitalisierungsgrads von Schulen. Svenia Busson, Gründerin von EdTech Tours & LearnSpace, machte in ihrem Impulsstatement deutlich: "Innovation braucht mehr als neue Geräte."

Digitalisierung ist eine Gestaltungsaufgabe!

Die Teilnehmenden entschieden sich autark für die Teilnahme an der Veranstaltung, weil sie den Austausch in dieser Fachcommunity für wichtig halten. "Das Warum ist wichtig!" – das war auch das Fazit des Impulsdialogs in der Frage "Digitalisierung – Notwendigkeit oder Hype?" Ohne Handschlag und mit einer Armlänge Abstand besprachen sie zentrale Themen der Digitalisierung in der beruflichen Bildung. Hierfür bot die Projektausstellung ausreichend Gelegenheit. Knapp 50 Projekte aus sechs Förderbekanntmachungen teilten ihre Erfahrungen und stellten ihre Ergebnisse zur Diskussion. Mit dem Programmpunkt "Wunschkonzert" erhielten die Teilnehmenden am zweiten Tag nochmals die Möglichkeit, eigene Themen zu setzen – treu dem Motto "Von uns, für uns", das die eQualification seit Jahren als Slogan begleitet.

Das übergreifende Thema der diesjährigen Konferenz war die Trias Nachhaltigkeit – Transfer – Verwertung, wer die ernstnimmt, kommt um die persönliche Vernetzung und Ownership nicht herum. Mit den Anstößen der eQualification 2020 geht es nun weiter. Auf der eQualification 2021 werden wir neue Ergebnisse sehen.

Bildnachweis: © BMBF / Bildkraftwerk / Laurin Schmid